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Serie zum Thema Coaching VII

Coach werden – macht das Sinn?

Coach zu werden ist für viele ein Traum, Menschen kommen zu einem hin, man kann helfen, beraten und bekommt das ganze auch noch fürstlich bezahlt. Klingt toll, aber ist das die Realität?

Die sieht leider deutlich bescheidener aus. Wer als Coach seinen Lebensunterhalt verdienen will, hat es - je nachdem - nicht leicht. Der Markt ist gut bestückt mit Coaches aller Art, da fällt es schwer, sich zu positionieren und seine Klienten zu finden. Unproblematisch ist es in der Regel, wenn sich eine Tätigkeit als Coach an eine andere berufliche Tätigkeit ankoppelt. So werden zum Beispiel Trainer, die für Unternehmen arbeiten oft von ihren Auftraggebern angesprochen, ob sie auch coachen. Hier besteht also schon eine tragfähige Kundenbeziehung, die sich oft leicht weiter ausbauen lässt. Ebenfalls relativ leicht ist der Einstieg für Berater anderer Bereiche, die ebenfalls oft von ihren Kunden  angesprochen werden, ob sie nicht auch coachen.

Einen guten Einstieg liefert generell ein gutes berufliches Netzwerk, Menschen, die in Unternehmen arbeiten, die Bedarf an Coaching haben. Wer dann  ins Netzwerk die Info einspeist, man habe sich als Coach qualifiziert und biete sich nun als solcher an, bekommt oft schnell Anfragen. Grundsätzlich gilt für alle, die bereits beruflich viel Erfahrung und viele Kontakte mitbringen, die wegen ihrer (bisherigen) fachlichen Kompetenz bereits anerkannt sind, dass sie relativ gut daran anknüpfen können.

Sinnvoll ist auch, wenn man eine ganz eigene thematische Ausrichtung im Coaching anbieten kann, sei es durch entsprechende Branchenkenntnis und eigene Berufserfahrung oder sonstiges Spezialwissen, das dann gerne als sogenannte „Feldkompetenz“ bei der Beauftragung gesehen wird.  Wer bereits als Selbstständiger beratend unterwegs ist findet ebenfalls oft leichter  den Einstieg in den Markt.

Jeder braucht's, nicht jeder kann's bezahlen

Schwierig wird es dagegen, wenn man keine Anknüpfungspunkte hat, keine speziellen beruflichen Vorkenntnisse, kein „eigenes“ Thema, sondern lediglich  eine Art „Bauchladen-Coach“ ist – und das für jedermann/frau. Auch solche Coaches kann und muss es geben, denn es besteht kein Grund diese Dienstleistung nur für Führungskräfte  oder gar Manager zu sehen. Coaching kann jeder brauchen, aber nicht jeder kann es auch bezahlen.

Mit Coaching verdienen die wenigsten Coaches ausschließlich ihr Geld. Die weitaus meisten haben andere Einkommensquellen, das macht auch Sinn. Wer als Coach arbeitet soll wirtschaftlich nicht davon abhängig sein, sonst läuft er Gefahr einen Auftrag anzunehmen, auch wenn er vielleicht nicht  wirklich dafür geeignet ist. Wenn man von Honorarsätzen hört, die jenseits von 250€ die Stunde liegen, so sind das Coaches, die in der Regel in einem schwerer zugänglichen Markt für größere Unternehmen oder das obere Management arbeitet. Der normale Durchschnittssatz liegt eher bei 120 – 150€ die Stunde. Aber das ist für einen Normalverdiener, der vielleicht Bedarf an Coaching hat auch schon viel Geld. Deshalb gibt es eben auch Coaches, die für unter 100€  die Stunde arbeiten, Sätze von 60€ oder 80€ sind da keine Seltenheit. Solche Coaches arbeiten dann aber in der Regel nicht für größere Unternehmen oder Top-Führungskräfte.

Der lange Weg: Vorsicht vor Illusionen!

Hier teilt sich der Markt. Für die Coaches, die sich in diesem Bereich tummeln (und da gibt es dann besonders viele) ist es schwer ein stabiles Einkommen aus Coaching zu generieren. Der Weg ist lang, es braucht viel Zeit, häufig kommen Klienten hier nur über Mund-zu-Mund-Propaganda. Deshalb macht es Sinn, in einem solchen Fall nicht aus dem Nichts heraus in eine Selbstständigkeit als Coach zu starten.  Besser ist dann oft, es zunächst als eine Art Nebentätigkeit neben einem regulären Job anzubieten und dann zu schauen, wie sich das ganze entwickelt.

Kurzum, es will gut erwogen sein, wenn man davon träumt, seinen Lebensunterhalt als Coach zu verdienen. Noch gibt es Bedarf, sagen verschiedene Studien. Aber jeder, der diesen Weg beschreiten will, sollte sich keinen Illusionen hingeben.

(Do Fritzsche)


 


 

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