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Spobis 2019

Neue Wege für die Sportbranche

Die Gedanken eines Fahrgastes in einem fahrerlosen Taxi lesen und ihm seine Lieblingspizza bestellen: Auf Europas größtem Sportbusiness-Event Spobis wagte Iskender Dirik von Microsoft ScaleUp Ausblicke in ein von künstlicher Intelligenz gesteuertes Marketing im Jahr 2029. Bis dahin müsse zwar noch einiges geschehen, das Stichwort „Innovation“ zog sich dennoch wie ein roter Faden durch viele der knapp 150 Veranstaltungen im Düsseldorfer CCD Congress Center. Häufig ging es hierbei um technische Neuerungen, aber auch um aufstrebende Märkte wie E-Sports und um Organisationsstrukturen von Brands, Verbänden oder Sportvereinen.

Deutlich wurde, dass sich das E-Sports Ökosystem formiert. Der Publisher Riot Games hat im November 2018 seine erste Franchise-Liga für das Computerspiel „League of Legends“ fixiert. Zehn teilnehmende Teams zahlen insgesamt 90 Millionen Euro Antrittsgebühren –darunter der FC Schalke 04 mit acht Millionen Euro. Sport1 startete Ende Januar mit eSPORTS1 gar einen eigenen Sender für den elektronischen Sport.

Verbände und Ligen mit neuen Geschäftsmodellen

Der DFB erkundet mit Philips neue Technologien. In der zunächst für 2 Jahre angelegten Partnerschaft wurde bereits ein mobiles Ultraschallsystem entwickelt. Per Smartphone bedienbar soll es Diagnosen am Spielfeldrand erleichtern und insbesondere im Breitensport das Fehlen von Mannschaftsärzte kompensieren. Innovativ sind auch die Slogans der europäischen Fußball-Ligen für ihre internationale Vermarktung. Während die Bundesliga mit „Football as it´s meant to be“ auf Purismus und traditionelle Werte setzt, entgegnet ihr spanisches Pendant mit „It´s not football. It´s LaLiga.“ und suggeriert das gewisse Extra – einen neuen Mehrwert.

Vereine zwischen Sportplatz und Tochterfirmen

Die TSG 1899 Hoffenheim gab auf dem Spobis Einblicke in die Arbeit mit ihren Spielern. Geschäftsführer Peter Görlich sprach von einem Trend zu individualisierten Messmethoden, um unter anderem die Stressverarbeitung von Athleten festzustellen und daraus didaktische Schlüsse für die Trainingsplanung zu ziehen. Der FC Bayern erhofft sich auf anderer Ebene Vorteile durch Innovation. Mit der Washington Post als Vorbild hat der Tabellendritte der Bundesliga sein eigenes Content Management System gebaut und verkauft nun Lizenzen an Mitstreiter. Ein Abnehmer ist Dynamo Dresden. „Diese Vereine zeigen sich gerne als Digitalpartner des FC Bayern“, so Stefan Mennerich von der Tochterfirma FCB Digital & Media Lab. Teil solcher Partnerschaften sind ebenso digitale Infrastruktur, Backend und Hosting – virtuelle Systeme, die Bayern in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom AG und SAP entwickelt hat. So machen sich die Münchener nicht nur unabhängig von dritten Dienstleister, sondern profitieren auch von eigenen Kunden. Dass Innovation aber auch beim großen FC Bayern nicht auf allen Ebenen der übergeordnete Maßstab ist, zeigte die Abschlussveranstaltung auf der Hauptbühne mit Karl-Heinz Rummenigge. Dort verriet er, dass er keine E-Mails mehr schreibt und insbesondere brisante Mitteilungen seit den Football Leaks nur noch per Post versendet.

(Titus Lambertz)


 


 

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