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Verkehrswende

ADFC fordert das „Fahrradland NRW“

Bessere Infrastruktur und mehr Wegenetze. Und Düsseldorf soll ich ein Vorbild an Chicago nehmen - der ADFC findet reichlich Mängel für Radler und fordert deutliche Verbesserungen. Hot town, Radler in the City...

Draußen tobt, mehrspurig und ohne Fahrradstreifen, der Düsseldorfer Feierabend-Verkehr. Drinnen, in der Geschäftsstelle des NRW-Landesverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) an der Karlstraße, läuft der Frühlingsempfang der Radfahrer-Lobby.

Zu den Gästen zählen NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und der Düsseldorfer OB Thomas Geisel. Unter dem Motto „Fahrradland NRW. Jetzt!“ stellt der Verband bei dieser Gelegenheit seine aktuellen Forderungen für eine fahrradfreundliche Politik in NRW vor. Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW: „Das Fahrrad braucht eine sichere Infrastruktur, durchgängige Wegenetze und ausreichend Platz. Nur so schaffen wir die Verkehrswende.“

Um dies zu erreichen, fordert der ADFC weitere Radschnellwege, geschützte Radstreifen, Tempo 30 in Innenstädten, eine Kaufprämie für Lastenräder, fahrradfreundliche Schulen sowie mehr Mobilitätsstationen. Bei Minister Groschek rennt der Verband damit offene Türen ein. Mit der Änderung des Straßen- und Wegegesetzes habe das Land den Grundstein gelegt, dass NRW „Radverkehrsland Nr. 1 bleibt“. Mit dem Bau des Radschnellwegs von Duisburg bis Hamm, mit den weiteren sechs Radschnellwegeprojekten im Land, mit Lastenrädern für die Paketzustellung in den Innenstädten und mit der Förderung des Rades für Alltag und Freizeit stärke das Land das Fahrrad als umweltfreundliches, effizientes und gesundes Verkehrsmittel.

Mit Blick auf geschützte Radwege führten sowohl Semmelmann als auch Groschek das Beispiel Chicago an. In der Millionenmetropole am Michigansee wurden ohne bürokratischen Aufwand über 100 Kilometer solcher abgesicherten Radwege in der City gebaut. Ein gutes Vorbild, betonte Groschek, und forderte mit Blick auf mehr Radwege und Fahrstreifen: „Düsseldorf sollte ein zweites Chicago werden!“

Defizite in der aktuellen Fahrradwege-Infrastruktur erkennt auch Düsseldorfs OB Thomas Geisel: „Wir haben hier keinen fahrradfreundlichen Verkehr.“ Die Stadt sei nach dem Krieg in Richtung autogerechter City getrimmt worden.

Dennoch sieht Geisel die Landeshauptstadt auf geradem Weg zu mehr Fahrradfreundlichkeit. So habe der Start der diesjährigen Tour de France in Düsseldorf schon Vieles in Bewegung gesetzt und sei ein „Meilenstein“ für neue Fahrradkonzepte. Geisel: „Der Grand Départ hilft uns, das Thema Fahrrad in der Öffentlichkeit voranzubringen.“

(Wolfram Lotze)


 


 

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