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  • 20.02.2017, 16:12 Uhr
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  • Deutschland
Elektroschrott

Das neue Elektrogerätegesetz - Was 2017 auf Händler zukommt

Jedes Jahr werden in der EU mehr und mehr Elektro- und Elektronikgeräte entsorgt. Mit rund 700.000 Tonnen Elektroschrott im Jahr ist Deutschland trauriger Spitzenreiter.

Auch geben aktuelle Entwicklungen keinen Grund zum Optimismus. Nach Schätzungen der EU Kommission wird bis 2020 die Menge des in der EU jährlich anfallenden Elektroschrotts auf 12,3 Mio. Tonnen pro Jahr steigen (2005 ca. 9 Mio. Tonnen). Dieses erschreckende Wachstum ist auf die steigenden Lebensstandards einerseits und auf die immer schnelleren Erneuerungen von Features, Techniken und Modellen von Geräten zurückzuführen. Ganz gleich, ob ein altes Gerät nicht mehr funktioniert oder ob es ausgesondert wurde, da es mittlerweile moderne Geräte mit verbesserter Funktionalität gibt - in jedem einzelnen Gerät stecken wertvolle Rohstoffe. Damit diese nicht auf der Müllkippe landen, sondern durch Recycling wieder zu verwertbaren Rohstoffen werden und um den illegalen Export von Elektroschrott zu reduzieren, erließ das Europäische Parlament 2002 die erste WEEE-Richtlinie.

Das ElektroG

In Deutschland wurde die WEEE- Richtlinie am 16.3.2005 erstmals durch das 'Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG)' in nationales Recht umgesetzt. Im Laufe der Zeit wurden die Vorschriften immer weiter verschärft. Das ElektroG2, mit dem nicht nur das Entsorgen, sondern auch das Inverkehrbringen von elektrischen und elektronischen Geräten geregelt wird, gilt seit dem 24.10.2015. Das Gesetz gilt genau genommen für alle Elektro- und Elektronikgeräte, die beim ordnungsgemäßen Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder

  • erzeugen
  • verbrauchen
  • übertragen
  • messen

und für Wechselstrom mit maximal 1.000 V oder für Gleichstrom mit maximal 1.500 V ausgelegt sind.

Besonders betroffen von diesem Gesetz sind Händler, die eben diese Geräte anbieten. Aber auch als Konsument sollte man sich mit den neuen Vorschriften auseinandersetzen.

Welche Konsequenzen hat das ElektroG2 für Händler?

Am 24.07.2016 ist die Übergangsfrist für den Distanzhandels des ElektroG2 abgelaufen. Seit diesem Stichtag müssen nicht nur stationäre Händler, die ihre Waren auf einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern anbieten, sondern auch Online- und Versandhändler mit einer Lager- und Versandfläche von über 400 Quadratmeter innerhalb Deutschlands, Elektroaltgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm zurücknehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kunde ein neues Gerät gekauft oder es ursprünglich bei diesem Händler erworben hat. Das heißt Kunden können jederzeit verlangen, ihre alten elektrischen Zahnbürsten, Föne oder kaputten Bohrern bei vom ElektroG2 betroffenen Händlern abzugeben. Bei größeren Geräten gilt die Rücknahmepflicht nur, wenn der Kunde ein gleichartiges Produkt erworben hat. Die fachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung muss vom Händler nachgewiesen und dokumentiert werden.

Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen

Für Hersteller, Importeure oder Händler von Elektro- und Elektronikgeräten wird es jetzt höchste Zeit, die Vorschriften im beruflichen Alltag umzusetzen. Wer die Vorschriften einfach ignoriert oder nur halbherzig umsetzt, riskiert empfindliche Strafen. Werden Geräte in den Verkehr gebracht, die nicht registriert sind, kann das mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Zusätzlich können bereits erzielte Gewinne aus solchen Geschäften unter Umständen eingezogen werden. Wer wegen solcher Verstöße von einem Mitbewerber abgemahnt wird, muss darüber hinaus mit Schadenersatzforderungen rechnen. Auch Händlern, die ihre Rücknahmepflichten vernachlässigen wird das Leben schwer gemacht, denn ab 2017 droht ein Bußgeld von bis zu 100.000€ bei Verstößen gegen das ElektroG2. Wer sich bei den Verpflichtungen überfordert fühlt, kann auf Dienstleister wie Lightcycle für die Rücknahme von Beleuchtung, Ekopunkt für Verpackungen oder WEEE Return für Elektroaltgeräte zurückgreifen.

Was müssen Verbraucher über das ElektroG2 wissen?

Was für jeden umweltbewussten Verbraucher selbstverständlich sein sollte, wird durch das ElektroG2 gesetzlich vorgeschrieben: Elektro- und Elektronikgeräte dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Überall werden Sammelstellen eingerichtet, in denen Kleingeräte wie Fön, Bügeleisen oder Toaster kostenlos abgegeben oder in Sammelbehältern abgelegt werden können. Großgeräte werden kostenlos von kommunalen Entsorgungsunternehmen abgeholt oder werden beim Kauf eines Neugerätes kostenfrei vom Händler zurückgenommen.

(Redaktion)


 


 

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