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Landesweite Protestwelle

Über 500 Teilnehmer auf dem NRW-Architektentag erwartet

Über 500 Architektinnen und Architekten aus ganz Nordrhein-Westfalen werden heute Nachmittag in Düsseldorf zusammen kommen, um gegen die geplante Kappung ihrer Honorarordnung zu protestieren. Der NRW-Architektentag in der Düsseldorfer Rheinterrasse steht unter dem Motto „Die Zukunft der HOAI sichern - NRW-Architekten machen mobil!“

Der Protest der insgesamt 30.000 Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner im Lande richtet sich gegen das Vorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums, den Geltungsbereich der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (kurz: HOAI) auf die reine Planungsleistung zu reduzieren und den wichtigen Teil der Bauleitung und Bauüberwachung künftig dem freien Spiel der Marktkräfte zu überantworten. „Der Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums ist völlig unpraktikabel und würde de facto auf eine schleichende Abschaffung unserer Honorarordnung hinauslaufen“, erläutert Hartmut Miksch, der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Nicht akzeptabel sei auch die geplante Beschränkung der Gültigkeit der HOAI auf kleine Bauwerke mit einem Investitionsvolumen von maximal fünf Millionen Euro (bisher: 25 Mio. €). Damit würde gerade der aus städtebaulicher Sicht wichtige Sektor der mittelgroßen Wirtschafts- und Bürobauten nicht mehr von der qualitätssichernden Funktion der HOAI erfasst werden.

Preisdumping

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure habe sich über Jahrzehnte bewährt und sichergestellt, dass Verbraucher und Investoren bei der Vergabe von Planungsaufträgen eine qualitätvolle Leistung erwarten konnten. „Die Honorarordnung dient dem Schutz der Verbraucher“, betont Miksch. Der Novellierungs-Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium würde nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Architektenkammer nicht nur die Existenz vieler der rund 10.000 Architekturbüros in NRW gefährden, sondern auch der Bauqualität und der Baukultur in diesem Land erheblichen Schaden zufügen. „Wenn Planungsleistungen einem Preisdumping unterworfen werden, wird dies an erster Stelle zulasten der Qualität gehen“, prognostiziert der Präsident der Architektenkammer NRW.

Signal nach Berlin senden

Mit ihrem NRW-Architektentag zielt die Architektenkammer darauf ab, die Bedeutung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gegenüber den nordrhein-westfälischen Verantwortlichen aus Politik, Landesregierung und Verwaltung deutlich zu machen. „Zugleich wollen wir ein Signal aus Düsseldorf nach Berlin senden“, kündigt Hartmut Miksch an. „Wir fordern seit langem eine Novellierung der HOAI - aber in einer Form, die den Erfordernissen des Marktes sowie der Architekten und ihrer Auftraggeber Rechnung trägt.“ Die Architektenkammer NRW repräsentiert mit ihren 30.000 Mitgliedern etwa ein Viertel der deutschen Architektenschaft.

(Redaktion)


 


 

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Honorarordnung für Architekten
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