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Solvenzkrise der Banken

Finanzkrise 2.0: Der Crash rückt näher

Der Weg der in die nächste Finanzkrise ist bereits vorgezeichnet, beachtet man die vielen Alarmsignale, die auf eine baldige Verschlimmerung der neuen Solvenzkrise des weltweiten Bankensystems hinweisen.

Am 30.08. sind Details aus dem Brandbrief bekannt geworden, die der Chef der europäischen Bankenaufsicht Enria an die Regierungen übersand hat. Darin fordert er umgehende Maßnahmen, angeschlagene Kreditinstitute direkt mit Staatshilfen zu stützen.

Es gilt die höchste Alarmstufe für europäische Banken, die in den letzten Wochen im Durchschnitt jeden Tag 1-5% ihres Aktienwertes verloren haben. Griechische Institute büßten innerhalb von 2 Monaten rund 50% ihres Wertes ein. Aber auch die Deutsche Bank AG verlor innerhalb des letzen Monats 26%.

Einen umfassenden Überblick über die Aktienkursentwicklungen finden Sie im Blog "Querschüsse".

Damit reiht sich Enria ein in eine Vielzahl von Personen, die die nächste Finanzkrise bereits fest vor Augen haben, wie IWF-Chefin Lagarde, Josef Ackermann und viele mehr. Die Banken rund um den Globus entlassen bereits mehrere zehntausend Angestellte, um die Chance zu verbessern, die kommende Krise mit ihrem Institut zu überstehen.

Dem allgemeinen Abwärtssog ihres Börsenwertes können sie sich aber nicht entziehen. Und ebenfalls nicht der Neubewertung der Staatsanleihen, welche die Banken in ihren Bilanzen halten, zu den gültigen Marktpreisen. Es wird geschätzt, dass allein den europäischen Instituten ein Loch von bis zu 200 Milliarden Euro in ihren Bilanzen droht. Der starke Anstieg der Kredit-Ausfall-Versicherungen gegenüber der Banken- und Versicherungsbranche auf ein Allzeit-Hoch spricht Bände. Ebenfalls steigt der EURIBOR, der Zinssatz zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, stetig an. Dies bedeutet, dass sich die Banken untereinander ebenfalls nicht mehr besonders stark trauen.

Die zweite Krisenwelle rückt an

Hans Reckers, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Banken, ist sich des Umstands bewußt, dass wir eine zweite Krisenwelle erleben werden und sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" bereits:

"Ich hoffe, dass diese zweite Welle nicht zu stark ausfällt und dass es sowohl den Banken als auch den öffentlich Verantwortlichen wieder gelingt, die Branche zu stabilisieren."

Die europäischen Bankenaufseher suchen gegenwärtig nach Möglichkeiten, die europäischen Banken mittel- und langfristig zu refinanzieren. Eine Möglichkeit besteht darin, den Banken direkt Gelder aus dem Euro-Rettungsschirm zukommen zu lassen, wofür die Europäische Banken Ausfsicht (EBA) jedoch mit neuen Befugnissen ausgestattet werden müsste: "Die EBA verfügt unter gegenwärtigem europäischem Recht nicht über die Befugnisse, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen."

Eine Lösung durch die Politik ist tendenziell nicht zu erwarten, denn Finanzminister Wolfgang Schäuble wiegelte die Forderung von Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde nach einer zwangsweisen Aufstockung der Eigenkapitalquote der Banken bereits ab. Er teilte mit, dass die verschärften Eigenkapitalregeln für Banken (Basel III), sowie der verstärkte Euro-Rettungsfonds EFSF die Mittel der Wahl seien und darüber hinaus keine weiteren Maßnahmen nötig werden würden.

Wie es weiter geht, bestimmt der Markt. Ein krisengebeutelter Herbst wird uns erwarten.

(Redaktion)


 


 

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