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Starke regionale Unterschiede

NRW-Arbeitsmarkt blieb zum Jahresende robust

Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen hat sich im Dezember 2019 weiter robust gegen konjunkturelle Schwankungen gezeigt. Zum Jahresende waren im Dezember in NRW mit 624.359 Menschen 6.200 Personen mehr arbeitslos gemeldet als einen Monat zuvor.

Der Anstieg in der Arbeitslosigkeit fiel damit - aufgrund der im Vergleich zu den Vorjahren schwächeren Konjunktur - etwas stärker aus als für die Jahreszeit üblich. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosigkeit in NRW jedoch weiterhin unter der des Vorjahres. Zudem stieg auch die Zahl der in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung angestellten Menschen weiter. Bis Mitte 2020 erwartet Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf niedrigem Niveau. „Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen steigt regelmäßig im Dezember. 2019 ist dieser Anstieg etwas stärker als für die Jahreszeit üblich ausgefallen“, so Torsten Withake. „Grund ist der Einfluss einer aktuell abgeschwächten Konjunktur, die aktuell nicht mehr so stark ist wie noch vor einem Jahr.“ Aufs Ganze gesehen reagiere der Arbeitsmarkt aber robust auf die Phase der Abkühlung, die die NRW-Wirtschaft vor allem im vergangenen halben Jahr durchgemacht habe. So liege die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt weiter unter der des konjunkturell starken Vorjahres. Auffällig sei, wie unterschiedlich einzelne Branchen auf die aktuellen Herausforderungen reagierten: „Der Arbeitsmarkt in NRW zeigt sich zweigeteilt: In konjunktursensible Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, also zum Beispiel in der Metallbearbeitung oder im Maschinenbau, steigen aktuell die Arbeitslosenzahlen. Doch gleichzeitig entstehen weiter neue Arbeitsplätze in den Dienstleistungsbranchen, angefangen bei der Pflege bis hin in die IT-Berufe.“

Regionale Unterschiede

Auch regionale habe die Entwicklung am Arbeitsmarkt unterschiedliche Richtungen eingeschlagen, sagte Withake: „In Regionen, die vom Dienstleistungssektor geprägt sind, hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr nicht oder nur geringfügig zugenommen. Dagegen zog in Südwestfalen oder Ostwestfalen die Arbeitslosigkeit an. Hier sind viele Menschen im eher exportabhängigen produzierenden Gewerbe oder in Branchen wie der Logistik oder der Zeitarbeit beschäftigt, die sensibler auf konjunkturelle Schwankungen reagieren.“ Doch gelte es auch hier, genau hinzusehen: „In beiden Regionen liegt das Ausgangsniveau bei der Zahl der Arbeitslosen sehr niedrig. Und nach wie vor weisen beide Regionen nach dem Münsterland die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf.“ Hinzu komme, dass der demografische wie der technologische Wandel zu einem steigenden Bedarf an Fachkräften führe: „Auch auf Arbeitsmärkten die konjunkturell sensibler reagieren, suchen viele Unternehmen und Betriebe nach Wegen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz nachlassender Aufträge zu halten. Andere Unternehmen sichern sich jetzt bereits Fachkräfte für die nahe Zukunft.“ So sei die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit dualer Berufsausbildung im Vergleich zum Vorjahr landesweit nur geringfügig um 0,3 Prozent gestiegen, bei Menschen ohne Berufsabschluss jedoch um 1,6 Prozent.

Withake erwartet, dass diese Entwicklung auch im Jahr 2020 anhalte: „Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr bis Mitte des Jahres weiter moderat steigen wird. Das ist der konjunkturelle Einfluss. Doch sind wir weit entfernt von den großen Arbeitslosenzahlen der Vergangenheit. Die Abkühlung hat ihre Spuren hinterlassen und wird dies auf moderatem Niveau auch weiter tun. Doch wird der Arbeitsmarkt sich auch 2020 weitestgehend robust gegen konjunkturelle Einflüsse zeigen.“

(Redaktion)


 


 

NRW-Arbeitsmarkt 2019
Torsten Withake
Bundesagentur für Arbeit NRW

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