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Business-on.de Interview

Vertrauen in die Mitarbeiter als Erfolgsprinzip

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Das Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe und das Land Hotel Burgaltendorf gehören bundesweit zu den absoluten Top-Tagungs- und Wohlfühlhotels. Jüngst feierten die beiden Essener Häuser beim wichtigsten Hotel-Grand-Prix einen außergewöhnlichen Doppelsieg: Platz 1 bekam Mintrops Land Hotel Burgaltendorf, Platz 2 das Stadt Hotel Margarethenhöhe. Was macht den Erfolg aus? Lesen Sie dazu Business-on.de Interview mit Maria und Harald Mintrop.

Business-on.de: Ihre beiden Häuser - Mintrops Land Hotel Burgaltendorf und Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe – heimsen Jahr für Jahr Auszeichnungen ein. Dieses Jahr gewannen Sie beim wichtigsten Hotel-Grandprix Platz 1 und Platz 2. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Harald Mintrop:  Allgemein werden beide Häuser schon wegen ihrer Architektur, Design-Ausstattung und Lage als einzigartig angesehen. Doch das allein macht nicht den Erfolg. Unsere Mitarbeiter, die sich selbst ‚Margareth´chen’ bzw. ‚Burggeister’ nennen, was schon ihre Identifikation mit
unseren Hotels deutlich macht, sind es, die tagtäglich perfekten Service bieten, stets freundlich und präsent sind.

Business-on.de: Von alleine kommt das aber sicher nicht?

Maria Mintrop: Da haben Sie Recht! Da steckt viel Arbeit hinter, damit diese Servicequalität und Begeisterung tatsächlich jeden Tag funktioniert, so dass unsere Gäste begeistert sind.

Business-on.de: Was konkret tun Sie dafür?

Harald Mintrop: Wir haben uns bereits vor Jahren entschieden, einen etwas anderen Weg als viele unserer Kollegen zu gehen. Einerseits sorgen wir dafür, dass die Mitarbeiter fachlich qualifiziert sind und werden. Um die Leistungsqualität zu sichern, gibt es für jeden Bereich, für jede Tätigkeit klare Aufgabenbeschreibungen und Checklisten. Zudem werden regelmäßig ein- bis vierstündige Workshops durchgeführt, in denen sich die Mitarbeiter wechselseitig das fachlich relevante Wissen und Können vermitteln. Andererseits setzen wir sehr stark auf Persönlichkeitsentwicklung. Denn für uns ist der Mensch kein nur anreizgesteuertes Triebwesen, sondern eher ein gestaltungsfreudiges Initiativwesen.

Business-on.de:  Wie drückt sich dieses Menschenbild im Betriebsalltag aus?

Maria Mintrop: Wir arbeiten nicht mit simplen Anreizsystemen und zwanghaftem Kontrollfetischismus, sondern setzen Mitarbeiterförderung und auf wechselseitiges Vertrauen zwischen Geschäftsführung, Führungskräften und Mitarbeitern, weil Vertrauen das wichtigste Element ist, damit eine Zusammenarbeit funktioniert. Ein übermäßiges Kontrollsystem ist nicht nur ineffizient, sondern fördert genau das, was wir nicht wollen: Misstrauen. Zudem hat jeder Mitarbeiter die Chance, sich mit Ideen und Taten einzubringen. Für uns lautet ein wichtiges Ziel der Führung, dass die Mitarbeiter sich in weiten Teilen selbst führen.

Business-on.de: Ein hoher Anspruch, der sicher schwierig zu erfüllen ist?

Harald Mintrop: Das stimmt. Doch wir stellen fest, dass es trotzdem funktioniert. Ein Grund dafür liegt sicher darin, dass wir durch eine Vielfalt an Maßnahmen die individuellen Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen jedes einzelnen Mitarbeiters erweitern. Die stark geförderte offene Kommunikation trägt wesentlich mit dazu bei, das wechselseitige Vertrauen im Team weiter zu entwickeln und zu verstetigen.

Business-on.de: Offene Kommunikation – wie sieht die in der Praxis aus?

Maria Mintrop: Die Kommunikation ist uns wichtig, weil sie die Zusammenarbeit erleichtert und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Angefangen von der Geschäftsleitung über die Führungskräfte und Mitarbeiter bis zu den Azubis wird daher bewusst der offene Umgang miteinander gefördert, um letztlich insgesamt ein starkes Team zu bilden. Auf und zwischen allen Arbeitsebenen finden beispielsweise regelmäßig Gesprächsrunden statt, in denen sich die Führungskräfte und Mitarbeiter über neue Ideen, tagesaktuelle Themen, aber auch über Beschwerden und nicht zuletzt über Konfliktanlässe austauschen.

Business-on.de:  Wer leitet diese Gespräche?

Harald Mintrop: Moderiert werden diese viermal jährlich stattfindenden Treffen zwischen Geschäftsführung und Spartenleiter von Michaela Markovicova und Erik Prochnow. Die beiden externen Spezialisten coachen bei Bedarf auch einzelne Führungskräfte, sie supervidieren ihre Arbeit und bilden Mitarbeiter in einer einjährigen Qualifizierung zu so genannten ‚Gesprächsscouts’ aus. Aufgabe dieser Gesprächsscouts, zu denen etwa unsere Geschäftsführungsassistentinnen, der Souschef, die Hausdame sowie die Empfangsleiterin gehören, ist es, die Meetings innerhalb der einzelnen Sparten zu leiten. Außerdem stehen diese Gesprächsscouts den Azubis im ersten Lehrjahr als Paten und Ansprechpartner im Falle von Problemen zur Seite. Die offene Kommunikation verhindert, dass aus Bagatellkonflikten größere Krisen werden.

Business-on.de: Wie ist die Bereitschaft der Mitarbeiter für diese Form der Persönlichkeitsentwicklung?

Maria Mintrop: Das Gros der Mitarbeiter ist begeistert und überzeugt, dass dieser Weg des kollegialen Forderns und Förderns der richtige ist. Sie freuen sich, dass sie die Chance haben, sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen und Meinungen frei äußern zu können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Bei uns braucht keiner beim Arbeiten Angst zu haben, was falsch zu machen. Auch Mobbing, sonst in der Gastronomie weit verbreitet, ist bei uns kein Thema!

Business-on.de:  Das hört sich gut an.

Harald Mintop: Natürlich gibt es Mitarbeiter, denen diese Offenheit im Miteinander nicht so ganz leicht fällt. Die meisten aber verstehen die Reflexion eigenen Handelns als Chance zum persönlichen Wachstum, auch wenn sie sich dafür im Rahmen der moderierten Meetings intensiv mit sich selbst auseinandersetzen, das eigene Denken wie Handeln hinterfragen und gemeinsam mit den Kollegen nach konstruktiven Lösungen suchen müssen.

Business-on.de:  Kommt dieses System der Weiterbildung trotz der Erfolge auf den Prüfstand?

Maria Mintrop: Für uns ist diese Art der Weiterbildung kein Dogma für die Ewigkeit. Jahr für Jahr fragen wir unsere Mitarbeiter, ob sie dieses System beibehalten wollen. Die Antwort ist stets eindeutig: Ja! Weil die Mitarbeiter sehr genau wissen, dass jeder einzelne von ihnen davon profitiert - beruflich, ebenso privat! Und die Gäste, um die es letztlich geht, äußern sich ebenfalls anerkennend. Sie spüren und erleben, wie begeistert und engagiert jeder einzelne Mitarbeiter seine Aufgaben erledigt. Was will man als Chef mehr?

www.mintrop.mm-hotels.de

(Redaktion)



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