Weitere Artikel
We C&Are

C&A startet Umweltinitiative

Die Modekette C&A übernimmt in die Zukunft nachhaltig mehr ökologische Verantwortung. Mit der neuen Umweltstrategie We C&Are will das Unternehmen den Energieverbrauch senken und will mit dem Verkauf von Biobaumwolle zum führenden Anbieter in Europa werden. Im Gespräch mit Business-on.de erläutert C&A Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes die neue Ausrichtung.

Business-on.de: Was verbirgt sich genau hinter der Umweltstrategie „We C&Are“?

Thorsten Rolfes: Mit dieser Umweltstrategie erweitern wir unser Engagement im Bereich des verantwortlichen Handelns. Wir haben in den letzten Jahren verstärkt einen Schwerpunk auf die Produktionsbedingungen gelegt und nun haben wir das Spektrum auf eine Reihe von Umweltschutzmaßnahmen unter dem Begriff „We C&Are“ auf den Weg gebracht.
Business-on.de: C&A will europaweit führender Anbieter von Biobaumwolle werden. Wie soll dieses Ziel erreicht werden?

Thorsten Rolfes: Biobaumwolle ist ein wertvolles Produkt. Die Biobaumwolle wird ohne Einsatz von Pestiziden und ohne künstliche Düngungsmittel ökologisch angebaut. Der nachhaltige Anbau hat viele positive Effekte: Auf der einen Seite schützen wir natürlich die Umwelt vor Ort und damit auch die Menschen. Auf der anderen Seite erhalten die Menschen durch Biobaumwolle mehr Geld und können besser für ihre Familie sorgen. Wenn wir stark auf das Thema setzen, hoffen wir, dass wir ein ökologisches Umdenken erreichen und der Kunde das Produkt stärker nachfragt. Und dann setzt sich ein Kreislauf in Gang: Durch die verstärkte Kundennachfrage, wird sich die Produktion zum Beispiel in Indien erhöhen und somit werden sukzessive immer mehr Felder von herkömmlicher Baumwolle auf Biobaumwolle umgestellt.

Business-on.de: Biobaumwolle ist als Rohstoff teuerer und die Produktionskosten sind aufwendiger. C&A aber ist für preiswerte Kleidung bekannt. Wie sieht die Preisgestaltung aus?

Thorsten Rolfes: Wir geben den höheren Rohstoffpreis den wir zahlen, nicht an den Kunden weiter. Somit verzichten wir hier auf einen Teil der Marge und sind mit weniger Gewinn zufrieden, um den Kunden das wertige Produkt Biobaumwolle zum gleichen Preis, wie herkömmliche Baumwolle anzubieten. Das ist eine strategische Entscheidung, die wir getroffen haben, um unserer Kundschaft und damit auch denjenigen, die keinen so großen Geldbeutel haben, das Produkt verfügbar zu machen.


Business-on.de: Wie garantiert C&A die Qualität für Biocotton?

Thorsten Rolfes: Das Thema Biobaumwolle war vor etwa drei Jahren auch für C&A neu und wir mussten lernen. Wir waren froh, in Organic Exchange - das ist ein Unternehmen in Amerika - einen Partner gefunden zu haben, der uns mit seinem Know-how rund um Biobaumwolle unterstützt. Dieses Unternehmen hilft uns den Anbau zu erhöhen. In Indien unterstützen wir zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften und verschiedene Baumwollprojekte auch finanziell, um die Umstellung der Felder voranzutreiben.

Business-on.de: Welchen Stellenwert hat denn überhaupt Nachhaltigkeit, Umweltschutz und nicht zuletzt Corporate Social Responsibility in Ihrem Unternehmen?

Thorsten Rolfes: C&A ist ein Familienunternehmen und wenn man sich die Firmenhistorie anschaut, ist gesellschaftliche und soziale Verantwortung fest in dem Unternehmen durch die Inhaberfamilie integriert und ist für uns ein ganz normaler Bestandteil. Das Thema Umweltschutz hat natürlich durch die Diskussionen um den Klimaschutz eine besondere Wichtigkeit bekommen und deshalb verstärken wir unsere Aktivitäten. Wir sind fest der Meinung, dass wirtschaftliche Unternehmen heute auch eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen müssen.

Business-on.de: Sie betonen, dass Ihre Umweltstrategie „We C&Are“ kein kurzfristiges Trendthema ist. Dennoch gibt es Kritiker, die C&A „Green Washing“ vorwerfen. Wie stehen Sie dazu?

Thorsten Rolfes: Alles, was man positiv für die Umwelt tut, ist wenigstens ein Schritt. Ich benutze dazu gerne das Beispiel unseres Kooperationspartners "terres des hommes", der im Logo einen Tropfen zeigt. Jeder Tropfen füllt das Glas und es nicht der Tropfen auf den heißen Stein, der verdampft, sondern im Gegenteil helfen auch kleine Schritte. Wenn wir unseren Beitrag dazu leisten, ist es etwas Positives und immer besser, als gar nichts zu tun.

Business-on.de: Welche anderen Bereiche umfasst die C&A Umweltstrategie?

Thorsten Rolfes: Der Textileinzelhandel hat Bereiche, wo wir aktiven Umweltschutz leisten können. Wir haben seit vielen Jahren Kunststofftragetaschen, die sehr dünn sind und dadurch haben wir schon viele Tonnen Material gespart. Wir ersetzen jetzt die Tragetaschen durch Kunststoff der zweiten Generation.
Ab März setzen wir Tragetaschen aus recyclten Material ein. Auf der anderen Seite bieten wir in unseren Geschäften Tragetaschen aus Biobaumwolle an. Die Umwelttragetaschen verkaufen wir und wir hoffen sehr, dass sich möglichst viele Menschen für diese Alternative entscheiden, denn die Tragetaschen kann man immer wieder benutzen. Auf lange Sicht wünschen wir uns, dass de Verbrauch von Plastiktaschen zurückgeht.

Business-on.de: C&A plant auch, dass Energien in den Filialen eingespart wird. Was ist vorgesehen?

Thorsten Rolfes: Die Hälfte unseres Energieverbrauchs in den Filialen passiert durch Licht. Wir achten darauf, dass wir erneuerbarer Energie beziehen, nämlich aus Wasserkraft. Bis 2010 werden wir rund 80 Prozent unserer Energie, die wir verbrauchen, mit umweltfreundlicher Energie betreiben. Wir beliefern unsere Filialen mit LKW`s und wir haben wir uns zum festen Ziel gesetzt, nahezu alle LKW-Transporte an C&A Filialen in Europa auf den umweltfreundlichen Euro 5 Standard umzustellen.

Business-on.de: Mit 400 Filialen allein in Deutschland könnte C&A ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz sein. Welche Signale setzen Sie?

Thorsten Rolfes: Wir wollen zu den Top 5 Einzelhändler gehören, die sich für die Umwelt engagieren. Wenn ein Unternehmen eine solche Botschaft aussendet, dass wir eine führende Rolle in der Modebranche einnehmen wollen, dann ist das ein Signal für den Einzelhandel, was vielleicht zum Nahahmen ermutigt. Es ist aber auch ein Signal in Richtung unserer Kunden und man darf nicht vergessen, dass wir in Deutschland 17.000 Mitarbeiter beschäftigten und in Europa 34.000 Mitarbeiter. Hier sind also viele Menschen tätig, die ihren kleinen Teil zum Umweltschutz beitragen.

(Elita Wiegand)


 


 

C&A
We C&Are
Thorsten Rolfes
Avanti

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "C&A" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: