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  • 10.12.2012, 00:15 Uhr
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Wegwerf-Handynummern

Identitätsverschleierung per App

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Das US-Start-up "Burner" ermöglicht seinen Kunden mittels eApp für einen begrenzten Zeitraum eine Einweg-Telefonnummer zu nutzen. So können User mit ihrem eigenen Handy aktiv und passiv Telefongespräche führen, ohne dass das Gegenüber die tatsächliche Nummer ihres Anschlusses in Erfahrung bringen kann, wie die New York Times berichtet.

Das Angebot umfasst auch SMS-Nachrichten. Derzeit funktioniert die Software nur in Nord- amerika, eine Ausweitung nach Europa ist in Planung. Ein Missbrauch für kriminelle Ma- chenschaften ist laut Unternehmen ausge- schlossen. Laut Unternehmen soll die Einweg-Telefonnummer bei Situationen, in denen die Telefonnummer für einen begrenzten Zeitraum ins Internet gestellt werden muss, so z.B. bei Geschäften bei eBay, Wohnungs- vermietungen oder Jobsuchen.

Verbrannte Telefonnummern

"Durch Mobiltelefone sind Menschen über ihre Nummern eindeutig identi- fizierbar geworden. Durch die heute mögliche maschinelle Verknüpfung von Daten können beispielsweise über die Handynummer Nutzerprofile und andere Informationen mit Personen verbunden werden. Wegwerfnummern erlauben es, wie bei E-Mails, für einzelne Anlässe eine Kontaktmöglichkeit zu schaffen, bei der sich die Nutzer nicht um eine Verseuchung kümmern müssen", sagt Datenschutz-Experte Georg Markus Kainz gegenüber pressetext. Das könne für den Schutz der Privatsphäre durchaus nützlich sein.

Burner ist derzeit ausschließlich für iOS erhältlich. Für 1,99 Dollar erhalten Kunden die Software und eine Punkte-Gutschrift, die 20 Gesprächsminuten oder 60 SMS entspricht. Weiteres Guthaben kann direkt in der App gekauft werden. Die Wegwerf-Nummern sind mit einem Ablaufdatum versehen. Wenn das Kontingent aufgebraucht oder die Gültigkeitsdauer abgelaufen ist, wird die Nummer gelöscht.

User können eine Nummer über den "Burn"-Knopf auch jederzeit manuell löschen, dann verfällt allerdings das noch verfügbare Guthaben. Eine Ver- längerung der Frist für eine Nummer ist ebenfalls möglich. Laut Burner-Webseite dauert die Erstellung eines Accounts lediglich 30 Sekunden, ein Kunde kann auch mehrere Nummern gleichzeitig verwenden. Anrufe und SMS werden nach Auswahl der zu verwendenden Burner-Nummer in der App initiiert. Burner schaltet sich dann als Brückenkopf zwischen seine Kunden und deren Gesprächspartner. User können ihre normale Nummer ganz normal weiterverwenden.

User nicht anonym

Die echte Nummer ist für die kontaktierten Personen nicht ersichtlich und laut Burner nur "sehr schwer zurückzuverfolgen". Nach dem Löschen der Nummer werden sämtliche Spuren des letzten Nutzers aus den Metadaten gelöscht. Die Betreiber von Burner legen jedoch Wert darauf, dass ihr Angebot keine anonyme Kommunikation erlaubt. Die Firma archiviert Nutzerdaten, die etwa auf Anfrage der Polizei herausgegeben werden. Zudem ist die Wegwerf-Nummer über den Netzbetreiber an den Standard-Anschluss der Kunden gekoppelt.

(Redaktion)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Klaus Stricker / pixelio.de


 

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