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Verpackungen und Verschlüsse aus Weißblech werden teuerer

Die Hersteller von Verpackungen und Verschlüssen aus Weißblech sehen sich drastischen Kostensteigerungen auf der Vormaterialseite ausgesetzt, die sich erstmals auch auf bestehende Verträge auswirken können. Hintergrund sind Bestrebungen der Weißblech herstellenden Industrie, bis zum Januar 2009 eine Preiserhöhung von insgesamt mindestens 30 Prozent für Verpackungsstahl durchzusetzen. Erstmalig soll hierfür auch in bestehende Verträge eingegriffen werden, so dass ein erheblicher Anteil der Preisanpassungen bereits zur Mitte dieses Jahres realisiert wird. Drohende Engpässe bei der Versorgung mit Weißblech lassen den Verpackungsherstellern wenig Handlungsspielraum.

Bereits im Frühjahr hatten führende Weißblechhersteller die Notwendigkeit von Preiserhöhungen thematisiert und eigene Kostensteigerungen geltend gemacht. So sind alleine die Kosten für Warmband, dem Ausgangsmaterial von Weißblech, von Januar bis Juni 2008 um 50 Prozent gestiegen und haben sich damit in den letzten vier Jahren verdoppelt. Infolgedessen sieht sich die Weißblechindustrie genötigt, noch im laufenden Jahr die Preise zu erhöhen. Die Mehrzahl der Weißblechhersteller wird vom dritten Quartal 2008 an Preisanhebungen durchführen, um die ursprünglich für das erste Quartal 2009 geplanten mindestens 30 Prozent schon jetzt zu einem erheblichen Anteil zu realisieren. Für die Hersteller von Weißblechverpackungen und -verschlüssen bedeutet dies, dass erstmalig in die bestehenden, traditionell langfristig ausgelegten Lieferverträge eingegriffen werden kann und dass sogar laufende Aufträge von der Preiserhöhung betroffen sein werden.

Diese Kostensteigerungen gehen für die Verpackungshersteller mit einem drohenden Materialengpass einher. Die auf dem Weltmarkt herrschende Stahlknappheit erschwert es den Weißblechlieferanten zunehmend, die für die Verpackungsproduktion benötigten Mengen zur Verfügung zu stellen, und engt so den Handlungsspielraum der Verpackungshersteller ein.

"In einer Branche wie der Metallverpackung, bei der die Vormaterialkosten mit bis zu 65 Prozent an der Herstellung beteiligt sind, bedeutet eine solch dramatische Preiserhöhung, wie sie die angekündigten 30 Prozent darstellen, bereits eine ungeheure Belastung, die kaum alleine zu schultern wäre. Dass diese Kostensteigerung nun auch zu einem großen Teil in die laufenden Verträge hineinfällt, bringt unsere Mitglieder - insbesondere angesichts einer möglichen Materialverknappung - in eine bedrohliche Schieflage", fasst Jörg Höppner, Geschäftsführer des Verbands Metallverpackungen (VMV) e. V., die Situation zusammen. "Ein weiterer Grund zur Sorge ist das Aufweichen der in unserer Branche üblichen langfristigen Lieferverträge, mit denen sich unsere Mitglieder gegen Preisschwankungen beim Vormaterial absichern. Zumindest gegenwärtig setzt das Durchführen von mindestens zwei Preisrunden innerhalb Jahresfrist diesen Mechanismus außer Kraft", so Höppner weiter.

Kostentreiber

Als größte Kostentreiber bei der Stahlproduktion gelten die Erhöhung der Erzpreise um 65 Prozent, die Verdreifachung der Kokskohlepreise und eine beinahe Verdopplung der Schrottpreise. Hinzu kommen erhebliche Verteuerungen bei Legierungen und Frachten. Eine Entspannung ist angesichts der Nachfrage auf dem Weltmarkt nicht zu erwarten. Entsprechend kündigen die Stahlproduzenten aktuell weitere Preiserhöhungen an und auch die Weißblechhersteller verweisen auf die Notwendigkeit einer weiteren Preisrunde nach dem ersten Quartal 2009. Für die Hersteller von Verpackungen und Verschlüssen aus Weißblech würde dies die dritte Preiserhöhung beim Vormaterial innerhalb Jahresfrist bedeuten.

Zum Verband Metallverpackungen e. V. (VMV) gehören rund 50 Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten. Es sind Hersteller von Metallverpackungen, Flaschen- und Gläserverschlüssen. Zum Produktionsspektrum gehören unter anderem Lebensmittel- und Getränkedosen, Schmuckdosen, Verpackungen für chemisch-technische Produkte, Stahlblechverpackungen, Drehverschlüsse und Kronenkorken. Die Unterstützung der Mitgliedsunternehmen in fachlichen, technischen oder allgemeinen unternehmerischen Belangen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit erfolgt auf Bundesebene. Die Mitglieder des VMV und die angeschlossenen Zuliefererfirmen profitieren zusätzlich von der Fördergemeinschaft Metallverpackungen (FGM) und ihren zahlreichen Serviceleistungen. Darüber hinaus ist der VMV in ein europäisches Verbandsnetz integriert und trägt somit den zunehmend globalisierten Wirtschaftsstrukturen Rechnung.

(Redaktion)


 


 

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