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Valve World Expo 2018

Ventilproduzenten in Bierlaune

Ende November findet in Düsseldorf wieder Internationale Fachmesse für Industriearmaturen, Pumpen und Ventile statt. 650 Aussteller aus 40 Ländern erwarten dann auf der Valve World Expo vom 27. bis zum 29. November rund 12.000 Fachbesucher aus der ganzen Welt. Ein stabiler Branchenbereich ist dabei das Geschäft mit Getränkeherstellern und Brauereien. Ein Paradebeispiel der Leistungsfähigkeit der Branche sind beispielsweise die Bier-Pipelines in Brügge und Wacken.

Der Durst nach Mineralwasser, Limonaden und Bieren ist eine weltweit verlässliche Wirtschaftsgröße. Damit Fässer und Flaschen stets gefüllt bleiben, benötigt die Branche hochwertige und hygienische Maschinen sowie Anlagen inklusive Ventile – eine Entwicklung, die die Ventilhersteller genauestens beobachten. Große Hersteller haben viele kleinere Fabrikanten geschluckt und kämpfen um den lukrativen Markt. „Das bedeutet einen hohen Wettbewerbsdruck für die diversen Unterlieferanten, weil die strategischen Einkaufsabteilungen der Maschinenhersteller ‚Verluste‘ bei den Verkäufen der Gesamtanlagen kompensieren sollen“, so Dietmar Pallasch, Außendienstleister beim Ventilhersteller Mankenberg. Häufig gebe es eine Querverschiebung – weg von zum Beispiel den Massenbieren hin zu den sogenannten Craft- oder Sonderbieren. Auch wenn die großen Brauereien weiter die Zapfhähne dominieren, liegen Craftbiere im Trend, die vornehmlich auf handwerklicher Basis nach eigenen Rezepten von eher kleineren Brauereien gefertigt werden. „Die Zahl der Brauereien in Deutschland und die Vielfalt der Biere wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, auch dank der Craft-Bewegung“, sagt zum Beispiel Dr. Jörg Lehmann, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes DBB. Lag die Zahl der Brauereien 2006 noch bei rund 1290, waren es 2016 bereits ca. 1410. Pallasch: „Es gibt stetiges Wachstum, aber nicht über die Maßen.“

Ventilhersteller setzen auf stabilen Biermarkt

Ventilhersteller können daher auf einen stabilen Biermarkt setzen und mit anspruchsvollen Komponenten punkten. Heute dienen modernste hygienische Prozesse dazu, Bier von höchster Qualität zu produzieren. Bei dessen Herstellung wird neben dem Wissen der Bierbraukunst auch eine Fülle an Maschinen und Material benötigt. In Deutschland wird nach dem ältesten Lebensmittelrecht produziert, dem Reinheitsgebot. Entsprechend steht die Hygiene bei der Verwendung von Ventilen im Vordergrund. Im Herstellungsprozess des Bieres werden an zahlreichen Positionen Ventile eingesetzt – vom Sudhaus über den Gärkeller bis hin zur Abfüllung: In verschiedenen Verfahrensschritten wird aus Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe Bier gewonnen.

Produktionsprozess stellt hohe Ansprüche an Ventile und Rohre

In diesem Produktionsprozess sind die Ansprüche an Ventile und Rohre hoch, es werden beispielsweise komplexe Rohrleitungssysteme aus Edelstahl benötigt. Um die Betriebsparameter zu gewährleisten, müssen zudem verschiedene Prozessgrößen geregelt werden. „Insbesondere der Druck im Gärtank, der durch die Bildung von Kohlendioxid entsteht, muss innerhalb genau definierter Grenzen gehalten werden. Die Sättigung des Jungbieres mit CO2 und somit die spätere Bierqualität ist entscheidend abhängig vom Druck“, so der Ventilhersteller Gemü. Auf der anderen Seite bremse zu hoher Druck den Gärvorgang. Überschüssiges CO2 müsse daher geregelt abgeführt werden. Es könne auch in eine CO2-Gewinnungsanlage geleitet werden und stünde dann für andere Prozesse zur Verfügung. Dazu werden beispielsweise aufwendige Ventilanschaltungen zur Ansteuerung und Überwachung benötigt.

Höherwertiger Edelstahl und PEEK

Hersteller von Brauerei-Anlagen benötigen also zahlreiche und anspruchsvolle Ventile. „Wir verwenden hochlegierte Stähle und Prozessoptimierungen, um die Anforderungen zu erfüllen“, so Dietmar Pallasch vom Hersteller Mankenberg. Dazu gehören auch neue Werkstoffe wie PEEK Polyetheretherketon, höherwertiger Edelstahl und die Polierungen der Armaturen. Erkennbar sei, so Dietmar Pallasch, die „Zunahme des Wunsches nach polierten Ventilen, weil die verbauten Rohre es auch schon sind.“ Wer auf dem Markt bestehen möchte, muss die Anforderungen nach Zertifizierungen nach neuen europäischen und auch internationalen Standards beachten. Die Anforderungen „werden stetig wachsen. Wir leben in einer zunehmend internationaler werdenden Industrie-Welt.“ Außerdem erwartet die Getränkeindustrie hochwertige Grundmaterialien wie etwa hochlegiertes Edelstahl, und zwar „bei minimalsten Preisen, weil die Stückzahlen pro Komponente schon nennenswert sind“, so Dietmar Pallasch. Ebenfalls auf dem unbedingt zu beachtenden Wunschzettel der Kunden: schnelle Lieferungen, Qualität und vor allem Lieferzuverlässigkeit neben der Einhaltung der neuen Standards.

Bier-Pipelines in Brügge und Wacken

Für ein großes Aufsehen in der Branche und darüber hinaus sorgte beispielsweise das pfiffige Projekt eines Brauers im belgischen Brügge. Der Gerstensaft wird mittlerweile durch eine Pipeline von der Brauerei, die sich in der Altstadt befindet, zu einem Abfüllwerk jenseits dieses empfindlichen Bereiches befördert. Für alle ein Befreiungsschlag, hatten sich doch Bierlaster in der Vergangenheit mehrmals täglich durch die engen, mittelalterlichen und von Touristen stark frequentierten Gassen gedrängt. Das war belastend für den Tourismus im Weltkulturerbe Altstadt mit sechs Millionen Besuchern jährlich, aber auch der Biertransport wurde verlangsamt. Nun fließen stündlich rund 4000 Liter Gerstensaft ungehindert unterirdisch zum Abfüllwerk – natürlich auch mit Hilfe von Ventilen.Die Idee unterirdischer Bierleitungen wurden auch von den Machern des Wacken Open Air aufgegriffen. Bisher ramponierten Traktoren beim Transport der Bierfässer das Gelände. Kein Zustand, wie die Veranstalter des Heavy-Metal-Festivals befanden. Dank Pipelines wird seit dem vergangenen Jahr der Boden geschont.

Eine Durststrecke ist für die Ventilhersteller also nicht in Sicht. Diese können – trotz aller Schwankungen – auf einen stabilen Biermarkt setzen und mit anspruchsvollen Komponenten punkten.

(Redaktion)


 


 

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