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„Quality Intelligence schafft Mehrwerte“

Im Interview: Miika Kuoppamäki von Qentinel

business-on sprach mit Miika Kuoppamäki, dem Deutschland-Geschäftsführer von Qentinel über Quality Intelligence®, vernetzte Systeme und Industrie 4.0.

Miika Kuoppamäki ist gebürtiger Finne und hat in Oxford und Wuppertal Organisationsführung und Wirtschaftswissenschaften studiert. Stationen seiner Karriere waren die Werbeagentur DDB, wo er als Strategischer Planer tätig war und Unternehmen wie Nokia und Visa, bei denen er für Produktentwicklung, Vertrieb und Geschäftsentwicklung verantwortlich war. Seit 2013 ist er Deutschland-Geschäftsführer von Qentinel.

bon: Herr Kuoppamäki, Quality Intelligence heißt Ihr Ansatz – was macht Qentinel genau?

MK: Qentinel ist der „nordische Marktführer“ für kaufmännische und technische Dienstleistungen zur Qualitätssicherung . Ein Schw ERP unkt liegt dabei auf der Einführung und Qualitätssicherung von technischen Produkten und Software-Implementierungen, wobei aber auch Hardware einbezogen wird. Wir begleiten beispielsweise die Einführung von ERP-Systemen (Anm. d. Red.: Enterprise Ressource Planning) wie SAP oder Oracle. Läuft eine solche Software nicht richtig, ist das nicht nur ein Problem des IT-Verantwortlichen, sondern des gesamten Unternehmens, weil ohne eine funktionierende ERP-Software heutzutage nichts mehr geht: es können keine Rechnungen mehr gestellt werden, keine Materialien mehr bestellt werden, es wird nichts mehr verkauft, weil alle Daten über das System laufen. Aber Software gibt es auf unterschiedlichsten Ebenen in jedem Bereich der Industrie, sowie zunehmend in Consumer-Produkten. Wir haben Kunden aus der produzierenden Industrie, dem Handel und aus dem Dienstleistungssektor, aber auch aus den Bereichen Versicherung, Bankwesen und Telekommunikation.

bon: Sichern Sie die Qualität vor der Einführung von Produkten oder ist das ein begleitender Prozess?

MK: Sowohl als auch. Wir steigen oft schon während der Planungsphase ein und ermitteln gemeinsam mit dem Kunden dessen individuellen Bedarf. Wir suchen mit ihm gemeinsam Partner, die passende technische Produkte anbieten können und übernehmen die Qualitätssicherung schon während der Entwicklung, damit später das heraus kommt, was heraus kommen soll. Qentinel gibt es mittlerweile seit 12 Jahren – damit sind wir alt genug, um unsere Arbeitsweisen gut definiert und umfangreiche Erfahrungen gesammelt zu haben, aber auch jung genug, um nicht festgefahren zu sein. Oft ist es bei Unternehmen so, dass sie nach einer Weile festgefahren sind und die Innovation stirbt. Vor einigen Tagen hat sich der finnische Premier über Apple beschwert, weil sie Nokia kaputt gemacht hätten – was natürlich Blödsinn ist ... wir haben eine freie Marktwirtschaft mit einem freien Wettbewerb und schon Philip Kotler hat gesagt ‚Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen: Unternehmen, die sich verändern und Unternehmen, die aufhören, zu existieren. Quality Intelligence (QI) ist ein Beispiel für Innovation.

bon: Quality Intelligence ist ein Begriff, den Sie geprägt haben?

MK: QI ist unsere Marke, unser Produkt. Es bedeutet, dass Qualität in der Arbeit eines Unternehmens hilft, intelligente Entscheidungen zu treffen. Wir glauben, dass der Mehrwert eines Systems zunimmt, sobald Unternehmen gute Entscheidungen diesbezüglich treffen. Und das beginnt schon bei der Planung und der richtigen Auswahl von Instrumenten. Der Erfolg eines Projektes hängt von einer guten Vorbereitung und deren Genauigkeit ab. Verschiedene Studien sagen, dass weltweit rund 40 Prozent aller größeren IT-Projekte scheitern, also deutlich teurer werden oder deutlich länger dauern als geplant oder die geplanten Ziele nicht erreicht werden. Oft auch gibt es auch eine Kombination aller drei Faktoren. Und die Qualität an sich wird dabei noch nicht einmal in Betracht gezogen.

bon: Qualität ist ja ein weiter Begriff – was verstehen Sie darunter?

MK: Wir definieren Qualität in vier Dimensionen. Es fängt mit der Nützlichkeit an. Ein System muss in die Unternehmensprozesse passen und aus geschäftlicher Sicht sinnvoll sein, damit es von Nutzen ist. Die zweite Dimension ist die technische Qualität, d.h. das eine Implementation den gestellten Anforderungen entsprechen muss. Die dritte Dimension ist die Prozessqualität, also die korrekte Implementierung und der richtige Betrieb eines Systems. Die letzte Dimension wird oft vernachlässigt, ist aber auch enorm wichtig: die von Nutzern empfundene Qualität. Mitarbeiter stellen sich bei einem neuen System naturgemäß die Frage: Macht das meine Arbeit leichter? Oder ist vielleicht sogar das Gegenteil der Fall. Im schlimmsten Fall wird ein System nur widerwillig oder gar nicht genutzt. Daher beziehen wir die Nutzer immer in die Planung ein.

bon: Usability ist also ein wichtiger Faktor Ihrer Arbeit?

MK: Ja, absolut. Ich vergleiche IT-Systeme gerne mit gutem Burgunder: Wie ein guter Wein ist auch ein gutes IT-System ein Stück Lebensqualität. Ein qualitativ hochwertiges IT-System bietet in gewisser Form auch Lebens- oder besser: Arbeitsqualität. Wir wollen Nutzern von IT-Systemen das Leben angenehm machen. Wir sehen zwei Seiten von QI, einerseits ist es eine Dienstleistung, anderseits ein Messverfahren. Mit der Dienstleistung untersuchen wir die systemischen Fähigkeiten eines Unternehmens. Mit systemischen Fähigkeiten meine ich, dass ein Software-System vorhanden ist, funktioniert und durch sinnvolle Nutzung den erwünschten Mehrwert für das Unternehmen bringt. Ziel unserer Arbeit ist immer, Optimierung in drei Bereichen zu erlangen: In Bezug auf Qualität, Effektivität und Effizienz der operativen Arbeit des Unternehmens. Dabei gehen wir von der Technik und der IT aus, schauen uns aber auch die Arbeitspraktiken des Unternehmens an. Wenn wir beispielsweise über Industrie 4.0 reden, geht es im weitesten Sinne um die Vernetzung von IT-Systemen. Dabei ist QI ein Instrument, mit dem wir Unternehmen helfen, Industrie 4.0-Lösungen zu definieren und zu implementieren. Dabei untersuchen wir Prozesse in ihrer Systemwirkung und finden Wege diese in IT-Systemen abzubilden. Und damit sind nicht nur industrielle Fertigungsprozesse gemeint. Auch Banken und Versicherungen haben die gleichen Möglichkeiten, ihre Effizienz durch Vernetzung zu verbessern. Oder denken Sie an Logistikunternehmen, die sehr genau wissen müssen, was wann wo ist und wohin es soll.

bon: Wie gehen Sie genau vor, wenn Sie beauftragt werden?

MK: Wir nutzen eine System Dynamics Analyse, eine wissenschaftliche Methode, bei der man Interdependenzen der verschiedenen Einflussfaktoren in die Bewertung mit einbezieht. Damit können wir definieren, in welchen Bereichen beispielsweise eine Produktivitätssteigerung den größten Einfluss auf das Geschäftsergebnis des Unternehmens hat. Wenn wir also zehn Stellen finden, an denen wir eingreifen könnten, erstellen wir eine Prioritätenliste, um mit dem geringsten Aufwand den größten Nutzen zu erzielen.

Meine persönliche Meinung ist, dass Smart Jobs der Weg ist, in Zukunft Arbeitsplätze in Zentraleuropa zu schaffen. Und die Menschen in diesen Jobs helfen die verschiedenen Funktionen in Unternehmen durch Datentechnologie miteinander zu vernetzen. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben von QI – und kann Unternehmen in Bezug auf ihre Wettbewerbsfähigkeit sehr weit nach vorne bringen. Während der System Dynamics Analyse legen wir Messpunkte fest, die wir dann mit QI-Analytics Werkzeugen messen. Dann berichten wir den Einfluss der durch die vorgeschlagene Optimierung erreichten Verbesserungen. Wir messen den Fortschritt. Wir sagen also nicht nur, dass wir die Mehrwertschöpfung steigern können, sondern wir zeigen das auch durch Messungen. Denn es kann nur verbessert werden, was gemessen wird.

Oft müssen wir auch übersetzen, denn IT-Spezialisten reden gerne in Bits und Bytes, während Entscheider in der Regel in Euro denken. Da gilt es, eine gemeinsame Sprache zu schaffen. Das ist auch die Hauptaufgabe der QI – die Schaffung von Mehrwerten durch intelligentere Nutzung von existierenden oder neu einzuführenden IT-Systemen. Einer unserer Kunden hat beispielsweise nach der Analyse nicht nur ein neues ERP-System eingeführt, sondern auch seine Organisationsstrukturen geändert, um das System besser nutzen zu können und ist so deutlich effizienter geworden. Es geht also im Endeffekt darum, nicht nur eindimensional IT-Systeme zu verändern, sondern das systemische Ganze des Unternehmens zu optimieren, um den maximalen Nutzen zu bekommen.

bon: Herr Kuoppamäki, vielen Dank für das Gespräch.

(Dirk Schäfer)


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Quentinel GmbH / Quentinel GmbH


 

Miika Kuoppamäki
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