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Primärmarkt der Börse Düsseldorf

Neue Plattform für Unternehmensanleihen

Die Börse Düsseldorf hat mit dem Primärmarkt ein Segment geschaffen, in dem künftig Unternehmen und erfahrene Anleger auf Augenhöhe zueinander finden können. Damit reagiert die Börse auf die negativen Entwicklungen bei kleinen und mittleren Anleihen im deutschen Finanzmarkt.

Der Primärmarkt ist ein Listingsegment im Freiverkehr der Börse Düsseldorf, in dem Aktien, Anleihen und weitere Produkte wie zum Beispiel Genussscheine notieren. „Emittenten im Primärmarkt haben sich durch das Regelwerk der Börse dazu verpflichtet, besondere Publizitätsstandards einzuhalten und den Anleger fortlaufend mit allen wichtigen Informationen rund um das Unternehmen zu versorgen. Diese Transparenz wollen wir bei Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen noch verbessern“, sagt Thomas Dierkes, Vorstand der Börse Düsseldorf. Um die Wahrnehmung von Risiken, insbesondere für Privatanleger, zu verbessern, wurden im Primärmarkt für das Listing von Unternehmensanleihen drei Subsegmente geschaffen. In welches Subsegment eine Anleihe eingeordnet wird, hängt vom Abstand der Emissionsrendite zum risikolosen Referenzzins, dem Durchschnittszinssatz der 3- bis 5jährigen Bundesanleihen, ab. Die Subsegmente sind mit den Buchstaben A, B und C neutral benannt. In den Primärmarkt A können Anleihen aufgenommen werden, deren Emissionsrendite maximal bis zu 2 Prozent über dem risikolosen Zins liegt, in Primärmarkt B die Anleihen, deren Emissionsrendite zwischen 2 und 4 Prozent beträgt und in Primärmarkt C alle Papiere, deren Emissionsrendite einen Abstand von mehr als 4 Prozent zum risikolosen Zins aufweist. Laufende Anpassungen dieser Zuordnung erfolgen nicht. Nachfolgende Anleihen desselben Emittenten werden unabhängig von der Voremission entsprechend der beschriebenen Systematik neu eingeordnet.

Alternative für langfristige Fremdkapitalfinanzierung

Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der Börse Düsseldorf AG: „Es wäre falsch, diese Form der Unternehmensfinanzierung von der Börse zu verbannen, denn insbesondere durch die zunehmende Regulierung brauchen Unternehmen Alternativen für langfristige Fremdkapitalfinanzierungen.“ Elberskirch weiter: „Diese neue Segmentierung soll Anlegern die mit einer Investition verbundene Risikoposition noch deutlicher machen, aber auch ein Angebot an besonders bonitätsstarke Unternehmen sein, die mit ihren Zinssätzen deutlich unter dem bisher in diesen Segmenten Üblichen liegen.“

Keine Ratingpflicht

Die Emittenten erfüllen die Regelpublizität bestehend aus Jahres- und Halbjahresberichten sowie den Ad-hoc-Informationen. Die Verpflichtung für ein Rating besteht künftig nicht mehr, dafür werden die Angaben zur genauen Ausgestaltung der Anleihe bezüglich Sicherheiten, Garantien und Covenants deutlicher herausgestellt und die Emittenten liefern bestimmte Finanzkennzahlen gemäß „DVFA Bondkommunikation“. Alle Angaben zu den Emissionen werden auf der Internetseite der Börse auf der obersten Ebene der jeweiligen Anleihe veröffentlicht. Anleger können sich damit auf einen Blick ein umfassendes Bild machen und auch die historische Entwicklung der Daten verfolgen. Da die Informationen sehr verständlich dargestellt werden, können Privatanleger künftig Chancen und Risiken noch klarer als bisher erkennen und ihre Entscheidungen besser informiert treffen.

Der Primärmarkt ist auch die neue Heimat für Unternehmensanleihen, denen bislang das Segment „mittelstandsmarkt“ zur Verfügung stand. Mit der Einstellung des mittelstandsmarktes wechseln die Emittenten eno Energie, Euroboden, Friedola, Hahn Immobilien, Hallhuber und Seidensticker in den Primärmarkt. Die übrigen Emittenten werden ihre Notierung im allgemeinen Freiverkehr der Börse fortführen. Auch Unternehmensanleihen aus dem bisherigen Primärmarkt, wie beispielsweise die Anleihe der StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke sind im „neuen“ Primärmarkt dabei.

(Redaktion)


 


 

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