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Zehnstündige Verhandlung

Tarifkonflikt in der nordwestdeutschen Stahlindustrie beigelegt

Der Tarifkonflikt in der nordwestdeutschen Stahlindustrie ist beigelegt. Arbeitgeber und IG Metall einigten sich in der Nacht zum Mittwoch in rund zehnstündigen Verhandlungen in Ratingen auf einen neuen Tarifvertrag. Er sieht 5,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt ab 1. März für die rund 85 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen vor, wie IG Metall und Arbeitgeber mitteilten.

Für Februar wurde eine Einmalzahlung von 200 Euro vereinbart. Die Ausbildungsvergütungen steigen monatlich um 70 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 14 Monaten bis 31. März 2009.

Die IG Metall war mit der Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt , mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat in die Tarifverhandlungen gegangen. Nach Angaben der Gewerkschaft wird die zuständige Tarifkommission über das Ergebnis am Nachmittag in Hagen beraten. Die abschließende Entscheidung werde aber erst nach ausführlicher Diskussion in den Betrieben in einer weiteren Sitzung der Tarifkommission am Montag getroffen.

Die IG Metall wertete das Verhandlungsergebnis als Erfolg. «Nur mit der klaren Bereitschaft zu Urabstimmung und Streik war dieses Verhandlungsergebnis möglich. Die gute wirtschaftliche Situation in der Stahlindustrie kommt jetzt auch dauerhaft bei den Beschäftigten an», sagte der IG-Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Stahl, Helmut F. Koch, bedauerte, dass «ein moderateres Ergebnis» nicht erzielt werden konnte. «Weitere Verhandlungen mit dem Ziel eines günstigeren Tarifabschlusses waren jedoch nicht erfolgversprechend. Ein Arbeitskampf in unserer Industrie hätte gravierende Auswirkungen auf unsere zahlreichen, auf eine reibungslose Belieferung mit unseren Produkten angewiesenen Abnehmerbranchen gehabt», sagte Koch. Immerhin sei es aber gelungen, die von der Gewerkschaft geforderten zusätzlichen freien Tage für ältere Beschäftigte «abzuwehren».

Zur Unterstützung der Tarifforderungen hatten sich laut IG Metall mehr als 39 000 Stahlbeschäftigte an Arbeitskampfaktionen seit Ende der Friedenspflicht am 1. Februar beteiligt. In der ostdeutschen Stahlindustrie werden die Verhandlungen am Donnerstag fortgesetzt.

(Redaktion)


 


 

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