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Quergedacht: Die Tuchel-Kolumne

Was die Sterne sagen

Im alten Rom ergründeten Auguren aus dem Flug und dem Geschrei der Vögel, ob ein geplantes Unternehmen den Segen der Götter haben würde. Dschinghis Khan soll auf Anraten seines Astrologen seine Kriege beendet haben. Ein krisenfester Job, Denn bis heute sind Sternendeuter Ratgeber auf höchster Ebene.

Astrologie ist eine ernste Sache. Elisabeth Teissier, die am Samstag ihren 80. Geburtstag feierte, kann davon offenbar gut leben. Seit Jahrzehnten befragt die studierte Philologin die Sterne nach der Zukunft. Zu ihren treuesten Kunden zählte nach eigenem Bekunden der damalige französische Präsident François Mitterand.

Auch Boris Jelzin soll sich nach den Sternen richten und der ehemalige spanische König Juan Carlos sich für sein Horoskop interessieren. Damit stehen Politiker und Monarchen nicht alleine da. Laut einer Emnid-Umfrage lesen 35 Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig ihr Horoskop. Und 25 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: "Die Sterne bestimmen oder beeinflussen unser Leben."

Ich bin in der glücklichen Lage schon seit einigen Monaten zu wissen, was das Leben mir noch so bringt. Auf Anraten eines Freundes und erfolgreichen Geschäftsmannes besuchte ich die Krefelder Astrologin Karin Trunz. Sie ist seit 1965 im Geschäft und berät hauptsächlich Männer, viele aus der Führungsriege und das nach eigenen Aussagen weltweit. Ich rief sie an und hatte ihren Mann an der Strippe, der mein Geburtsdatum und meine Geburtszeit sowie die Schwangerschaftswoche meiner Geburt wissen wollte. Auch die Daten meines Mannes wurden erfragt.

Heute schon an morgen denken

Mithilfe eines weltweit einmaligen Computerprogramms, das ihr Mann in den 80-er Jahren geschrieben hatte, bereitete sich Karin Trunz dann auf unseren Termin vor. Vor der zierlichen Frau lagen meterlange Ausdrucke. Sie legte los und ich schrieb mit. Was mir am besten gefiel: Ich habe einen Blick für eine gesunde Lebensweise, ich bin eine gute Beraterin und das, was ich tue, tue ich sauber und ordentlich.

Das liegt vermutlich daran, dass mein Lieblingsbuch in der Kindheit „Die Struwwelliese“ war, aber das konnte Frau Trunz nun wirklich nicht wissen. Im Übrigen hat sie auch meinen Tinnitus vorausgesehen, denn sie sprach von „komischen Geräuschen“. Meinem Mann prophezeite sie, dass er nicht in der gemeinsamen Wohnung bleiben werde und seitdem weigert er sich, mit mir über die anstehende Frühjahrsrenovierung zu sprechen.

Rund 150 Millionen Euro sollen Astrologen in Deutschland jährlich umsetzen, Schätzungen gehen sogar von einer Viertel Milliarde Euro aus, die für Beratungen, Literatur, Seminare und andere astrologische Angebote ausgegeben werden. Warum dann nicht gleich das Business mit der Lehre von den Sternen und Sternbildern kombinieren?

Der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christof Niederwieser bietet ein Online-Studium der Wirtschaftsastrologie an. Das nächste Basis-Seminar für 790 Euro startet im Oktober. Aber auch „AstroKommunikation“, „AstroStrategie“, „AstroPersonal“ und „AstroBranding“ hat er im Portfolio.

Was mir noch fehlt, wäre das Seminar „AstroBörse“. Das würde ich sofort buchen.

(Susan Tuchel)


 


 

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