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Guerilla Marketing

Interview mit Thorsten Schulte: Guerilla Marketing hat sich etabliert!

Guerilla Marketing hat sich in den letzten zwei Jahren stark etabliert. Dabei geht es nicht nur um Guerilla Marketing, sondern allgemein mehr um alternative Werbeformen. Dazu gehören auch Ambush, Ambient und Viral Marketing. Mehr über die Entwicklung der alternativen Werbeformen, erläutert der Marketing Experte Thorsten Schulte in einem Interview.

Zur Person:
Thorsten Schulte ist nach seinem Wirtschaftsstudium heute Marketing Manager in einem mittelständischen Unternehmen im Sauerland und Inhaber des Guerilla Marketing Portals. Er ist Experte für Guerilla Marketing, Fachbuchautor (Guerilla Marketing für Unternehmertypen), Guerilla Marketing Blogger, Veranstalter des Deutschen Guerilla Marketing Kongresses und Mitbegründer der Deutschen Guerilla Marketing Föderation.

Business-on.de: Die Märkte sind übersättigt. Werbung ist oft langweilig, wird in bestimmten Zielgruppen zunehmend unglaubwürdiger und viele Kunden sind genervt. Was setzt Guerilla Marketing der klassischen Werbung gegenüber?

Thorsten Schulte: Guerilla Marketing ist überraschend, rebellisch und unkonventionell. Wir leben in einer Zeit der übersättigten Märkte und es ist immer schwieriger die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit durch unkonventionelles bzw. originelles Marketing zu entlocken. Sogar kleine und mittelständische können mit geringem Budget Aufmerksamkeit wecken. Sie müssen einfach eine Idee haben.

Business-on.de: Noch vor wenigen Jahren galt Guerilla Marketing als spektakuläre Werbeform und viele Unternehmen schreckten davon zurück, Neues zu probieren. Wie hat sich der Markt entwickelt?

Thorsten Schulte: Man muss klar sagen, dass sich Guerilla Marketing in den letzten zwei Jahren stark etabliert hat. Dabei geht es nicht nur um Guerilla Marketing, sondern allgemein mehr um alternative Werbeformen. Dazu gehören auch Ambush, Ambient und Viral Marketing. Diese positive Entwicklung bestätigt auch eine Studie der Web Guerillas aus München. Die Zahlen belegen, dass inzwischen fünf Prozent der Budgets in alternative Werbeformen fließen, Tendenz steigend. Ich gehe sogar davon aus, dass man in den nächsten Jahren mit einer Verschiebung von fünf auf zehn Prozent rechnen kann.

Business-on.de: Wie erklären Sie sich den Durchbruch?

Thorsten Schulte: Guerilla Marketing war früher ein bisschen verrucht und hatte den kriegerischen Touch. Und viele Unternehmen hatten starke Vorbehalte, ob die alternativen Werbeformen tatsächlich funktionieren. Zudem wusste man einfach nicht, ob man für die Werbeinvestitionen den entsprechen Output erhielt. Das hat sich inzwischen eine Menge getan. Im Bereich Ambient Medien existieren heute evaluierende Zahlen, die deutlich belegen, wie erfolgreich eine Kampagne im Endeffekt ist. Es gibt genaue Angaben, in welchen Locations, welche Reichweiten erzielt werden. Außerdem hat das „Ambient Gütesigel“ dazu beigetragen, dass sich die ganzen Werbeformen etabliert haben. Auch im Viral Marketing gibt es inzwischen Erfolgsmessungen, wie zum Beispiel gut funktionierende Trackingtools, mit denen man genau nachvollziehen kann, wie oft der Viral Marketing Clip angeklickt und weiterempfohlen wurde und wie viele Besucher die Seiten besucht haben.

Business-on.de: Können Sie einige Beispiele von erfolgreichen Guerilla Aktionen vorstellen?

Thorsten Schulte: Mir hat die Kampagne des Spielherstellers Ravensburger Puzzle in Berlin gut gefallen. Dort, wo ein großes Haus abgerissen wurde und Steine herumlagen, hat man ein großes Pannel von Ravensburger aufgestellt. Nach dem Motto: Aus diesen Steinen, die hier zerstört wurden, können Sie folgendes Motiv wieder aufbauen - und daraus sollte ein Mega Puzzles entstehen.
Inzwischen werden immer mehr seriöse Themen transportiert. So hat zum Beispiel Greenpeace über die Abholzung des Regenwaldes einen Clip gedreht, der für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Oder die kolumbianische NGO "Conservation International", hat eine einfache Guerilla Aktion umgesetzt. Ihr Thema: Der Klimawandel. Dazu haben sie in den Parks von Bogota Eisskulpturen in Form bedrohter Tierarten aufgestellt. Die sind natürlich in der Sonne geschmolzen. Mit dezenten Aufklebern haben sie auf den NGO und die Folgen der Klimaerwärmung hingewiesen. Bei uns im Blog berichten wir regelmäßig über die Aktionen. Dass es immer mehr werden, ist natürlich erfreulich. Auf der anderen Seite wird es durch die Anzahl der Guerilla Aktionen für Unternehmen immer schwieriger aufzufallen.

Business-on.de: Was machen Unternehmen, wenn sie eine Guerilla Aktion umsetzen wollen?

Thorsten Schulte: Früher haben Unternehmen versucht, alles selbst zu machen. Mittlerweile hat man erkannt, dass man einen Expertenrat hinzuziehen muss. Entweder ist es so, dass die Unternehmen oder Agenturen Stabsstellen mit mehreren Mitarbeitern gründen. In kleineren Agenturen oder Unternehmen sind es manchmal nur zwei Mitarbeiter, die sich ganz speziell mit alternativen Werbeformen beschäftigen und Aktionen planen. Es gibt natürlich auch eine Vielzahl Fachagenturen auf dem deutschen Markt, die man auch zu Rate ziehen kann.

(Elita Wiegand)


 


 

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1 Kommentar

von Robert Nabenhauer
04.08.08 11:00 Uhr
Nabenhauer findet es auch toll!

Hallo Herr Schulte,

schön, dass ich Sie hier auch treffe. Es ist doch immer wieder schön, dass man die gleichen alten Bekannten trifft. Es zeigt sich dass Gleichgesinnte auch in den gleichen Portalen etc. zu finden sind. Ihnen weiterhin alles, alles Gute!

 

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