Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Fachwissen Fortbildung
Weitere Artikel
Arag-Experten

Rechtstipps für die Generation Praktikum

Viele haben es im Laufe ihres Berufslebens bereits absolviert: ein Praktikum - oder auch mehrere. Sei es als unvergütetes Schülerpraktikum, als Pflichtpraktikum während des Studiums oder als erster, gering bezahlter Job, der in frisch gebackenen Hochschul-absolventen Hoffnung auf einen geeigneten Berufseinstieg weckt.

Doch was genau ist bei einem Praktikum zu beachten? Was unterscheidet es von einem Arbeits- oder Ausbildungs-verhältnis und welche Rechte und Pflichten sind damit verbunden? ARAG Experten geben Antworten:

Unter dem Begriff des Praktikums werden die unterschiedlichsten Tätigkeiten zusammengefasst. Nach dem gesetzlichen Wortlaut sind „echte“ Praktikanten Personen, die ohne Arbeitsentgelt eine in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit verrichten.

Theorie und Praxis stimmen nicht immer überein

Doch wie so oft driften in der Realität Theorie und Praxis weit auseinander und nicht immer kann von einem „echten“ Praktikantenverhältnis gesprochen werden. So wird häufig die Bezeichnung Praktikum verwendet, obwohl es sich in Wahrheit um ein normales Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis handelt. Von normalen Arbeitnehmern unterscheiden sich Praktikanten aber dadurch, dass bei ihnen die Ausbildungsabsicht im Vordergrund steht;  von Auszubildenden dadurch, dass es sich um keine geordnete Ausbildung in einem anerkannten Lehrberuf handelt. Als umgangssprachlich (unechter) Praktikant ist oftmals eine Person gemeint, die nicht unbedingt ein vorgeschriebenes, sondern ein ihrem beruflichen Fortkommen förderliches Praktikum ableistet und dafür durchaus auch ein Arbeitsentgelt erhalten kann.

"Unechte Praktikanten": Vergütungspflicht und Urlaubsanspruch

Aber warum ist die Unterscheidung zwischen Arbeitnehmern, Auszubildenden „echten“ und „unechten“ Praktikanten überhaupt wichtig? Für Arbeitnehmer, Auszubildende und „unechte“ Praktikanten gelten die Vorschriften des Arbeitnehmerschutzrechts, also insbesondere die Vergütungspflicht, der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen sowie die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall . Diese gelten für „echte“ Praktikanten, also für Personen, die im Rahmen ihres Hochschul- oder Fachhochschulstudiums ein Praktikum absolvieren, grundsätzlich nicht.

Mancher Arbeitgeber verwendet die Bezeichnung Praktikant, obwohl in Wirklichkeit kein klassisches Praktikantenverhältnis vorliegt, eben um arbeits- und sozialrechtliche Schutzvorschriften zu umgehen, insbesondere die Vergütungspflicht. Entscheidend für die Einordnung, ob es sich um ein Praktikumsverhältnis handelt oder nicht, ist jedoch die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit - und nicht die Bezeichnung die der Arbeitgeber verwendet.

(Redaktion)


 


 

Pflichtpraktikum
Praktikant
Tätigkeit
Vergütungspflicht
Auszubildenden
Person
Arbeitsentgelt
Arbeitgeber
Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Pflichtpraktikum" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

1 Kommentar

von Thomas M.
30.11.11 17:05 Uhr
Auch Praktikanten haben durchaus Anspruch auf eine Vergütung

Interessanter Artikel, jedoch stimmt es nicht, dass Praktikanten grundsätzlich keinen Anspruch auf Urlaub und Vergütung haben. Nach Prof. Schade, Experte für Praktikumsrecht, hat der Arbeitgeber bei einem freiwilligen Praktikum die Pflicht zur Vergütung des Praktikanten und muss Urlaub gewähren.
Quelle: http://www.meinpraktikum.de/bewerben/rechte

 

Entdecken Sie business-on.de: