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Neues Kraftwerk am Rhein

Gasturbine: Mit heißer Luft zum Weltmeistertitel

Mit der Geschwindigkeit einer lahmen Ente nähert sich die Weltmeisterin Düsseldorf. Sechs Tage für 600 Kilometer. Sie, die Weltmeisterin, ruht wohlverpackt und gegen alle Widrigkeiten des Lebens gepolstert im Bauch eines Frachters und tuckert über die Kanäle. Einstieg im Hafen Berlin-Moabit. Ausstieg im Rheinhafen Düsseldorf-Lausward. Im Mai lässt sie sich dann aufrichten und feiern. 13 Meter lang, sechs Meter Bauchdurchmesser, 500 Tonnen schwer.

500 Millionen Euro Kredit lassen Düsseldorfs Banken dafür springen. Sie hätten auch doppelt so viel gegeben, betonen die Kunden, das Management der Düsseldorfer Stadtwerke. Denn was da aus dem fernen Berlin anrollt, ist eine große Koalition aus höchster wirtschaftlicher Effizienz , bemerkenswertem Klimaschutz und All-inclusive-Versorgung für Düsseldorfer Bürger. Heizen ohne Reue. Energie für die ganze Stadt. Mehr Fernwärme denn je.

Und dann heißt das Monstrum auch noch „Block Fortuna“. Alles Glück der Welt, aber: mit den heimischen Ballkünstlern hat die künftige weltmeisterliche Leistung nichts zu tun. „Fortuna“ ist der Name des neuen hypermodernen Heizkraftblocks auf der Lausward, weil jetzt der Buchstabe F dran war. Momentan regieren noch „Emil“ und seine Kumpane die Geschicke der energieschluckenden Bevölkerung. Nach Kohle und Gas katapultiert das künftige Gas- und Dampfkraftwerk des Erbauers Siemens die Stadt in die Zukunft. Es ist schlicht „ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Deutschland“, sagt Düsseldorfs Siemens-Chef Herbert Meyer. Wird also höchste Zeit, dass eine Frau das Sagen hat, Fortuna eben. Deutschland wartet auf das Vorzeigeprojekt allererster Energiegüte.

Energie-Kapazität für 2,2 Millionen Einwohner

Und Düsseldorf kann wachsen. „Eine SGT5-8000H-Gasturbine liefert genug Energie, um eine Stadt mit 2,2 Millionen Einwohnern zu versorgen“, heißt es technisch-nüchtern bei Siemens. „Sie hat die gleiche Leistung wie 1200 Porsche 911 Turbo.“ Also, Köln, wir kommen! Wobei Köln auch so ein hypermodernes Gaskraftwerk bestellt hat, bei der Konkurrenz . Hinkt nun ein halbes Jahr hinter Düsseldorf hinterher.

Im Stadtrat waren sich ausnahmsweise alle einig, als sie den Treibstoff Gas beschlossen. „Die Schöpfung bewahren“ hieß es hochtrabend, man wollte hochwirtschaftlich sein und genauso gut wie mit erneuerbaren Energien. Gaskraftwerke sind immer noch vergleichsweise teuer und deshalb in Deutschland noch nicht vorn. Die Effizienz- und Klimaschutzwerte, gepaart mit teurem Stahl, setzen sich jetzt erst durch. Die USA haben drei Gasturbinen in Betrieb und zehn weitere bei Siemens bestellt. Südkorea hat eine in Betrieb und acht bestellt. Deutschland kann erst einen laufenden Gasturbo vorweisen, im bayrischen Irsching. 


 


 

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