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Fiktives Interview

Ich sprach mit ... dem Mut

In fiktiven Interviews spricht Richard Clever mit Gefühlen, Tugenden und Werten von im Marketing handelnden Menschen. Heute: Interview mit dem Mut.

Richard Clever: Schön Sie zu treffen – wie geht es Ihnen?

Mut: Ich freue mich, dass ich hier sein darf.

Richard Clever: Also bei mir sind Sie immer herzlich willkommen.

Mut: Da bilden Sie immer mehr eine Ausnahme. Ich habe den Eindruck, dass viele mich gar nicht mehr mögen – manchmal habe ich sogar das Gefühl, unerwünscht zu sein.

Richard Clever: Unerwünscht?!

Mut: Ja, leider. Denn eigentlich müsste sogar das Gegenteil der Fall sein. Sehen Sie: Wir schreiben 2012, da draußen in der Wirtschaft ist eine Menge los. Märkte verändern sich, Kaufverhalten ändern sich, um Zielgruppen und Kunden ist längst ein Kampf im Gange – und wer nicht ’ankommt’, verliert.

Richard Clever: Wohl wahr. Aber was empfehlen Sie?

Mut (lacht): Na, mich! Aber im Ernst: Wem wirklich daran gelegen ist, etwas zu bewegen, etwas zu erreichen, der darf keinen Pattex am Hintern haben, am Sessel kleben bleiben und so agieren wie seit eh und je – damit kommen Sie nicht weiter. Das Agieren beginnt übrigens mit dem Denken. Und die ersten Denkanstösse sind in diesem Sinne: Ist der traditionelle Weg der richtige? Komme ich mit Mainstream weiter? Oder laufe ich damit Gefahr, schon auf halber Strecke in der Belanglosigkeit zu versinken?

Richard Clever: ... und einfach nicht ’anzukommen’ ...

Mut: Exakt! Und genau da komme ich ins Spiel. Denn es gehört ja immer etwas Mut dazu, Altbewährtes zu hinterfragen und Neues zu entwickeln. Manchmal nur eine Prise, manchmal etwas mehr; eine ganze Portion mit allem drum und dran.

Richard Clever: Mit ’allem drum und dran’?

Mut: Ja, damit meine ich die Intensität. Platt gesagt: Hinterfragen ist leicht, das kann man immer wieder mal. Wer aber zur Erkenntnis gelangt, einen anderen Weg einschlagen zu müssen, braucht letztlich eben genau diese Portion mehr an Mut, diesen Weg auch konsequent zu gehen.

Richard Clever: Das müssen Sie näher erklären ...

Mut: Nehmen wir mal an, ein Unternehmen vermarktet zum Beispiel weiße Tassen. Das Geschäft funktioniert seit 50 Jahren, aber seit 10 Jahren wird jedes Jahr weniger abgesetzt. Was also tun? Die eingefahrene Marketingstrategie kann den Abwärtstrend offenbar nicht mehr stoppen. Eine neue Denke kann aber für neues Potenzial sorgen. Das beginnt mit fundamentalen Fragen wie: Müssen unsere Tassen immer nur weiß sein? Und reicht zum Beispiel zu Fragen wie dieser: Müssen wir in der Kommunikation davon reden, dass man aus Tassen trinken kann? Ich als Mut gehe da auch noch weiter und sage: Reden wir auch von etwas völlig anderem. Stellen wir doch mal etwas ganz anderes heraus: Mit einer Story, die der Wettbewerb nicht hat – und die einen völlig neuen Zugang zur Zielgruppe schafft. Und letztlich das Produkt mit ganz anderen Argumenten verkauft. Das kann auch eine ganz neue, eigene Markenwelt sein.

Richard Clever: Jaja, aber wo ist das Problem?

Mut: Eben der fehlende Mut.

Richard Clever: Dann ermutigen Sie uns ...

Mut: Gerne! Verstehen Sie mich bitte nicht als Ziel, sondern als Weg. Ich bin kein Selbstzweck – ich ermögliche, anzukommen und letztlich erfolgreich zu sein. Es geht ja auch um Wirtschaftlichkeit und um Effektivität – am Ende des Tages zählt nur das. Am Ende sprechen die Zahlen. Und genau hier kann ich entscheidend mit dazu beitragen, genau das zu erreichen.

Richard Clever: Okay, Sie sind also eine wertschöpfende Tugend, richtig?

Mut: So kann man das sehen. Und darum würde ich an dieser Stelle auch gerne dafür plädieren, sich auf mich einzulassen. Begreifen Sie mich als Chance. Auch für Ihre ganz persönliche Vita. Denn der Erfolg wird auch bei Ihnen verbucht.

Richard Clever: Schönes Schlusswort. Oder haben Sie noch etwas auf dem Herzen?

Mut: Ich bin hungrig.

Richard Clever: Verstehe.

(Richard Clever)


 


 

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