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  • 19.03.2013, 03:48 Uhr
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  • Wülfrath / Düsseldorf
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IHK-Analyse

Verschuldetes Wülfrath schreckt die Investoren ab

Das Eigenkapital der Stadt Wülfrath schmilzt, der ausgeglichene Haushalt wird verschoben, die Gewerbesteuer soll erhöht werden: All das schrecke Investoren ab, kritisiert die IHK Düsseldorf. An der Entschuldung gehe kein Weg vorbei.

Für das Jahr 2013 rechnet Wülfrath mit Gewerbesteuerein- nahmen von rund 10,6 Millionen Euro und einem Fehlbetrag in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro. "Damit kann die Stadt auch in diesem Jahr weder einen formal noch strukturell ausgegliche- nen Haushalt vorlegen. Der für 2014 avisierte strukturelle Haushaltsausgleich wird auf 2016 verschoben. Ende des Jahres wird das 2006 ursprünglich vorhandene Eigenkapital von rund 64 Millionen Euro voraussichtlich auf rund 16,6 Millionen Euro abgeschmolzen sein“, erklärt die IHK Düsseldorf in ihrer Stellungnahme zum städtischen Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2013. 

Eigenkapital schmilzt

Trotz der – von der IHK ausdrücklich begrüßten - haushaltswirt-schaftlichen Sperre bei Sach- und Dienstleistungsaufwendungen im letzten Jahr, um die drohende Überschuldung abzuwenden, gebe die fortschreitende Steigerung der Liquiditäts- oder Kassenkredite Anlass zur Sorge. Bei einem prognos- tizierten Höchststand von rund 48,2 Millionen Euro Ende letzten Jahres würde jeder Prozentpunkt einer möglichen Zinssteigerung Wülfraths Kassen mit rund 500.000 Euro zusätzlich belasten. „Je schneller der Eigenkapitalverzehr beendet wird, desto besser. Denn strukturell ausgeglichene Haushalte signalisieren den Unternehmen eine solide Finanzstruktur und geben ihnen Planungssicherheit. Ferner können ausgeglichene Haushalte das Zinsniveau von Kassenkrediten positiv beeinflussen“, so IHK-Haushaltsexperte Martin van Treeck.

Zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes habe die Stadt ursprünglich beabsichtigt, 2014 die Grundsteuer B auf 480 v. H. anzuheben. Um die rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen zum Teil auszugleichen, solle diese Erhöhung nach einem Vorschlag der Verwaltung auf 2013 vorgezogen werden. Bei der Anhebung der Grundsteuer B würden zwar alle Nutzer der kommu- nalen Infrastruktur zur Behebung der finanziellen Schieflage der Stadt heran- gezogen, so die Kammer. Dennoch habe dies auch negative Auswirkungen auf potenzielle Gewerbeansiedlungen, weil auch diese Steuererhöhung die Standortkosten insgesamt verteuere.

Wülfrath muss Investoren gewinnen

„Angesichts von Überlegungen im Südkreis, die Gewerbesteuerhebesätze auf 300 beziehungsweise 280 v. H. 2014 zu senken, steht die Wülfrather Wirtschaftsförderung vor großen Herausforderungen. Denn nur mit handfesten Vorteilen - unabhängig von den Standortkosten - kann es der Stadt gelingen, neue Investoren auf sich aufmerksam zu machen und für sich zu gewinnen“, so die IHK Düsseldorf abschließend.

(Redaktion)


 


 

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