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NRW-Arbeitsmarkt

Corona sorgt für Rekord bei Kurzarbeit

Die Corona-Pandemie sorgt für einen Rekord bei der Kurzarbeit in Nordrhein-Westfalen. 96.000 Unternehmen haben bis zum 27. März aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie Kurzarbeit angezeigt.

Die Jobcenter und Agenturen für Arbeit setzen derzeit alles daran, die eingegangenen Anzeigen und Anträge schnell und unbürokratisch zu bearbeiten. „Das ist der soziale Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und unser Selbstverständnis“, so Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW. „Im März sind bei den Agenturen für Arbeit in NRW rund 96.000 Anzeigen von Unternehmen zur Kurzarbeit eingegangen. Dabei handelt es sich um eine erste Hochrechnung, noch nicht um statistisch belastbare Zahlen. Für eine genauere Bilanzierung der Folgen für den Arbeitsmarkt ist der Zeitraum noch zu kurz. Das wird uns erst ab April möglich sein.“

Schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 haben viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch gemacht, um ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. 2009 zeigten im Verlauf des gesamten Jahres in NRW 28.663 Unternehmen Kurzarbeit an. „Es ist genau der richtige Weg, den viele Unternehmen jetzt beschreiten, wenn sie auf Kurzarbeit setzen“, so Withake. „Mit ihr kann Arbeitslosigkeit vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vermieden werden. Und wenn die Konjunktur wieder anspringt, haben die Unternehmen das Personal, das sie benötigen, um in kurzer Zeit erfolgreich ihre Wirtschaftstätigkeit wieder hochzufahren.“

Bearbeitung von Kurzarbeits-Anzeigen hat Priorität

Die Jobcenter und die Agenturen für Arbeit legen derzeit Priorität auf die Bearbeitung der Anzeigen zur Kurzarbeit: „Wir tun alles dafür, alle Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten“, sagt Withake. „Wir haben daher aus allen Bereichen Personal zusammengezogen – beispielsweise aus dem Vermittlungsgeschäft oder der Berufsberatung – die nun unter Hochdruck die Anzeigen und Anträge zur Kurzarbeit bearbeiten. Wir haben den Arbeitszeitrahmen von 6.00 bis 22.00 Uhr erweitert, telefonisch sind wir von 8.00 bis 18.00 Uhr erreichbar und wir arbeiten auch am Wochenende. Auch wenn die Zahl der Anträge sprunghaft gestiegen ist: Wir setzen alles daran, Anzeigen auf Kurzarbeit schnell entgegenzunehmen und zu bearbeiten.“

Zahl der Menschen in Kurzarbeit liegt noch nicht vor

Wie viele Menschen aktuell verkürzt arbeiten, lässt sich statistisch noch nicht darstellen. „Auch viele kleine Betriebe setzen jetzt, häufig zum ersten Mal, auf Kurzarbeit. Das ist ein Grund für das hohe Aufkommen von Anzeigen innerhalb der beiden vergangenen Wochen. Es können aber auch Doppelungen vorliegen, weil Arbeitgeber alle Kanäle nutzen, Kurzarbeit anzuzeigen – per Mail, per Post und über unsere Internetseite. Das fällt erst auf, wenn alle Anzeigen erfasst und abgeglichen sind“, betont Withake den vorläufigen Charakter der aktuellen Veröffentlichung.

(Redaktion)


 


 

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