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Konjunktur kühlt sich ab

Unternehmen über weitere Entwicklung verunsichert

Die Konjunktur in der Region Düsseldorf/ Mittlerer Niederrhein kühlt sich merklich ab. „Während die aktuelle Geschäftslage noch fast so gut wie zu Jahresbeginn ist, haben sich die Geschäftserwartungen für das Jahr 2009 deutlich eingetrübt“, fasst der Düsseldorfer IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Udo Siepmann das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Kammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bei über 1.000 Betrieben mit rund 130.000 Beschäftigten zusammen.

Bereits vor den neuerlichen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten erwartete mit saldiert 13 Prozentpunkten nur noch eine knappe Mehrheit der Betriebe eine weitere Verbesserung der Geschäftslage. „Durch die jüngsten Ereignisse hat gut ein Drittel der Betriebe seine Erwartungen nochmals zurückgefahren“, erläutert Dr. Udo Siepmann die Ergebnisse einer zusätzlichen Blitzumfrage in der letzten Septemberwoche bei rund 270 Betrieben. „Die Entwicklung ist derzeit besonders unsicher, wie dieses jüngste Stimmungsbild zeigt. Allerdings rechnen unsere Unternehmen zurzeit noch nicht mit einer Rezession.“

Turbulenzen an den Finanzmärkten

Damit zeigten die Turbulenzen an den Finanzmärkten nun auch in der Region Wirkung, nachdem im bisherigen Jahresverlauf die Geschäftslage noch nahezu unverändert gut geblieben sei. Denn gut die Hälfte der befragten Betriebe berichte über eine aktuell gute Geschäftslage, nur gut jedes sechste Unternehmen über eine schlechte. Vier von zehn Betrieben beschäftigten derzeit mehr Mitarbeiter als noch vor Jahresfrist, nur jeder vierte weniger. Für die Hälfte von ihnen sei es nach wie vor schwer, in ausreichendem Maße Fachkräfte zu finden. Dies gelte insbesondere für das Baugewerbe und die Investitionsgüterindustrie.

Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung

Spürbar, aber noch nicht dramatisch, dämpften die Turbulenzen an den Finanzmärkten die Investitionsabsichten. Bis Anfang September hätten noch Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets überwogen, und zwar saldiert um zwölf Prozentpunkte. Die Blitzumfrage aber habe gezeigt, dass nunmehr gut 21 Prozent der Unternehmen ihre bisherigen Investitionspläne für das Jahr 2009 zurückfahren wollten. Die befürchtete „Kreditklemme“ sei dagegen in der Region bislang ausgeblieben. So hätten sich die Konditionen für Zins , Agio, Laufzeiten, Sicherheit oder Dokumentationspflichten im Vergleich zum Vorjahr nur für eine Minderheit der Betriebe verschlechtert. Bei vier von fünf Betrieben seien die Bedingungen unverändert geblieben.
„Von Entwarnung wollen und können wir hingegen nicht sprechen. Dafür ist die weitere Konjunkturentwicklung einfach zu unsicher“, betont Siepmann. Zurzeit könne niemand sagen, mit welchen „Hiobsbotschaften“ noch zu rechnen sei und inwieweit diese das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gefährden und die Finanzierungsbedingungen verschlechtern würden. Erkennbar jedenfalls sei schon jetzt, dass die Weltkonjunktur sich weiter abkühlen und damit die Auslandsnachfrage bei wichtigen Handelspartnern in Europa und Nordamerika dämpfen werde.

Preisentwicklung bei Energie und Rohstoffen

Weitere Risiken ergäben sich aus der Preisentwicklung bei Energie und Rohstoffen, der Wechselkursentwicklung sowie aus den anstehenden Tarifverhandlungen mit zum Teil sehr hohen Forderungen, beispielsweise in der Metallindustrie.

Exportnachfrage

Chancen für die regionale Wirtschaft sehen die IHKs hingegen in der Exportnachfrage aus den bislang wachstumsstarken Ländern Brasilien, Russland, Indien und China (sogenannte BRIC-Staaten). Auch das erfolgreiche Kostenmanagement der letzten Jahre habe die internationale Wettbewerbsfähigkeit der ortsansässigen Wirtschaft erheblich verbessert. Sollte die Europäische Zentralbank darüber hinaus noch ihre Zinsen senken, so würde sich damit die Finanzierung für die Unternehmen erleichtern, was wiederum deren Investitionsneigung ankurbeln dürfte.
Fazit: Aller Voraussicht nach werde sich im kommenden Jahr die Nachfragedynamik deutlich abschwächen. So melde erstmals nach drei Jahren nur noch weniger als die Hälfte der Betriebe gestiegene Auftragseingänge. Nachgelassen habe vor allem die Auslandsnachfrage. Die Investitionsgüterindustrie hätte bereits im Sommer das Abflauen der deutschen Konjunktur zu spüren bekommen, mit nur noch einem ausgeglichenen Verhältnis von gestiegenen und gesunkenen Inlandsaufträgen. „Nach zwei Jahren prall gefüllter Auftragsbücher hat sich jetzt die Kapazitätsauslastung der Industriebetriebe auf einen leicht unterdurchschnittlichen Wert von 80 Prozent normalisiert“, erklärt dazu Siepmann. Dies erkläre sowohl die verhaltene Investitionsneigung wie auch die Tatsache, dass nun wieder rund 64 Prozent der Unternehmen zuerst in Rationalisierung investieren wollten.
Mit der konjunkturellen Abkühlung einhergehe auch das vorläufige Ende des Beschäftigungsaufbaus. So zeigten die Personalpläne der regionalen Wirtschaft insgesamt eher wieder einen Ab-wärtstrend. „Für qualifizierte Arbeitskräfte bieten sich aber auch künftig gute Chancen“, so Siepmann abschließend.

(Redaktion)


 


 

Dr. Udo Siepmann
Konjunkturumfrage

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