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wire und Tube 2016

Friedrich-Georg Kehrer im Gespräch

In knapp drei Monaten beginnen wieder die internationalen Leitmessen wire und Tube. Vom 4. bis zum 8. April dreht sich auf dem Düsseldorfer Messegelände wieder alles um Draht, Kabel und Rohre. Im Vorfeld beantwortete Friedrich-Georg Kehrer, Global Portfolio Director Metals and Flow Technologies bei der Messe Düsseldorf, Fragen rund um das Düsseldorfer Messe-Duo. Mit seinem großen Team verantwortet er das internationale Maschinen- und Anlagenportfolio für den wachsenden Bereich der Metallmessen.

Im April 2016 finden die beiden Leimessen wire und Tube bereits zum 15. Mal gemeinsam in Düsseldorf statt. Der Begriff Industrie 4.0 beschäftigt immer stärker die Leitartikel der Fachmedien. Inwiefern spiegelt sich das auch bei den Draht,- Kabel - und Rohrausstellern wider?

Kehrer: Das ist eine industrielle Entwicklung, die sich durch nahezu alle Branchen zieht. Die Industrieprozesse verschmelzen zunehmend mit der digitalen Welt, Industrie 4.0 steht als Synonym für die vierte industrielle Revolution. Hierbei wachsen die reale Welt der Maschinen und Anlagen und die virtuelle Welt zu einem „Internet der Dinge“ zusammen.

Im globalen Wettbewerb erwarten die Kunden nicht nur verlässliche, kompetente Partner sondern einen zunehmend individuell zugeschnittenen Service. Die Anforderungen werden spezieller und hierfür liefert Industrie 4.0 maßgeschneiderte Lösungen. Es gibt aber auch noch viele Vorbehalte und Unsicherheiten innerhalb der Branchen gegenüber Industrie 4.0., Sicherheits- und Spionagebedenken halten Unternehmen davon ab, ihre Produktion ganz auf Industrie 4.0 umzustellen.

Die Aussteller, die ihre Produktion bereits auf Industrie 4.0 umgestellt haben, können oftmals noch gezielter auf individuelle Kundenwünsche eingehen und sich dadurch auch neuen Geschäftsfeldern öffnen.

In welchem Konjunkturklima werden die Messen im April 2016 stattfinden?

Kehrer: Die Konjunktur nimmt langsamer an Fahrt auf als noch zu Jahresbeginn 2015 erwartet. Das liegt zum einem an globalen wirtschaftlichen Zusammenhängen und konkreten politischen Unsicherheiten innerhalb der EU aber auch an weltpolitischen Umbrüchen.

Überkapazitäten an Produktionsstandorten wie China, das mit seiner enormen Stahlproduktion ganz Europa überschwemmen könnte, und daher auch für die deutsche Stahlindustrie eine echte Herausforderung darstellt, sind Tatsachen, die es einzuordnen gilt.
Dabei ist China nach wie vor der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Asien.

Wir blicken optimistisch auf die beiden Leitmessen im April: Die Anmeldezahlen bei wire und Tube sind vielversprechend. Die wire zeigt auf einer Nettofläche von derzeit (Stand Januar 2016) über 59.000 Quadratmetern Maschinen und Anlagen zur Drahtherstellung und Veredelung, Werkzeuge und Hilfsmaterialien zur Verfahrenstechnik sowie Werkstoffe, Spezialdrähte und Kabel. Außerdem werden Innovationen aus den Bereichen Mess-, Steuer - und Regeltechnik sowie Prüftechnik und Spezialgebiete präsentiert.

Die Bereiche Draht-, Kabel- und Glasfasermaschinen, Draht- und Kabelprodukten sowie Handel belegen die Hallen 9 bis 13, 16 und 17. Innovationen aus der Umformtechnik werden in Halle 15 gezeigt. Halle 16 öffnet ihre Tore für die Bereiche Gitterschweißmaschinen und Federfertigungstechnik. Bereits jetzt haben sich 1.138 Unternehmen aus 49 Ländern angemeldet.

Knapp drei Monate vor Beginn der Messen verzeichnet die Tube bereits 1.063 Aussteller aus 49 Ländern. Die Internationale Rohrfachmesse zeigt auf derzeit über 50.000 Quadratmetern netto die gesamte Palette von der Rohrherstellung über die Rohrbearbeitung bis hin zur Rohrverarbeitung sowie den Bereich Handel mit Rohren.

Die No. 1 Messe für die Rohrindustrie belegt mit dem Bereich Rohrzubehör die Hallen 1 und 2, der Rohrhandel und die Rohrherstellung schließen sich in den Hallen 2, 3, 4, 7.0 und 7.1 an. Der China Pavillon findet erneut in Halle 2 statt.

Die Tube-Umformtechnik befindet sich in Halle 5, in den Hallen 6 und 7a schließen sich Maschinen zur Rohrbearbeitung an. Maschinen und Anlagen präsentieren sich in Halle 7a. In den Hallen 1 bis 7.0 sind außerdem Profile für verschiedenste Anwendungen zu finden. Auch der Bereich Kunststoffrohre erhält auf der Tube ein eigenes Forum durch die Sonderschau PTF (Plastic Tube Forum). Hierbei handelt es sich um eine exklusive Sonderschau in der Halle 7.1, die Innovationen aus dem Bereich Kunststoffrohre zeigt. Vor dem Hintergrund steigender Herausforderungen in der Energie- und Umwelttechnik werden hier neueste Trends bei Gas-, Trinkwasser- und Heizungsrohren gezeigt.

Wie entwickeln sich die Messethemen Draht-, Kabel- und Rohre international?

Kehrer: Weltweit gelten wire und Tube als No.1 Messen ihrer Branchen. Seit 1988 finden sie gemeinsam in Düsseldorf statt. Hier haben sie sich zu den Leitmessen entwickelt, die sie heute sind. In 16 Messehallen werden technologische Neuheiten aus den Bereichen der Draht-, Kabel- und Rohrindustrie gezeigt. Internationale Unternehmen treffen ihre weltweite Kundschaft und knüpfen neue Kontakte für zukünftige Geschäftsabschlüsse. Kein expandierendes Unternehmen kann es sich leisten, in Düsseldorf nicht Flagge zu zeigen.

Mittlerweile haben wir Messe-Satelliten auf der ganzen Welt: Die wire hat internationale Satelliten in Russland, China, Thailand, Brasilien und Indien, die Tube hat inzwischen regionale Ableger in Russland, China, Thailand, Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Indien. wire und Tube Southeast ASIA haben sich inzwischen zu Leitmessen in Südostasien entwickelt, wire South America und TUBOTECH ziehen Aussteller und Besucher aus dem gesamten südamerikanischen Raum an.

Darüber hinaus gehören auch noch Aluminium, Metall- und Non Ferrous Veranstaltungen in das wachsende Portfolio der Metall- und Flow-Technologiemessen. Und ein Ende des internationalen Wachstums ist noch nicht in Sicht...

Woher kommen Ihre Aussteller und Besucher?

Kehrer: Traditionell stark vertreten auf wire und Tube sind Aussteller aus Italien, Großbritannien, Frankreich, der Türkei, den Niederlanden, Belgien, Spanien, der Schweiz, Schweden, Österreich, Polen und Deutschland. Aus Übersee reisen viele Aussteller aus den USA, Indien, Taiwan, Südkorea und China an.

Erwartet werden rund 70.000 Fachbesucher an fünf Messetagen. Die meisten Messegäste werden aus den starken Produktions- und Abnehmerländern wie Italien, Belgien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Österreich, Russland, der Türkei und Deutschland kommen. Aus Übersee kommen verstärkt Besucher aus den USA, Brasilien, Indien und China.

Gibt es begleitende Kongresse und Konferenzen?

Kehrer: Wir planen bewusst keine begleitenden Kongresse, Aussteller und Besucher sollen sich ganz auf das Messegeschehen konzentrieren können. Natürlich finden Treffen mit internationalen und nationalen Verbänden statt, es gibt diverse Abendveranstaltungen, einige Aussteller nutzen die Plattform Messe auch, um Pressekonferenzen an ihrem Stand oder im angrenzenden Congress Center durchzuführen.

Unser Kredo lautet jedoch: Konzentration auf das Geschehen in den Messehallen, die innovativen Maschinen und Anlagen, die vielen Nachfragen und Gespräche, die schlussendlich zu einem guten Messe- und Nachmessegeschäft führen sollen.

(Redaktion)


 


 

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