Weitere Artikel
Knochenaufbau

Neues OP-Verfahren in der Zahnmedizin

Der Düsseldorfer Zahnarzt und Implantologe Dr. Marcel Wainwright, Spezialist auf dem Gebiet von Zahnimplantaten und schonenden OP-Verfahren des Kiefers, entwickelte zusammen mit Dr. Andreas Kurrek aus Ratingen und Dr. Dr. Angelo Trödhan aus Wien dieses Verfahren, bei dem fehlender Knochen im Oberkiefer mittels eines Utraschallgerätes schonend aufgebaut werden kann. „Bei dieser fast blutfreien Methode kann auf große Schnitte verzichtet werden, den Patienten geht es nach dem Eingriff in der Regel sehr gut“, erklärt Wainwright. Ähnlich wie bei einer arthroskopischen Knieoperation wird nur über eine winzige Öffnung der Kieferbereich unterhalb der Kieferhöhle aufgebaut. „Der schmerzlose Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Schwellungen und Schmerzen sind fast auf Null reduziert“, erläutert der Kaiserswerther Zahnarzt. Das Verfahren der drei Ärzte wird bereits in den USA, Asien, Australien und Zentraleuropa angewandt.

Immer mehr Menschen haben den Wunsch nach festen Zähnen und lehnen die Behandlung mit herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen), oder das Beschleifen von Zähnen für die Versorgung mit Brücken, ab. Sowohl bei jungen, als auch bei betagten Patienten ist ein immer größerer Trend für die Versorgung mit Zahnimplantaten zu beobachten. Die Implantologie ist ein sicheres und seit mehreren Jahrzehnten dokumentiertes Verfahren zum Ersatz von Zähnen oder zur Verankerung von Prothesen.

Im Oberkiefer kann sich in Folge längerer Zahnlosigkeit die Kieferhöhle immer mehr ausdehnen und der Kieferkamm immer flacher werden, so dass das Einsetzen von Implantaten ohne Knochenaufbau nicht möglich ist. Die bisherigen Standardverfahren sind verhältnismäßig traumatisch für die Patienten. Um z.B. den Knochen aufzubauen, wird ein großer Schnitt auf dem Kieferkamm gemacht, das Zahnfleisch zurückgeklappt und ein seitliches Knochenfenster zur Kieferhöhle präpariert. Unter Sicht wird dann die Schleimhaut der Kieferhöhle vorsichtig gelöst und nach oben geschoben. In den neuen Raum wird dann Kochen oder künstlicher Knochen eingefüllt, welcher sich nach 6-12 Monaten dann in eigenen Knochen umbaut. Dieses Verfahren, welches weltweit bisher noch am häufigsten eingesetzt wird, ist für die Patienten eine große Belastung, da der Eingriff mit Schwellungen, Blutergüssen und Schmerzen einhergeht.

Die Zahnärzte und Forscher Dr. Angelo Trödhan, Dr. Andreas Kurrek und Dr. Marcel Wainwright hatten während eines von Ihnen geleiteten Operationskurses auf Kuba im Jahr 2006 die Idee, ein Verfahren zum Knochenaufbau im Oberkiefer zu entwickeln, welches für den Patienten weniger belastend ist. Da alle 3 langjährig erfahrene Chirurgen und mit der Ultraschalltechnologie vertraut sind, entwickelten Sie mit der Firma Acteon in Frankreich Instrumente und ein OP-Verfahren, welches für den Patienten keine Belastung mehr darstellt. In Studien an Schafsköpfen getestet, wurde im März dieses Jahres erfolgreich die 1. OP durchgeführt. Die Patientin hatte nach dem Eingriff weder Schmerzen, Schwellungen noch Blutergüsse. Mittlerweile wird das Verfahren weltweit angewandt und mehrere hundert Patienten wurden erfolgreich operiert. Allen gemein ist, dass es den Patienten nach dem Eingriff hervorragend geht und der Knochen wahrscheinlich durch die Ultraschalltechnologie schneller zum Wachstum angeregt wird. So beobachten die Zahnmediziner schon neue Knochenbildung nach 6 Wochen.

Wie kann man sich das Verfahren vorstellen?

Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und ist absolut schmerzfrei. Auf dem Kieferkamm wird in der Region, in welcher der Knochen aufgebaut werden soll, mit einer Stanze die Schleimhaut entfernt. Dieses winzige Gewebestück (ca. 3-5mm im Durchmesser) wird dann in steriler Kochsalzlösung aufbewahrt. Mit Hilfe von Ultraschallinstrumenten wird schonend (durch Vibration) ein feiner Tunnel bis zur Kieferhöhle präpariert. An der Schleimhaut angekommen, wird mit einem speziellen Instrument die Schleimhaut am Kieferhöhlenboden durch ultraschallaktivierte Kochsalzlösung gelöst. Dieser Schritt, der sonst mit Handinstrumenten eine sehr mühselige und langwierige Prozedur war, geschieht innerhalb von Sekunden. Nachdem die Schleimhaut vom Boden gelöst wurde, kann durch den feinen Tunnel künstlicher Knochen in den neuen Hohlraum eingebracht werden, und zwar in beliebiger Menge. Wenn die Restknochenhöhe es zulässt, kann unmittelbar nach dem Befüllen das Implantat eingedreht werden. Die zuvor gestanzte Schleimhaut wird mikrochirurgisch wieder zurück vernäht und der Patient hat de facto eine „Wunde“ von wenigen Millimetern im Durchmesser, welche er nicht bemerkt. Man kann den Eingriff mit der Technik bei den Knie-Operationen vergleichen. Wurde früher noch ein großer, fast 30 cm langer Schnitt ober- und unterhalb des Knies gemacht, erfolgen heute die Eingriffe über 2 winzige Öffnungen, durch welche feine Instrumente und Kameras durchgeschoben werden.

Damit ist ein weiterer Schritt getan, um die zahnärztliche Chirurgie noch schonender und damit patientenfreundlicher zu gestalten. Waren bei dem alten Verfahren die Patienten für mindestens 5-7 Tage mit den Folgen des Eingriffes beschäftigt, können die Patienten bei dem Intralift™ am selben Tag zur Arbeit, zum Sport oder zu einer Familienfeier.

(Redaktion)


 


 

Dr. Marcel Wainwright
Zahnimplantate
Zahnmedizin

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Dr. Marcel Wainwright" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: