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Schwere Vorwürfe gegen Geldinstitute

Verbraucherzentrale sieht Vertrauenskrise am Bankschalter

Neben der weltweiten Finanzkrise herrscht nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Deutschland auch eine «Vertrauenskrise am Bankschalter». Gestützt auf eine mit Hilfe unzufriedener Bankkunden erstellte «Fallsammlung zur Falschberatung» warfen die Verbraucherschützer den Geldinstituten am Mittwoch in Düsseldorf vor, in vielen Fällen mit «Drückermethoden» unerfahrene Kunden zur Investition in Risikopapiere bewegt zu haben. Innerhalb von nur zehn Tagen hätten sich allein bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

300 Lehman-Anleger gemeldet, die jetzt voraussichtlich rund 5,5 Millionen Euro in den Wind schreiben müssten, obwohl sie ihre Finanzberater nach einer Empfehlung für eine sichere Anlageform gefragt hätten.

Misstraue deiner Bank!

«Die Opfer der Lehman-Pleite, die sich bei uns gemeldet haben, sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs struktureller Fehlentwicklungen im Privatkundengeschäft der deutschen Banken und Sparkassen», meinte Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller. «'Misstraue deiner Bank' ist leider erste Kundenpflicht», fügte er hinzu. Zwtl: Strafanzeige wegen Betrugsverdachts erwogen Denn angesichts harter Verkaufsvorgaben machten zahlreiche Bankberater den vorliegenden Beschwerden zufolge ihren Kunden vor allem Produkte schmackhaft, mit denen die Bank viel Geld verdienen könne, wie Aktienfonds , Zertifikate oder auch teuere Produktpakete zur Immobilienfinanzierung.

Risiken wurden verharmlost

Den Berichten zufolge seien Risiken gezielt verharmlost und Risikopapiere auf eine Stufe mit Sparanlagen gestellt worden. Bei einer Bank scheine sogar ein System existiert zu haben, mit dem gezielt ältere Kunden aus sicheren Anlagen in die Risiko-Zertifikate gelockt worden seien, berichtete Müller. Hier prüfe die Verbraucherzentrale eine Strafanzeige wegen Betrugsverdachts. Zwtl: Bankaufsicht soll Kunden besser schützen Um das Verhältnis zwischen Kreditinstituten und Privatkunden wieder auf eine faire Basis zu stellen, verlange die Verbraucherzentrale eine Umkehrung der Beweislast bei einer Falschberatung. Die Verjährungsfristen für Schadenersatzansprüche müssten deutlich von drei auf zehn Jahre verlängert werden. Außerdem plädierten die Verbraucherschützer für eine «Ampelkennzeichnung» auf Prospekten für Anleger, die eindeutig klarmache, wie viel Risiko im jeweils offerierten Produkt stecke. Darüber hinaus müsse die Bankaufsicht verbessert werden: «Wir haben derzeit eine Aufsicht, die vor allem Banken vor sich selbst schützt und zu wenig die Kunden vor der Bank», meinte Müller.

(Redaktion)


 


 

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