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  • 20.12.2016, 15:59 Uhr
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Neuheiten bei der Erbschaftssteuer – das hat sich geändert

Die Neuregelung der Erbschaftssteuer war einer der großen politischen Knackpunkte des Jahres. Dabei ging es vor allem darum, die Überprivilegierung von Betriebserben zu korrigieren, die laut Bundesverfassungsgericht grundgesetzwidrig war. Hier gibt es alle wichtigen Informationen zum Thema noch einmal im Überblick.

Die wichtigsten Aspekte der Neuregelung

Das Hauptproblem bei der Neuregelung bestand darin, dass die Unternehmensbewertungen in vielen Fällen nicht präzise ausfielen. Wegen der sehr niedrigen Zinsen kam es immer wieder zu stark erhöhten Ergebnissen. Folgende Änderungen wurden deshalb im September 2016 beschlossen:

  • Ist ein Erbe von der finanziellen Situation überfordert, kann die fällige Steuer nicht mehr wie zuvor 10, sondern nur noch 7 Jahre gestundet werden. Dabei gibt es außerdem keine Zinsfreiheit mehr, sondern es kommt ab dem zweiten Jahr eine sechsprozentige Verzinsung und eine jährliche Tilgung in Höhe von 6 Prozent auf die Erben zu. Geht der Anteil an einen Dritten über, endet die Stundungsmöglichkeit.
  • Das Betriebsergebnis des Unternehmens wird maximal mit dem Faktor 13,75 multipliziert. Vor der Neuregelung war ein Faktor von maximal 12,5 vorgesehen
  • Bei großen Erbschaften ab 26 Millionen Euro gibt es künftig ein Wahlrecht. Der Erbe begleicht die Steuerschuld entweder aus seinem Privatvermögen oder der Erlass wird eingeschmolzen. Ab 90 Millionen Euro entfällt er ganz
  • Firmen mit bis zu 5 Mitarbeitern bleiben vom Nachweis des Joberhalts nach wie vor befreit

Da es sich bei den Angelegenheiten der Erbschaftssteuer um komplexe Prozesse handelt, empfiehlt es sich hier immer, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Geteilte Meinungen über Neuregelungen

Während Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und CSU-Chef Horst Seehofer sich sehr zufrieden mit der Neuregelung zeigten, war von Seiten der FDP Kritik zu vernehmen. Hier zweifelte beispielsweise Politiker Volker Wissing an der Verfassungsmäßigkeit der Neuausrichtung. Die Neuregelung spielt vor allem in Bezug auf die faire Besteuerung großer Vermögen eine Rolle. Hier bestehen Möglichkeiten entweder bei der Erhebung einer Vermögenssteuer oder bei der Erhöhung der Erbschaftssteuer.

Nichtzahlung der Erbschaftssteuer kann schwere Konsequenzen haben

Wozu die Nichtzahlung der Erbschaftssteuer führen kann, beweist ein aktueller Fall aus Gladbeck, wo der Erbe eines zweistelligen Millionenbetrages zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Strafe von 5.000 Euro verurteilt wurde, weil er die Erbschaftssteuer nicht gezahlt hatte.

(Redaktion)


 


 

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