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Zugausfälle und Verspätungen

NRW-GDL-Chef stellt sich auf mindestens zweiwöchigen Streik ein

Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL wird es ab Montag unbefristete Streiks geben. Bahnreisende in Nordrhein-Westfalen müssen sich daher wieder auf zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Ab Mitternacht würden S-Bahnen, Nah- und Fernverkehr sowie der Güterverkehr bestreikt, sagte der nordrhein-westfälische Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Frank Schmidt, am Freitag in Düsseldorf. Betroffen sei das gesamte Land. Die Bahn kündigte Ersatzfahrpläne an. Der Landesbetrieb Straßenbau will weitestgehend auf Tagesbaustellen verzichten, um die Verkehrslage auf den Straßen zu entspannen.

Nach Schmidts Worten wollen die Lokführer so lange streiken, bis die Bahn ihre Unterschrift unter den eigenständigen Lokführertarifvertrag setzt. «Ich stelle mich auf mindestens zwei Wochen Streik ein», sagte Schmidt. Streikpausen soll es nicht geben.

Bevor sie den eigenständigen Tarifvertrag der Lokführer unterschreibt, verlangt die Bahn ihrerseits die Unterschrift der GDL unter einen Grundlagentarifvertrag. Dieser soll gewährleisten, dass sich der eigenständige Lokführertarifvertrag «konflikt- und widerspruchsfrei» in das Gesamttarifsystem der Bahn einfügt. Die GDL befürchtet aber vor allem, dass die Bahn dann über Ausgliederungen von Lokführern den eigenständigen Tarifvertrag umgehen könnte.

Die Bahn kündigte angesichts der Streiks einen «eingeschränkten, aber stabilen Fahrplan» an. Welche Züge fahren, könnten Reisende und Pendler unter der kostenlosen Hotline 08000 99 66 33 oder im Internet unter bahn.de/aktuell erfahren. Angestrebt werde, im Regionalverkehr bis zu 50 Prozent der Züge einzusetzen. Außerdem will die Bahn im Ersatzverkehr eigene Busse anbieten. Auf den Fernreisestrecken Köln/Bonn-Hannover-Berlin und Köln-Frankfurt-Basel sollen die ICE-Züge im Zweistundentakt fahren.

Bahnkunden, die ihre Reise wegen streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen nicht antreten können, erstattet die Bahn eigenen Angaben zufolge die Fahrkosten. Bis Ende März könnten die Fahrgäste ihre Tickets kostenlos umtauschen oder erstatten lassen, hieß es. In den Verkehrsverbünden seien eigene Regelungen gültig. Bei Zugausfall oder verpassten Anschlusszügen durch den Streik könnten Bahnkunden zudem den vorherigen oder nachfolgenden Zug nutzen, auch wenn dieser höherwertig sein sollte.

Wegen der angekündigten Streiks rechnet der Landesbetrieb Straßenbau in den kommenden Tagen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen im Land. Damit der ohnehin schon rege Autoverkehr am Montagmorgen nicht zusätzlich behindert werden, seien die Autobahnmeistereien angewiesen worden, so weit es geht auf Tagesbaustellen zu verzichten, sagte der Geschäftsführer des Landesbetriebs, Winfried Pudenz. Fest installierte Großbaustellen könnten hingegen nicht kurzfristig zurückgebaut werden.

(Redaktion)


 


 

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