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SchuldnerKlima-Index

Deutsche neigen weiter zur Überschuldung

Der SchuldnerKlima-Index hat sich im Winter zwar um zwei Punkte erhöht, aber das Risiko der Deutschen, sich zu überschulden, bleibt erhöht. Die Überschuldungsampel der Deutschen bleibt damit auf „hellrot“. Auch die Neigung zum Sparen ist nur leicht angestiegen.

Der SchuldnerKlima-Index verbessert sich zwar im Vergleich zum Herbst 2014 um knapp zwei Punkte, bleibt aber mit aktuell 93,6 Punkten weiterhin deutlich im „roten Bereich“. Das ist das Kernergebnis der aktuellen repräsentativen Winterumfrage von Boniversum. „Unsere Herbstprognose hat sich bestätigt und das SchuldnerKlima hat sich im Winter nur leicht verbessert. Die Überschuldungsampel der deutschen Verbraucher bleibt damit auch zum Jahresbeginn auf hellrot. Für die nächsten Monate gehen wir weiter von steigenden Schuldnerzahlen aus“, sagt Boniversum-Geschäftsführer Ralf Zirbes. Die aktuellen und zukünftigen Einschätzungen der Verbraucher zur eigenen wirtschaftlichen Lage haben sich im Winter leicht verbessert. Aktuell bewerten wieder rund 25 Prozent (Herbst 2014: 23 Prozent) ihre wirtschaftliche Lage mit einer guten oder sehr guten Schulnote. Auch der Blick in die Zukunft hat sich wieder leicht aufgehellt. Rund 27 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass ihre wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten gut oder sehr gut sein wird. Im Herbst 2014 waren 25 Prozent von einer positiven zukünftigen Lage ausgegangen. Die Sparneigung hat sich im Winter nur leicht verbessert und befindet sich immer noch auf einem niedrigen Stand. Aktuell geben 28 Prozent (+ 2 Punkte) der Verbraucher an, regelmäßig zu sparen. „Im Winter legen die Deutschen immer noch wenig Geld beiseite, was sicher mit dem extrem niedrigen Zinsniveau zusammenhängt. Die Verbraucher bewerten Sparen immer noch als schleichende Geldentwertung“, erklärt Ralf Zirbes den nur leichten Anstieg der Sparneigung.

Mehr Kredite trotz Schuldenstress

Im Winter beabsichtigt mehr als jeder dritte deutsche Verbraucher (34 Prozent), in den nächsten Monaten Anschaffungen mit Krediten zu finanzieren. Geplant sind wie im Herbst 2014 überwiegend Kredite für kleinteilige Konsumgüter wie TV, Computer oder Küchengeräte. Lichtblick: Die aktuelle Kreditnutzung ist hingegen leicht rückläufig, allerdings geben weiterhin noch 64 Prozent der Verbraucher an, Kredite oder sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu haben. Die deutschen Verbraucher haben im Winter wieder etwas weniger Schuldenstress als noch im Herbst. Rund 14 Prozent der Deutschen haben häufiger das Gefühl, dass ihnen ihre finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen könnten. Andererseits geben über 56 Prozent (+2 Punkte) der Verbraucher an, Personen aus ihrem persönlichen Umfeld zu kennen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Der Anteil der Frauen, die an „subjektivem Schuldenstress“ leiden, hat sich in diesem Quartal verringert - der Anteil der Männer hat sich nochmals erhöht. Der weiterhin hohe gemessene Schuldenstress korrespondiert auch im Winter 2014/15 mit der Haltung der Deutschen zum Schuldenmachen - mehr Verbraucher (26 Prozent) als noch im Herbst geben an, Schulden grundsätzlich abzulehnen.

Arbeitsplatzsicherheit und „Sorgenprofil“

Dennoch zeigen sich die meisten deutschen Verbraucher wie im Vorjahr in der Bewertung ihrer Zukunftschancen und der Sicherheit ihrer Arbeitsplätze überwiegend optimistisch - bei allerdings leicht zurückgehender Tendenz. Vier von fünf Verbrauchern glauben, dass ihr Arbeitsplatz für die nächsten drei Jahre sicher ist. Zudem haben sich die Sorgen der deutschen Verbraucher um ihre eigene künftige finanzielle Sicherheit im Vergleich zum letzten Winter nur leicht verringert. „Steigende Lebenshaltungskosten“ sowie „steigende Energiepreise“ bleiben weiterhin vorne im „Sorgen“-Ranking.

Weitere Informationen zum SchuldnerKlima-Index Deutschland gibt es hier.

(Redaktion)


 


 

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