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Verbraucherinsolvenz wird zum 1. Juli neu geregelt

Nach Angaben des aktuellen SchuldnerAtlasses der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gibt es fast 6,6 Millionen überschuldeter Privatpersonen. Verbraucherinsolvenz ist oft die einzige Möglichkeit, um irgendwann wieder schuldenfrei zu sein. Die ARAG Experten erläutern, wie das Insolvenzverfahren abläuft und was sich durch die am 1. Juli 2014 in Kraft tretende Reform ändern wird.

Die Insolvenzordnung

Das Insolvenzverfahren ist in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt. Das Verfahren zielt zum einen darauf ab, die Gläubiger des Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen. Zum anderen soll dem Schuldner Gelegenheit gegeben werden, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien. Das Verfahren wird grundsätzlich dann eröffnet, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist, sprich wenn er nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 InsO).

Voraussetzungen für die Verbraucherinsolvenz

Bei Verbraucherinsolvenz ist der Versuch einer außergerichtlichen Einigung Voraussetzung für die Eröffnung des Verfahrens. Diese muss mit Hilfe einer anerkannten öffentlichen oder privaten Schuldenberatung erfolgen. Der Schuldenberater stellt dazu einen Schuldenbereinigungsplan auf. In ihm werden alle offenen Forderungen der Gläubiger erfasst und gegebenenfalls Stundungen, Ratenzahlungen oder ein Schuldenerlass mit den Gläubigern vereinbart. Der Einigungsversuch scheitert dann, wenn ein einziger Gläubiger den Zahlungsplan ablehnt oder während der Verhandlungen die Zwangsvollstreckung betreibt. Der Berater muss dem Schuldner bescheinigen, dass keine Einigung zustande gekommen ist. Erst dann kann der Schuldner einen Insolvenzantrag beim zuständigen Insolvenzgericht stellen.

Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Zusammen mit dem Insolvenzantrag soll auch ein Antrag auf Restschuldbefreiung - die letzte Stufe der Verbraucherinsolvenz - gestellt werden. Vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens prüft das Gericht, ob eine Einigung mit den Gläubigern im Rahmen eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahrens erzielt werden kann. Falls das Gericht diese Frage mit Ja beantwortet, verschickt es den Schuldenbereinigungsplan an die Gläubiger. Wenn die Mehrheit der Gläubiger diesen Plan ablehnt, wird das Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Gericht bestimmt dann einen Treuhänder. Dieser verwaltet und verwertet die Insolvenzmasse. Zur Insolvenzmasse gehören das Vermögen und das pfändbare Einkommen des Schuldners. Daraus sind die Verfahrenskosten zu zahlen und die Gläubiger zu befriedigen.


 


 

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