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Studie zur Wirtschaftskriminalität

Spionagealarm: Unternehmen investieren in die IT-Sicherheit

Laut einer Studie halten über die Hälfte aller mittelständischen deutschen Unternehmen Spionage und Informationsdiebstahl oder -verlust für die größten Risiken, denen sie ausgesetzt sind. Genau die Hälfte der Befragten hat außerdem angegeben, sich vor Hackerangriffen zu fürchten. Daher wollen auch fast 30 Prozent in den nächsten zwei Jahren in IT-Sicherheit investieren.

Korruption hingegen macht weit weniger Kopfzerbrechen: Nur 29 Prozent bewerten sie als ein reales Risiko. Die Studie des Sicherheitsunternehmens Corporate Trust hat zusammen mit dem Handelsblatt erhoben, wie es um das Gefahrenbewusstsein der deutschen Unternehmen bestellt ist. Befragt wurden dafür Geschäftsführer, Vorstände, Sicherheitsverantwortliche sowie IT- und Personalleiter in mittelständischen Unternehmen aller Branchen.

Vier Milliarden Schäden im Jahr

Problematisch sei, dass viele Unternehmen nicht ausreichend über Wirtschaftskriminalität Bescheid wüssten, meint Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts: "Genau deshalb unterschätzen sie das Risiko, selbst Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werden und investieren zu wenig in Präventionsmaßnahmen.". Durch Wirtschaftskriminalität ist in Deutschland im Jahr 2007 ein Schaden von vier Mrd. Euro entstanden. Die Dunkelziffer dürfte beträchtlich sein. Viele Unternehmen verschweigen, dass sie Opfer derartiger Delikte sind, um Imageschäden zu vermeiden. Zudem werden viele Fälle erst gar nicht aufgedeckt. Um in Zukunft besser gerüstet zu sein, wollen 53 Prozent ihre Mitarbeiter zum Thema Wirtschaftskriminalität schulen lassen.

Mittelständler tragen das größte Risiko

Die Umfrage zeigt zudem, dass die Unternehmensgröße Einfluss darauf hat, wie hoch das Risiko ist, ein Opfer von Untreue, Unterschlagung, Betrug, Korruption oder Industriespionage zu werden. Mit dem größten Schaden haben größere Mittelständler zu kämpfen, die zwischen 50 und 250 Mio. Euro Umsatz machen. Großunternehmen und Kleinunternehmen sind hingegen weniger gefährdet.

Oft sind Plappermäuler das Informationsleck

"Fast alle Konzerne haben die Sicherheitsabteilung als Schutzschild", begründet Christian Schaaf, Chef der Sicherheitsberatung Corporate Trust, dieses Phänomen. Mittelständische Unternehmen seien hingegen meist nicht auf derartige Angriffe vorbereitet. Oft passiert Industriespionage aber auch einfach durch Leichtsinnigkeit der Mitarbeiter, die in der Öffentlichkeit bereitwillig über interne Angelegenheiten Auskunft geben.

(Redaktion)


 


 

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