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Aktueller IHK-Konjunkturbericht

Wieder mehr Skepsis der Unternehmen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung

Die Stimmung der Wirtschaft am Niederrhein ist umgeschlagen: Erstmals seit vier Jahren sind mehr Unternehmen skeptischer hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung. Als Hauptrisiken werden die Energiepreise, steigende Kosten, aber auch die Auswirkungen der Finanzmarktkrise genannt. Dies geht aus dem Herbst-Konjunkturbericht der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor.

Wie die repräsentative Umfrage unter rund 300 Unternehmen mit über 53 000 Beschäftigten ergeben hat, bewerten noch 38 Prozent der Betriebe die derzeitige Wirtschaftslage als „gut“. Zu Jahresbeginn waren dies 47 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Unternehmen mit einer negativen Geschäftsentwicklung von 10 auf 15 Prozent. Die Geschäftslage insgesamt trägt das Prädikat „noch zufriedenstellend“.

Getrübte Stimmung

Ein Blick in die Branchen: Deutlich eingetrübt ist die Stimmung in der Industrie. Grund dafür sind rückläufige Auftragseingänge. So klagt jeder fünfte Industriebetrieb über eine sinkende Nachfrage aus dem Inland, gerade 16 Prozent melden vollere Auftragsbücher . Damit hat die Binnenkonjunktur in der Industrie erstmals seit fast drei Jahren einen Rückschlag erlitten. Auch die Auslandsbestellungen lassen nach: Nur noch 19 Prozent mit steigenden Ordern stehen 17 Prozent mit zurückgehenden Aufträgen gegenüber. Zu Jahresbeginn betrug dieses Verhältnis noch 32:12 Prozent. Daher nimmt die Industrie die Exporterwartungen für das kommende Jahr zurück. Ein Viertel (26 Prozent) geht von Umsatzzuwächsen aus, 15 Prozent rechnen mit Rückschlägen (Jahresbeginn 31:4 Prozent).

Schwache Geschäfte

Bei der Konsumnachfrage sind zwar positive Tendenzen festzustellen, doch wartet der Handel infolge des seit Jahren schwachen Geschäftes noch auf eine durchgreifende Besserung. Im Einzelhandel meldet etwa jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) steigende, gut jedes vierte (27 Prozent) fallende Umsätze. Eine ähnliche Tendenz ist im Dienstleistungsbereich zu beobachten (41:17 Prozent).

Die gestiegenen Kosten schlagen auf die Erträge der Unternehmen durch. So halten sich derzeit Betriebe mit steigenden und fallenden Gewinnen die Waage (28:28 Prozent). Im Vorjahr lag diese Quote noch bei 38:20 Prozent. Diese Entwicklung gilt für Industrie und Dienstleister gleichermaßen. Im Handel überwiegen sogar die negativen Stimmen.

Turbuenzen auf den Finanzmärkten

Für das kommende Jahr erwarten nur noch 15 Prozent der Betriebe einen anhaltenden Aufschwung, ein Viertel rechnet mit einer Verschlechterung. Dazu haben auch die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten mit negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum beigetragen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Unsere Wirtschaft befindet sich alles in allem in einer robusten Verfassung. Es gibt keinen Grund, schwarz zu sehen. Dennoch gibt es einiges zu tun, um nicht auch durch hausgemachte Probleme zurückzufallen. Ich nenne hier maßvolle Tarifabschlüsse, steuerliche Entlastung, Senkung der Lohnnebenkosten, Bürokratieabbau. Verschärft hat sich der Fachkräftemangel. Hier kann die Antwort nur lauten, kräftiger als bisher in Bildung zu investieren.“

(Redaktion)


 


 

Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve

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