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TÜV-Test

Lichterketten mit lebensgefährlichen Mängeln

Etliche gefährliche Lichterketten, die die EU-Standards nicht erfüllen, haben es in den Handel geschafft. Im schlimmsten Fall kann der Gebrauch sogar tödlich enden. Das ist das Ergebnis eines verdeckten Tests von TÜV Rheinland.

"Von den 52 geprüften Lichterketten erfüllen 38 Lichterketten nicht einmal die Mindestan- forderungen der euro- päischen Norm", er- klärt Thomas Haupt, Experte für Produkt- sicherheit bei TÜV Rheinland. "Bei jeder fünften Lichterkette besteht sogar akute Stromschlag- oder Verbrennungsgefahr."

Die Experten von TÜV Rheinland kauften Mitte November 2012 in Baumärk- ten, 1-Euro-Läden oder im Internet 52 Lichterketten zum Preis von maximal 16 Euro. Bei allen gekauften Lichterketten handelte es sich um herkömmliche Konstruktionen. Doch allein dem EU-Mindeststandard hielten 38 der 52 Lichterketten nicht stand. Das heißt: Sie dürfen innerhalb der EU nicht verkauft werden.

Auf 250 Grad erhitzt

Neben fehlenden Sicherheitshinweisen fanden die Prüfer auch Konstruk- tionsmängel. "Bei sieben Lichterketten besteht akute Stromschlaggefahr", sagt Thomas Haupt. "Hier lassen sich beispielsweise Kabel einfach aus der Fassung lösen, so dass jeder Nutzer mit 230 Volt Spannung in Kontakt kommen kann. Das ist lebensgefährlich." Weitere fünf Lichterketten erreichten bei der Erwärmungsprüfung Temperaturen von über 100° Celsius. Trauriger Spitzenreiter war hier eine Lichterkette mit Temperaturen von knapp 250° Celsius.

Besonders negativ waren die Ergebnisse einer Weihnachtsmann-Fenster- dekoration, gekauft für 4,99 Euro. "Bei diesem Artikel ist wirklich nichts in Ordnung. Kabel lassen sich ohne jede Anstrengung lösen, der Stecker war nicht in Ordnung und die Lämpchen lassen sich nicht richtig wechseln. Alles in allem ist diese Weihnachtsdekoration eine einzige Gefahr für die Men- schen", fasst Haupt das Ergebnis zusammen.

Jede fünfte Kette im Test fällt durch

Trotzdem gibt es in diesem Jahr einen Hoffnungsschimmer: Im Bereich der schwerwiegenden Mängel wie Stromschlaggefahr ist die Mängelquote zu- rückgegangen. "In diesem Jahr sind zwar immer noch 20 Prozent der Lich- terketten aufgrund von schweren Mängeln durchgefallen, aber im Vergleich zu den Vorjahren können wir hier schon eine Verbesserung erkennen", fügt Tho- mas Haupt hinzu. Der TÜV hat seine Ergebnisse an die zuständige Bezirks- regierung weitergegeben, damit gefährliche Ketten nicht mehr weiterverkauft werden können.

Wer beim Kauf von Lichterketten auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Lichterketten mit LED-Technik setzen. Mittels eines Transformators wird hier die gefährliche Stromspannung von 230 Volt auf etwa 12 bis 24 Volt reduziert. Die Gefahr eines gefährlichen Stromschlags besteht somit nicht. Des Weite- ren können sich Lichterketten mit Leuchtdioden beim Ausfall von Lampen nicht erhitzen.

Alle Testergebnisse der Lichterketten sowie weitere Tipps zum sicheren Einkauf von Weihnachtsartikeln gibt es im Internet bei TÜV Rheinland.

(Redaktion)


 


 

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