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Serie Business-Diplomatie / Folge 22

Ihr Stil entsteht im Kopf des anderen

Was macht uns neben Fachwissen und Führungskompetenz erfolgreich im Business? Unser Stil, unsere persönliche Note, so individuell und unverwechselbar wie unser Fingerabdruck.

Stil setzt sich aus vielen Komponenten zusammen wie Auftreten, Gestik und Mimik, Kommunikationsverhalten und vielem mehr. Etwa 20 Prozent unseres Stils ist sichtbar in der Art, wie wir uns kleiden, in der Frisur, im Outfit. Rund 80 Prozent liegen im Verborgenen und sind der Spiegel der inneren Haltung, des Charakters.

Verwechseln Sie Stil nicht mit Styling. Styling oder Style charakterisiert bestimmte Moderichtungen. Ohne Frage ist die passende Kleidung wichtig, um angemessen im Geschäftsleben aufzutreten. Aber: „Eleganz heißt nicht, ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben!“ - hat der italienische Modezar Giorgio Armani einmal gesagt.

Stil hat auch mit Etikette zu tun, mit den Regeln des Umgangs untereinander. Erfunden hat die Etikette Ludwig der XIV. Der „Sonnenkönig“ übte in Versailles Macht durch Etikette(n) aus. Jede Person am Hof erhielt eine Etikette, die festlegte, nach wem und vor allem vor welcher Person sie die Gemächer des Königs betreten durfte. Seitdem hält man sich an die Etikette.

Der ehemalige Protokollchef eines Stuttgarter Weltunternehmens Dr. Dieter Bosch fasste das für unsere Zeit so zusammen: „Stil ist die Summe der Etikette, prägt das Erscheinungsbild und erzielt Wirkung durch Atmosphäre. Stil erst erzielt Wertschöpfung.“ Für ihn sind Stil und Etikette keineswegs überholt: „Im Zeitalter der Globalisierung treffen viele Kulturen aufeinander. Stil und Etikette sind dabei zeitgemäßer denn je. Sie sind es, die den Umgang der Menschen, die Geschäfte miteinander machen, regeln.“

Eigentlich möchte jeder einen eigenen Stil haben, sich von der Masse abheben. Das erfordert Mut und Geduld. Ich kann Ihnen nur raten: Leben Sie Ihren Stil. Zeigen Sie Profil und Charakter. Dann fallen Sie nicht nur ins Auge, sondern bleiben im Gedächtnis.

Alles eine Frage des Stils

Was gehört zum eigenen Stil?

  • Das komplette Erscheinungsbild von der Frisur bis zu den Schuhen
  • Gestik und Mimik, Beinhaltung und nicht zu vergessen: der Händedruck
  • Tonalität, vom gesprochenen Wort bis zu kleinen Lauten, das eigene Lachen
  • Körperhaltung und Wortwahl

1. Wer entscheidet über meinen Stil?

  • Sie selbst beim Blick in den Spiegel
  • Ihr Gegenüber. Denn Ihr Stil entsteht im Kopf des anderen. Manchmal passt der Stil, den der andere sieht, nicht zu Ihrem Stil. Aber Vorsicht: Jede Begründung Ihres Stils verschlechtert ihren Stil.

2. Kann ich Stil lernen?

  • Ja, z. B. durch eine Stil- und Farbberatung
  • In Seminaren für Körpersprache, Rhetorik, Stil und Etikette.

Mein Tipp als Business-Diplomat: Nehmen Sie im Coaching oder in Seminaren nur das an, was Ihre Authentizität stärkt. Bleiben Sie sich selbst treu, denn alles, was maskenhaft und nicht authentisch ist, wird Ihnen früher oder später zum Nachteil gereichen. Dann wird Ihnen im schlimmsten Fall die sprichwörtliche Maske vom Gesicht gerissen.

Ihr Stil ist Ihr Kapital. Mit Wissen um Stil und Etikette, der richtigen Körpersprache und gekonnter Kommunikation verleihen Sie sich Ausdruck und hinterlassen einen Eindruck, der langfristig zum Erfolg führt. „Stil ist die Kleidung der Gedanken“, wusste bereits der englische Staatsmann und Schriftsteller Philip Dormer Stanhope Lord Chesterfield im 18. Jahrhundert. Wählen Sie Ihre „Garderobe“ also sorgfältig aus.

(Wulf Hinnerk-Vauk)


 


 

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