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Ratgeber Kündigung Teil 1

Zwischen Kündigung und Beschäftigungsende

Wer eine ordentliche Kündigung erhält oder selbst fristgemäß kündigt, sollte die geltenden Kündigungsfristen kennen. Denn bis zu deren Ablauf besteht das Arbeitsverhältnis fort. Arbeitnehmer müssen weiterhin Ihre Arbeit erledigen und beziehen dafür die volle Vergütung. Die Rechts-Experten der ARAG haben zusammengestellt, woraus sich Kündigungsfristen ergeben, wann sie zu laufen beginnen und was zu beachten ist.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist oft eine emotionale Extremsituation. Kein Wunder, dass es vielen Arbeitnehmern schwerfällt, nach einer ordentlichen Kündigung weiter zur Arbeit zu gehen. Auch wer selbst fristgemäß kündigt, hat dazu häufig keine Lust mehr: Er ist in Gedanken bereits beim neuen Job. Doch das Arbeitsrecht ist hier eindeutig: Grundsätzlich ist bei jeder ordentlichen Kündigung die Kündigungsfrist zu wahren. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Selbst nach Aussprache der fristgemäßen Kündigung dauert das Beschäftigungsverhältnis erst einmal fort. So sind ausscheidende Arbeitnehmer verpflichtet, bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiter für Ihren Arbeitgeber tätig zu sein – außer sie werden freigestellt. Der Anspruch auf die im Arbeitsvertrag vereinbarte Entlohnung bleibt bestehen. Davon profitieren beide Seiten. Der gekündigte Arbeitnehmer steht nicht unvermittelt auf der Straße, sondern kann sich aus zunächst finanziell abgesicherter Position heraus einen neuen Job suchen. Und der Arbeitgeber gewinnt seinerseits an Planbarkeit, denn bei Fortgang eines Mitarbeiters hat er Zeit, die freigewordene Stelle mit einem geeigneten Kandidaten neu zu besetzen.

Woraus resultiert die Kündigungsfrist?

Bei der Kündigungsfrist handelt es sich um die Zeitspanne, die zwischen Zugang der ordentlichen Kündigung und dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses liegt. Sie kann sich aus einem Gesetz, Tarifvertrag oder dem Arbeitsvertrag ergeben. Der einfachste Fall: Es existieren weder ein Tarifvertrag, der auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden wäre, noch spezielle Regelungen im Arbeitsvertrag. Dann gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. Anders ist es, wenn es einen entsprechenden Tarifvertrag gibt, aber im Arbeitsvertrag eine andere Frist festgesetzt wurde oder die Kündigungsfrist aus Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag von der gesetzlich geforderten abweicht. In diesen Fällen muss die geltende Kündigungsfrist individuell festgestellt werden.

Im Kündigungsschreiben muss die Kündigungsfrist laut ARAG Experten nicht erwähnt sein. Es genügt zu erklären, dass man das bestehende Arbeitsverhältnis fristgemäß kündigen möchte. Wird kein Datum zur Beendigung angegeben, ist dieses anhand der geltenden Frist zu errechnen.

Juristische Unterstützung

Häufig ist bei einer ordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht zweifelsfrei klar, welche Kündigungsfrist tatsächlich einzuhalten ist. Zudem wird manchmal außer Acht gelassen, dass die aufgrund eines Tarifvertrags geltende oder im Arbeitsvertrag genannte Frist länger ist als die vom Gesetz vorgeschriebene. Die Folge: Entlohnungsansprüche werden erst spät oder sogar gar nicht erhoben. Bei Unsicherheiten sollte man sich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen, damit man am Ende nicht unwissentlich auf Geld verzichtet, das einem rechtlich zusteht.

Zum zweiten Teil des Ratgebers (Kündigungsfristen 2) geht es hier.
Zum dritten Teil des Ratgebers (Abfindungen 1) geht es hier.
Zum vierten Teil des Ratgebers (Abfindungen 2) geht es hier.

(lifePR)


 


 

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