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  • 14.03.2016, 10:50 Uhr
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Über den Tellerrand

Die jungen Bravehearts wollen ihr Land nicht abschotten

Der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und der Anti-EU-Haltung

Das bedeutet, dass junge Menschen, die der besser gebildeten Mittelschicht entstammen und in den meisten Fällen eine Universität besuchen (37 Prozent), eher dem Verbleib im Vereinigten Königreich zugewandt sind. Andersherum gibt es nur 15 Prozent der anti-europäisch eingestellten jungen Wähler, die einen Universitätsabschluss anstreben oder besitzen.

Junge Leute ohne tiefgreifende Bildung, die der Arbeiterklasse entstammen, neigen eher dazu anti-europäisch eingestellt zu sein. Sie stimmten beim Referendum für einen Austritt Schottlands.

„Wenn Schottland durch ein zweites Referendum, welches es in der Zukunft geben wird, da bin ich mir sicher, unabhängig wird, dann werde ich nach Abschluss meines Studiums woanders hinziehen. Amerika, Australien, England…“, beschreibt Cameron Murphy, Student an der Universität Strathclyde, seine Zukunftsperspektiven.

Schottland alleine ist nicht groß genug, um seinen wirtschaftlichen und industriellen Standard zu halten. Dazu wird das Geld aus dem Königreich gebraucht. Zwar besitzt das Land große Ölvorkommen, die finanziellen Ressourcen reichen ohne Unterstützung aus London jedoch nicht aus. Das sieht man auch an der derzeit kritischen Arbeitslage, zum Beispiel in Aberdeen. Junge Menschen haben keine guten Jobaussichten, wenn Schottland unabhängig wird. Die meisten von ihnen möchten in große, wirtschaftlich starke Länder auswandern.

Zudem ist die politische Lage im Land unbefriedigend für viele. Mit der SNP können sich nur wenige Leute identifizieren, weil sie nationalistisch ausgerichtet ist und als der Verfechter der Unabhängigkeit Schottlands gilt. Um die Arbeiterpartei ist es seit den letzten Wahlen sowieso ruhig geworden. Viele junge Menschen wählen daher routinemäßig das, was ihre Eltern wählen. Oder eben gar nicht.

„Die Labour Partei wird erstmal nicht wiederkommen. Ich mag die Politik der SNP nicht, weil sie für die Unabhängigkeit Schottlands kämpfen. Im Moment gibt es keine Partei mit der ich mich identifizieren kann. Wenn ich wählen müsste, dann würde ich wahrscheinlich die Labour Partei wählen. Das aber auch nur, weil meine Eltern sie wählen“, fügt Cameron hinzu.

Versprechen, die Schottland allein nicht einhalten kann?

Nach den Versprechungen der schottischen Regierung an ihre Bürger, dass durch die Unabhängigkeit kostenlose Bildung, eine Verbesserung des Gesundheitssystems und eine Reduzierung der Steuern gewährleistet sein wird, fragen sich die meisten jungen Schotten: Wie will Schottland diese Versprechen einhalten ohne die Unterstützung des Königreichs?

Eine nachträgliche Referendumsumfrage des Parteichefs der Konservativen Partei, Lord Ashcroft, zeigt jedoch, dass 71 Prozent der 16- und 17-jährigen und 48 Prozent der 18-24-jährigen von der älteren Generation vor allem in finanzieller Hinsicht in der Zukunft benachteiligt würden, wenn Schottland unabhängig werden würde.

„Die leben in einer Art Traumwelt“, sagt Cameron abschließend.

Wie wird die Zukunft der jungen Leute in Schottland also aussehen? Wie schlecht steht es um die finanziellen und arbeitspolitischen Aspekte junger Schotten, wenn das Land unabhängig wird? Derzeit herrscht Unklarheit im Land. Falls es ein zweites Referendum geben wird, kann nur dieses Klarheit für die Zukunft tausender junger Schotten liefern.

Datenquelle: yougov.co.uk

(Carolin Kirchhoff)


 


 

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