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Fehler bei einer GmbH

Fünf folgenschwere Fehler, die bei der Gründung einer GmbH häufig passieren

Eine GmbH zu gründen, ist grundsätzlich eine gute Idee: Die Haftung ist beschränkt, sodass man im Insolvenzfall nicht mit seinem Privatvermögen eintreten muss, sondern lediglich mit den bereits vorgeleisteten Einlagen. So können selbst unsichere Unternehmen ausprobiert werden, da man danach nicht mit einem Minus aus dem Vorhaben GmbH hinausgeht.

Inhaltsverzeichnis zu den Fehlern bei einer GmbH-Gründung:

  1. Fehler Nummer Eins: Das Startkapital
  2. Fehler Nummer Zwei: Der unzureichende Gesellschaftsvertrag im Hinblick auf das Startkapital
  3. Fehler Nummer Drei: … und auch im Bezug auf den Namen
  4. Fehler Nummer Vier: Richtung des Gegenstands der Firma
  5. Fehler Nummer Fünf: Die Haftung vor der Gründung
  6. Darf das Startkapital von 25.000 Euro genutzt werden, um damit zu wirtschaften?
  7. Was muss in der Satzung einer GmbH unbedingt enthalten sein?
  8. Fehler der GmbH Gründung - Infografik

Doch neben diesem Effekt und einigen anderen Sonnenseiten (die Rechtskräftigkeit der juristischen Person GmbH, stille Reserven, geringe Körperschaftssteuer, …) ist die GmbH (GmbH Definition) nicht so sicher, wie viele landläufig meinen können.

Fehler Nummer Eins: Das Startkapital

  • Für viele Jungunternehmer und Start-Upper hört sich das Stamm- oder Startkapital von 25.000 Euro im ersten Moment nicht nach viel Geld an. Jedoch wird es in der Praxis zum Gegenteil, wenn man nur sehr wenige Gesellschafter (Gesellschafter Definition) hat.
  • Denn je mehr Personen, desto mehr finanzieller Aufwand entfällt auf die einzelnen Mitglieder. Zudem unterliegen, im weiteren Verlauf, viele GmbH-Mitglieder dem klassischen Irrtum, dass das Geld nicht mehr angefasst werden darf. Jedoch darf aber nach notarieller Beglaubigung mit dem Stammkapital gewirtschaftet werden.
  • Mit dieser wichtigen Einschränkung: Sie darf nur für Kosten der Geschäftsgründung bis zu einer Höhe von 1.500 Euro benutzt werden. Hierbei wird bereits klar, dass die Gründung einer GmbH mit vielen Verklausulierungen leben muss – und diese werden von dem Laien häufig nicht richtig verstanden.
  • Zudem überschätzt man sich hierbei sehr leicht. 25.000 Euro wollen erst einmal erwirtschaftet werden. Sind Sie sicher, dass das mit Ihrer Idee tatsächlich funktioniert?

Fehler Nummer Zwei: Der unzureichende Gesellschaftsvertrag im Hinblick auf das Startkapital …

  • Ein Gesellschaftsvertrag ist einer der ersten Schritte, den die Mitglieder einer zukünftigen GmbH gehen müssen. In diesem wird alles rund um das Unternehmen festgelegt, u. a. der Name, der Sitz als auch die Höhe des Startkapitals und diejenige Aufteilung an die Gesellschaft. Da jedoch der Gesellschaftsvertrag in seiner Ausführung äußerst frei ist, ist das Fluch und Segen zugleich.  
  • Denn nicht wenige vergessen wichtige Dinge wie die genannten Gründungskosten. Zwar herrscht wohl bei dem Verfassen des Gesellschaftsvertrags eine gewisse Hochstimmung im Angesicht der bevorstehenden gemeinsamen Firmengründung – doch gerade auch deshalb sollten solch wichtige Angaben nicht vergessen werden. In vielen Fällen wurde aus Freund schnell Erzfeind im Laufe der Zeit oder auch schon kurz nach dem Abschluss des wichtigen Vertrags: Von einer genauen, finanziellen Beteiligung am Unternehmen weiß dann der einstige Kumpane nichts mehr. Sie wissen, dass Ihr zukünftiger Geschäftspartner dies sein und weiterhin auch Freund bleiben kann? Oder haben Sie schon den zweiten Fehler begangen und den wichtigen Punkt Startkapital als Vertrauensbeweis verbucht?

Fehler Nummer Drei: … und auch im Bezug auf den Namen …

  • Dieser Irrtum kann schlimme Folgen haben: Sie wollen einen Firmennamen für Ihr Unternehmen, geben diesen so an Ihren Notar weiter, der dann den Weg zum Handelsregister (Handelsregister Definition) ebnet. Dort wird Ihnen gesagt, dass der gewählte Name bereits vergeben ist.
  • Dieser Fehler wird dann erst zu einem Problem, wenn man bereits unter diesem Namen gewirtschaftet hat. Das geht in der sogenannten Phase der Vor-GmbH, und zwar ausschließlich zum Zwecke der endgültigen Gründung der GmbH (dies kann ein weiterer Fehler sein, der häufig begangen wird: Handeln, ohne ein Gewerbe abschließend angemeldet zu haben). Verwechslungen, Abmahnungen und Klagen, die teils auch vor Gericht ausgetragen werden, kosten Nerven, wertvolle Zeit zur Unternehmensgründung hin und vor allem jede Menge Geld.
  • Auch ähnlich klingende Ausdrücke, Wortspiele und Veränderungen zu einem bereits eingetragenen Namen sind nicht zulässig. Die Juristen nennen dies unterscheidungskräftig. Die Gesellschaft muss zweifelsfrei als diese eine erkannt werden. Haben Sie vorher wirklich alles abgeklärt, was es zu Ihrem Firmennamen gibt? Oder stehen Sie nun bereits mit einem Plagiat in der Öffentlichkeit?
  • Zudem scheuen sich viele Unternehmer davor, ihre Rechtsform offen zu legen – und lassen diese darum schlichtweg weg. Andernfalls kann es darum zu Verwechslungen kommen. Eine Irreführung durch die Namenswahl ist selbstverständlich dennoch auszuschließen. Daran haben Sie gedacht?

Achtung: Betrug bei GmbH Gründung. Wie sie garantiert nicht in die Falle tappen

Fehler Nummer Vier: … sowie in Richtung des Gegenstands der Firma

  • Auch der jeweilige Firmengegenstand muss erkenntlich sein. Das meint, mit welcher Tätigkeit und in welcher Branche die zukünftige GmbH aktiv wird. Viele Bald-Unternehmer geben lediglich die Sparte an und beschreiben für diese die allgemeinen und bereits jedem bekannten Punkte. Das reicht nicht aus.
  • Es muss die konkrete Beschäftigung sein, die individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist. So grenzt man sich einerseits von Konkurrenten ab und wirbt zukünftige Geschäftspartner an, die genau diese Dienstleistung möchten. Es wird dadurch nichts verschleiert, auch nicht gegenüber dem Handelsregister.
  • Denn dies kann kapitale Folgen haben: Sind Sie in Ihrem Gesellschaftsvertrag allgemein geblieben, was den Gegenstand betrifft? Dann kann es sein, dass das Handelsregister Sie nicht aufnimmt. Für viele Tätigkeiten bedarf es einer genehmigungspflichtigen oder gewerberechtlichen Vorschrift. Dagegen sollten Sie nicht verstoßen.

Fehler Nummer Fünf: Die Haftung vor der Gründung

Zwar bedeutet der Begriff „GmbH“ bereits „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Dies gilt aber erst, wenn das zukünftige Unternehmen durch den Notar in das Handelsregister überführt worden ist.

  • In der Phase der Vorgründergesellschaft haften die Privatpersonen, und zwar mit ihrem eigenen Vermögen. Wird dort ein großer Leichtsinn in finanzieller Hinsicht begangen, kann es sehr schnell zu einer nicht mehr abwendbaren Insolvenz kommen – die GmbH wird nicht errichtet und der persönliche Schaden kann sich unter Umständen über viele Jahre oder auch auf Lebenszeit ziehen.
  • Sie sind sich sicher, die Bürokratie umgehen zu wollen und eine GmbH ohne Eintragung auf die Beine zu stellen. Dies ist möglich, aber davon ist dringend abzuraten: Denn ebenso wie in der bereits genannten Phase der Vorgründergesellschaft treten Sie als Gründer mit Ihrem gesamten Vermögen für finanzielle Verluste ein. Und dies kann ebenso die gerade genannten, immerwährenden Schulden nach sich ziehen. Haben Sie Familie, bedeutet dies ein möglicherweise hartes Schicksal.

Fragen und Antworten zu den Fehlern einer GmbH-Gründung

Darf das Startkapital von 25.000 Euro genutzt werden, um damit zu wirtschaften?

Ja. Wichtig ist nur, dass es am Gründungstag ohne Abzüge und frei von Rechten Dritter auf dem Konto vorliegt. Danach kann es ohne Einschränkungen für betriebliche Zwecke wie Investitionen, Kosten und den Wareneinkauf genutzt werden.

Was muss in der Satzung einer GmbH unbedingt enthalten sein?

  • Sitz der GmbH
  • Name der GmbH
  • Höhe des Stammkapitals
  • Betrag der Stammeinlage
  • Unternehmensgegenstand

Fehler der GmbH Gründung - Infografik:

(Christian Weis)


 


 

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