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Rettungspaket

DEG-Gesellschafter im Schulterschluss

Euphorie, gegenseitiges Schulterklopfen und Aufbruchsstimmung. Die Eminenzen der DEG, allen voran Rechtsanwalt und OB-Geisel-Intimus Peter Kluth, stellten jetzt die Rettungspläne vor, die erstklassiges Eishockey in Düsseldorf auf drei Jahre garantieren sollen. Alle Beteiligten beschworen: Mit Sicherheit.

Eben diese Sicherheit fehlte in den letzten Jahren regelmäßig bei Saisonstart. Ausschließlich die persönliche Bank-Bürgschaft des Gesellschafters Peter Hoberg sicherte die jeweilige Spielzeit. Diese Summe belief sich beizeiten sogar auf über drei Millionen Euro. Durch ein neues Sponsoringkonzept soll damit ein für allemal Schluss sein.

OB Thomas Geisel zum Schulterschluss der Gesellschafter: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es wurde erreicht, die DEG in den nächsten drei Jahre auf ein solides wirtschaftliches Fundament zu stellen.“

Erste Erfolge wurden vermeldet. So wurde die Sponsoringsumme von 700.000 innerhalb weniger Wochen auf 1,4 Millionen Euro verdoppelt. Zwölf Sponsoren sollen neu dazugewonnen worden sein. Wer die neuen Geldquellen sind – womöglich auch Tochtergesellschaften der Stadt – soll in naher Zukunft bekannt gegeben werden. Der Grund: Nicht jede Zusage wurde bislang in trockene Tücher gebracht.

Das zweite große finanzielle Standbein bildet der neugegründete Club 2020, der eine dreijährige Mitgliedschaft für jährlich 5.000 vorsieht

50 neue Mitglieder hat der Club bereits, macht real eine Summe 250.000 Euro, 100 sollen es bis Jahresende werden, was 500.000 Euro in die Kasse spülen würde. Wie gesagt „würde“. Der DEG ist es jedenfalls zu wünschen

Strukturelles Defizit

Warum dieser Weg bislang noch nicht erfolgreich beschritten wurde, lag bei der DEG in einem „strukturellen Defizit“, so Kluth. Das Sponsoring war schlichtweg unterentwickelt. Dies mag auch ein Grund dafür zu sein, dass der Vertrag mit GF Paul Specht nicht verlängert wurde. Dr. Peter Kluth, Geschäftsführer Düsseldorf Holding: „Wir suchen jemanden, der das Profigeschäft versteht und ein professionelles Umfeld schafft.“ Auch hier sei man in Gesprächen.

Es scheint ein Fluch auf den beiden populärsten Profi-Mannschaften und sportlichen Aushängeschildern der Landeshauptstadt zu liegen. Schließlich musste auch das Rasenpendant, sprich Fortuna Düsseldorf, durch dunkle Jahre marschieren. Ebenso die DEG, die nach dem Ausstieg des damaligen Hauptsponsors Metro am Rande des Ruins stand. Da trat der russische Industrielle Mikhail Ponomarev auf den Plan. „Er war der erste und einzige, der mir zu Seite sprang“, so Peter Hoberg. Nachdem Ponomarev nun seine Anteile an Hobergs Bruder Stephan übertrug, war der Weg frei für die neue DEG, nämlich die auf zukünftig finanziell stabilen Beinen. Hoberg: „Jetzt bricht eine neue Zeit an.“ Als Gegenleistung wird nun von der Mannschaft erwartet, jedes Jahr die Play-Offs zu erreichen.

Mietrückstand von 23 Millionen

Ehrgeizige Ziele müssen nun verfolgt werden, denn Eishockey scheint ein defizitärer Sport zu bleiben. Siehe das Beispiel der Hamburg Freezers, die in der kommenden Saison nicht mehr antreten werden, da der amerikanische Investor nach Jahren der Verluste sich nur noch auf eine Mannschaft in der DFL konzentrieren möchte. Und schließlich steht die DEG mit rund drei Millionen Euro Mietrückstand bei der Stadt, sprich bei den Einwohnern, in der Kreide, die sich zusätzlich zu erstklassigem Eishockey und DEL-Meisterschaft vielleicht erstklassiges Schulinventar und bezahlbaren Wohnraum wünschen. Bestimmt würde Dr. Peter Kluth nach seiner Mission DEG auch dafür Pro bono Klinken putzen gehen. Es würde sich ebenfalls lohnen.

(Manfred Fammler)


 


 

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