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  • 28.07.2014, 14:18 Uhr
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Selbstständigkeit

Nebenberuflich selbstständig: Das ist wichtig bei Anmeldung und Steuern

Vor allem wenn die Kinder noch klein sind, verdienen sich viele zuhause bleibende Mamas oder Papas mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit etwas dazu. Im Grunde genommen gelten dabei die gleichen Regeln wie für hauptberuflich Selbstständige. Allerdings können "kleine" Selbstständige von Ausnahmeregelungen profitieren. Denn wer nur einen geringen Umsatz bzw. Gewinn hat, dem macht das Finanzamt das Leben nicht ganz so schwer.

Gewerbetreibende müssen ihren Betrieb innerhalb eines Monats nach Eröffnung persönlich beim Gewerbeamt anmelden. Das Gewerbeamt informiert dann das Finanzamt über die Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit, und das Finanzamt schickt dem Selbstständigen ein Formular mit dem Namen "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" zu. Das bedeutet auch: Gewerbetreibende müssen dem Finanzamt nicht unaufgefordert ihre Betriebsaufnahme mitteilen – verboten ist es aber natürlich nicht. Wer die steuerliche Anmeldung möglichst zeitgleich mit der Gewerbeanmeldung vornehmen will, kann das Finanzamt schon vor Erhalt des Fragebogens kontaktieren und so die Anmeldung beschleunigen.

Das Gewerbeamt informiert außerdem weitere Behörden und Institutionen, zum Beispiel die Gewerbesteuerstelle der Gemeinde, das Gewerbeaufsichtsamt, die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer sowie die Berufsgenossenschaft .

Freiberufler und alle anderen nicht gewerblich tätigen Selbstständigen müssen sich unaufgefordert beim Finanzamt melden und dort den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" anfordern. Am einfachsten ist es, sich telefonisch beim Finanzamt zu melden und um Zusendung des Fragebogens zu bitten. Die steuerliche Anmeldung hat innerhalb eines Monats nach Betriebsaufnahme zu erfolgen.

Gewerbetreibender oder Freiberufler?

Unter einem Gewerbe versteht man jede wirtschaftliche Tätigkeit mit Ausnahme freiberuflicher oder landwirtschaftlicher Tätigkeiten, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird.

Was also ist eine freiberufliche Tätigkeit? Welche Unternehmer Einkünfte aus freiberuflicher Arbeit erzielen, bestimmt § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Es wird zwischen drei Gruppen unterschieden: den freiberuflichen Katalogberufen, den ähnlichen Berufen und den weiteren freiberuflichen Tätigkeiten. Der Zugang zu der Einkunftsart ist an zwei zentrale Bedingungen geknüpft: Die selbstständige Tätigkeit muss eigenverantwortlich und leitend ausgeübt werden.

Bilanz oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung?

Kaufleute und Gewerbetreibende mit einer Eintragung im Handelsregister sind zur ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet – Freiberufler und Gewerbetreibende ohne Eintragung im Handelsregister ermitteln den Gewinn durch eine deutlich einfachere Einnahme-Überschuss-Rechnung.

Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer-Regelung?

Grundsätzlich auf muss alle Umsätze Umsatzsteuer berechnet und an den Fiskus abgeführt werden. Im Gegenzug gibt es die Umsatzsteuer aus den Eingangsrechnungen vom Finanzamt als Vorsteuer erstattet.
Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen also Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Darin geben sie an, wie viel Umsatzsteuer sie aus ihren Rechnungen erhalten haben und wie viel Vorsteuer aus Rechnungen anderer Unternehmer sie gegenrechnen möchten. In welchem Rhythmus diese Erklärungen abgeben müssen, hängt von der Steuerschuld des Vorjahres ab:

  • Liegt sie über 7.500 Euro, so ist eine monatliche Voranmeldung abzugeben.
  • Liegt die Steuerschuld des Vorjahres zwischen 1.000 Euro und 7.500 Euro, muss die Umsatzsteuer nur vierteljährlich vorangemeldet werden.
  • Bei einer Steuerschuld unter 1.000 Euro, ist eine Voranmeldung der Umsatzsteuer nicht notwendig, sodass die Umsatzsteuer nur jährlich fällig wird.
  • Existenzgründer müssen generell im Jahr der Gründung sowie im Folgejahr eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung abgeben, im dritten Jahr erfolgt dann eine Voranmeldung nach den tatsächlichen Zahlen.

Das Gegenrechnen der Vorsteuer kann in den regelmäßigen Umsatzsteueranmeldungen erfolgen, muss es aber nicht. Ist im Laufe des Jahres nicht klar, ob bestimmte Kosten überhaupt als Betriebsausgaben absetzbar sind, so kann bis zur endgültigen Umsatzsteuererklärung gewartet werden, bis die Vorsteuer geltend gemacht wird.

Die sogenannte Kleinunternehmerregelung sorgt dafür, dass dieser Grundsatz aufgehoben werden kann, wenn der Umsatz im Vorjahr unter 17.500 Euro gelegen hat und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro liegt. Nutzt ein Unternehmer die Kleinunternehmerregelung, muss er auf seine Umsätze keine Umsatzsteuer erheben – bekommt aber im Gegenzug auch keine Vorsteuererstattung.

Wie bezahlen Selbstständiger Steuern?

Spätestens mit der ersten Steuererklärung, die einen Gewinn ausweist, wird der Fiskus Vorauszahlungen auf laufende Gewinne haben wollen. Grundsätzlich ist die Basis dabei der festgestellte Gewinn aus der Steuererklärung.

Selbstständige sollten diese fälligen Steuern immer im Blick haben, denn gerade Gründer sind schon an diesen Vorauszahlungen finanziell gescheitert – nicht zuletzt wegen der nachträglichen Vorauszahlungen. Die ergeben sich bei sehr spät ergangenen Steuerbescheiden durch die fälligen Vorauszahlungen für vergangene Jahre.

Nachzahlungen können aber auch gestundet oder herabgesetzt werden, wenn die Gewinne in den betreffenden Jahren deutlich geringer waren. Einfacher ist es aber, die Vorauszahlungen auch ohne Steuerbescheid dadurch zu sichern, dass man als Selbstständiger einen festen Prozentsatz vom Gewinn beiseitelegen.

(Redaktion)


 


 

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