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  • 28.10.2014, 03:00 Uhr
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  • Düsseldorf / Mittlerer Niederrhein
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IHK-Analyse

Der Niederrhein steht vor großen Herausforderungen

Die Region Mittlerer Niederrhein - und damit auch der Rhein-Kreis Neuss - steht vor großen Herausforderungen. Dies zeigt die Analyse „Der Mittlere Niederrhein im Regionenvergleich“ der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Für die Studie wurde die IHK-Region mit anderen deutschen Regionen ähnlicher Größe anhand von 24 volkswirtschaftlichen Indikatoren verglichen. „Das Ergebnis zeigt, dass der Niederrhein einige Achtungserfolge erzielen kann. Wenn wir mit deutschen Spitzenregionen mithalten wollen, müssen wir allerdings die Standortbedingungen für die Wirtschaft in unserer Region weiter verbessern“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen das Resultat der Studie zusammen. Insbesondere die Vergleichsregionen aus Baden-Württemberg schnitten bei der Analyse durchweg besser ab. Der Rhein-Kreis Neuss sticht bei diesem Ergebnis heraus und schneidet bei 23 der 24 Indikatoren besser ab als die Gesamtregion Mittlerer Niederrhein.

Entwicklung der Exportkraft, Produktivität und Kaufkraft

Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Region seit 2005 bei der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sowohl gegenüber den Vergleichsregionen als auch dem bundesdeutschen Durchschnitt an Boden verloren hat. Der Rhein-Kreis punktet mit einer hohen Produktivität und einem hohen Wohlstandsniveau beim BIP je Einwohner. Dennoch war das Wachstum des BIP in NRW und Deutschland von 2005 bis 2012 merklich höher als im Rhein-Kreis. „Dies sind Hinweise dafür, dass auch der Rhein-Kreis seine guten Standortbedingungen weiter verbessern muss, um seine Wettbewerbsfähigkeit auf einem hohen Niveau zu halten“, so IHK-Vizepräsident Dr. Michael Werhahn.

Arbeitsmarktlage zeigt ambivalentes Bild

„Die Beschäftigtenzahl steigt, und die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Entwicklung in den Vergleichsregionen sowie durchschnittlich in Deutschland insgesamt war in den vergangenen Jahren allerdings günstiger“, erklärt Werhahn. Der Niederrhein weist laut der IHK-Studie eine im Deutschland-Vergleich überdurchschnittliche Quote an jungen und älteren Erwerbslosen sowie Langzeitarbeitslosen auf. Daraus folgt, dass auch die eng mit diesen Arbeitsmarktfaktoren verbundene Sozialhilfequote überdurchschnittlich hoch ist.

Logistikbranche als Chance

„Eine substanzielle Reduzierung der Arbeitslosigkeit erreichen wir nur durch Neuansiedlungen von Unternehmen“, appelliert der Vizepräsident. „Insbesondere die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach schneiden weniger gut bei den Arbeitsmarktindikatoren ab. Dennoch ist die Senkung der Arbeitslosigkeit eine regionale Herausforderung, die auch den Rhein-Kreis Neuss betrifft.“. Die IHK verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der gesamte Niederrhein aufgrund der guten Verkehrsinfrastruktur vor allem für die Logistikbranche eine interessante Region ist.
Diese Branche hat zudem das Potenzial, die Arbeitslosigkeit im Bereich der genannten Risikogruppen zu senken. Die IHK hatte in einer früheren Studie fünf Premiumflächen identifiziert, die für eine Weiterentwicklung der Logistik in der Region große Bedeutung haben. Im Rhein-Kreis Neuss gehört zu diesen Premiumflächen unter anderem das Gebiet Silbersee in Dormagen und Neuss dazu.

„Öffentliche Haushalte“ auf Sparkurs

Bei den Indikatoren „Realsteueraufbringungskraft“ und „gemeindliche Steuerkraft“ liegt der Mittlere Niederrhein im Mittelfeld. „Vor allem die regionale Wirtschaft sorgt durch ihre Steuerzahlungen dafür, dass die Region kein Einnahmenproblem hat“, erklärt Werhahn. Dennoch wird bei den kommunalen Schulden der höchste Wert erzielt. Auch der Rhein-Kreis weist hier ein hohes Niveau aus. „Für die Wirtschaft ist es wichtig, dass die Städte und Gemeinden solide Finanzen aufweisen. Sonst können wichtige Infrastrukturprojekte nicht realisiert werden. Daher sollten die Kommunen vor allem durch Sparen bei den Konsumausgaben ihre Haushaltslage verbessern“, sagt der Vizepräsident.

(Redaktion)


 


 

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