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Charta

Unternehmen bekennen sich zur gesellschaftlichen Verantwortung

Als bundesweit erste haben 20 Unternehmen in Paderborn die Charta „Wirtschaft übernimmt Verantwortung“ unterzeichnet. Ziel dieser Aktion ist es, das bürgerschaftliche Engagement der deutschen Wirtschaft zum einen weiter zu forcieren und zum anderen mehr als bisher in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Unterzeichnung fand im Beisein des nordrhein-westfälischen Ministers Armin Laschet, zuständig für Generationen, Familie, Frauen und Integration, statt.

In einem symbolischen Akt wurde die Charta vor mehr als 200 Unternehmern an den in Nordrhein-Westfalen für das bürgerschaftliche Engagement zuständigen Minister Laschet auf einem Unternehmerabend überreicht. Eingeladen hatten dazu die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld und die Stadt Paderborn im Rahmen des derzeit in Paderborn stattfindenden Kongresses „Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen.

Große Resonanz

Mit der vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) initiierten Charta, der sich schon jetzt 70 weitere Unternehmen aus der Region anschließen werden, verpflichten sich die Unterzeichner nicht nur dazu, sich bürgerschaftlich zu engagieren, sondern auch andere Unternehmer dafür zu begeistern. „Nachdem wir schon beim bundesweiten Projekt Bürokratieabbau die ersten waren, wirkt die Region Ostwestfalen hier erneut als Leuchtturm für ein wichtiges politisches und gesellschaftliches Anliegen“, so Ortwin Goldbeck, Präsident der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Die Region Ostwestfalen sei als eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland prädestiniert, auch auf diesem gesellschaftspolitischen Gebiet eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Mittelstand liegt vorn

Vor allem mittelständische Unternehmen engagieren sich - einer aktuellen wissenschaftlichen Studie des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn zufolge - für die Gesellschaft weitaus mehr als die Öffentlichkeit wahrnimmt. Dabei lägen dem Engagement des Mittelstands in der Regel weniger wirtschaftliche und strategische Überlegungen zugrunde, als vielmehr persönliche Motive, Verantwortungsbewusstsein und Tradition. Diese Erkenntnisse, wurden jetzt auf dem Paderborner Kongress „Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen“ erstmals vorgestellt. 

96 Prozent der befragten Unternehmen engagieren sich  

Für die auf dem Kongress präsentierte Studie wurden rund 500 repräsentativ ausgewählte, deutsche Unternehmen aus allen Branchen mit mindestens zehn Mitarbeitern und mindestens einer Million Euro Jahresumsatz befragt. Das Ergebnis: 96 Prozent der deutschen Unternehmen in Deutschland, engagieren sich über ihr eigentliches Kerngeschäft hinaus zugunsten gesellschaftlicher Aufgaben. Bestimmt wird dieses Engagement hauptsächlich von den Führungskräften. Mehr als 60 Prozent der Befragten unterstützen unter anderem das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeiter, indem sie diese von der Arbeit freistellen oder technische Ausrüstung zur Verfügung stellen. Gefördert werden hauptsächlich unpolitische Institutionen und Projekte im Umfeld des Firmensitzes, wie Sportvereine oder Freizeitaktivitäten. Dabei verfolgt nicht einmal ein Drittel der befragten Unternehmen eine strategische Zielsetzung. „Besonders in mittelständischen Unternehmen sind die Beweggründe eher philanthropischer Natur“, erläutert Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun, Direktor des Forschungszentrums. Große Unternehmen dagegen gehen hier in der Regel strategischer vor. Mit planvollem Vorgehen, gezielten Kooperationen und professioneller Öffentlichkeitsarbeit nutzen sie „Corporate Social Responsibility“ und „Corporate Citizenship“ auch für den wirtschaftlichen Erfolg.

Gesellschaftliche Aufgaben der Wirtschaft

Vieles von dem, was heute von der Wirtschaft bereits auf hohem Niveau geleistet werde, gelte als selbstverständlich und werde als gesellschaftlicher Beitrag der Unternehmen kaum öffentlich wahrgenommen und politisch gewürdigt, so ein Fazit des Kongresses. Deshalb forderte Prof. Braun: „Wir brauchen in Deutschland endlich eine öffentliche Diskussion über Rolle und gesellschaftliche Aufgaben der Wirtschaft“. Diese Forderung bekommt umso mehr Bedeutung, da sich in Deutschland der Staat zunehmend aus wichtigen gesellschaftlichen Bereichen zurückzieht, um sich auf Kernaufgaben zu beschränken. „Mit einer besseren Vernetzung und größerer Öffentlichkeit könnte auch das gesellschaftliche Engagement der Unternehmen noch effektiver werden“, so Braun.

Bessere Zusammenarbeit

Für eine bessere Zusammenarbeit von engagierten Unternehmen untereinander und mit Non-Profit-Organisationen setzt sich deshalb das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ein. „In der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen profitieren Unternehmen nicht nur von neuen Denkweisen und Ideen“, betonte Prof. Thomas Olk, Vorsitzender des BBE-Sprecherrates, „sondern können sich auch sinnvoll und glaubwürdig gesellschaftlich einbringen.“

(Redaktion)


 


 

vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement BBE
Wirtschaft übernimmt Verantwortung

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