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  • 24.08.2020, 17:00 Uhr
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  • Deutschland
Finanzpolitik

Studie belegt: Über die Hälfte der Deutschen findet die Niedrigzinspolitik der EZB falsch

Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt seit Jahren eine Niedrigzinspolitik. Das Ziel hierbei besteht darin, die Euro-Zone zu stabilisieren und den hochverschuldeten EU-Ländern die Möglichkeit zu geben, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu holen. Nun zeigt sich jedoch, dass die Zustimmung der Bevölkerung zu dieser Finanzpolitik bröckelt. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Niedrigzinspolitik ab. Hierfür sind insbesondere die Folgen der Negativzinsen verantwortlich. Sowohl Unternehmen als auch Privatleute sind angesichts der niedrigen Zinsen auf Kredite angewiesen. Ebenfalls negativ ist, dass trotz der Niedrigzinspolitik ein Auseinanderbrechen der Eurozone nicht ausgeschlossen werden kann.

Diese Ziele verfolgt die EZB mit ihrer Niedrigzinspolitik

Die Niedrigzinspolitik der EZB ist eine langfristige Folge der Finanzkrise von 2008. Damals waren die Finanzmärkte In heller Aufruhr, was sich negativ auf die Eurozone auswirkte. Es drohte die Gefahr, dass die gesamte Währungsunion auseinanderbrechen könnte, was unter allen Umständen verhindert werden sollte. Der damalige EZB-Chef Draghi sagte, dass er alle notwendigen Mittel ergreifen werde, um die Eurozone zu retten. Das beruhigte die Finanzmärkte, sodass größere Katastrophen ausblieben.

Zudem ist ein Ziel der Niedrigzinspolitik, die Wirtschaftlichkeit der südlichen Euroländer aufrechtzuerhalten. Insbesondere Griechenland und Italien sind hoch verschuldet und hätten ohne die Niedrigzinspolitik quasi keine Chance, an frisches Geld am Markt zu kommen. Die niedrigen Zinsen sind jedoch ein Anreiz für die Banken, möglichst viele Kredite zu vergeben, von denen die gebeutelten Euro-Länder profitieren. Bisher bleiben die gewünschten Effekte jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Niedrigzinspolitik der EZB ab

Die Niedrigzinspolitik der EZB genoss in Deutschland lange Zeit grundsätzlich Zustimmung. Den Menschen ist klar, das Deutschlands Wirtschaft stark von einer funktionierenden europäischen Wirtschaft abhängig ist und dass ein Zerbrechen der Eurozone große Nachteile für Deutschland mit sich brächte. Zudem waren die negativen Auswirkungen der Niedrigzinspolitik lange Zeit nicht greifbar. Die kalte Progression hat zwar für einen Wertverlust der Spareinlagen gesorgt, ein konkreter Verlust von Geld war jedoch auf den Kontoauszügen nicht festzustellen. Allerdings zeigte sich schnell, dass die Menschen an kurzfristigen Anlagen interessiert sind, weil diese eine größtmögliche Flexibilität bieten.

Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Zustimmung zur Niedrigzinspolitik bröckelt. Die Gothaer Asset Management AG hat die Studie bei der Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH in Auftrag gegeben. Mitte Januar 2020 wurden computergesteuerte Telefoninterviews durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.001 Bundesbürger an der Befragung teil. Diese waren mindestens 18 Jahre alt und wurden nach einem systematischen Zufallsverfahren bestimmt. Die Studie zeigt, dass lediglich 29% der Befragten die Niedrigzinspolitik der EZB für den richtigen Weg halten. 61% sprechen sich ausdrücklich dagegen aus. Ein höherer Wert wurde zuletzt 2016 erreicht. Vor allem die Menschen ab 60 halten die Niedrigzinspolitik für einen Irrweg (66%), aber auch bei den 18-29 Jährigen ist die Zustimmung von 47 % in 2019 auf 30 % in 2017 gefallen.

Vor allem die Negativzinsen sind für die ablehnende Haltung verantwortlich

Es sind besonders die Negativzinsen, die dazu geführt haben, dass die Zustimmung zur Niedrigzinspolitik nachlässt. Die Banken zahlen für Spareinlagen auf Konten nun keine Zinsen mehr aus, sondern erheben im Gegenteil manchmal sogar Strafzinsen. Ebenso müssen sie Negativzinsen an die EZB zahlen, wenn sie dort Geld einlagern. Die Idee dahinter besteht darin, dass es unattraktiv werden soll, Geld irgendwo zu lagern. Stattdessen sollen Kredite vergeben werden, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Staaten in die Lage zu versetzen, ihre Verschuldung abzubauen.

Durch diese Negativzinsen sind die negativen Konsequenzen der Niedrigzinspolitik für die Bürger der einzelnen Länder konkret spürbar. Der Verlust ist nicht mehr nur theoretisch, sondern spürbar zu merken. Hinzu kommt, dass die Finanzpolitik der EZB in den letzten Jahren nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt hat. Die Menschen befürchten nun, dass dies auch in Zukunft nicht geschehen könnte und dass durch diese Politik mehr Schaden entsteht als Nutzen.

Angesichts der niedrigen Zinsen sind Kredite gefragt

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat konkrete Auswirkungen auf die Altersvorsorge vieler Menschen. Wer in Kapitalanlagen und Lebensversicherungen investiert hat, bekommt im Alter deutlich weniger Geld, als bei Vertragsabschluss zu hoffen war. Durch die niedrigen Zinsen haben die Institute kaum eine Chance, Renditen zu erwirtschaften, die dann an die Investoren ausgezahlt werden können. Viele müssen daher damit rechnen, wegen des fehlenden Geldes Einbußen bei ihrem Lebensstandard in Kauf nehmen zu müssen.

Um dies zu verhindern, bleibt vielen nur der Griff zu einem Kredit. Dieser bietet den Nutzern finanzielle Freiheit und eröffnet ihnen Spielräume, um neue Wege für die Altersvorsorge zu finden. Mit einem passenden Kredit ist es zum Beispiel möglich, in Aktien zu investieren und sich somit ein finanzielles Polster aufzubauen. Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, durch Kredite neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich somit auf die neuen Gegebenheiten am Markt einzustellen.

Grundsätzlich ist eine solche Kreditvergabe ganz im Sinne der EZB, weil durch Kredite die Wirtschaft angekurbelt werden soll. Allerdings ist dieses Vorgehen nicht für alle geeignet. So gibt es 10 häufigste Gründe, warum ein Kredit abgelehnt wird. Interessierte müssen daher verschiedene Strategien nutzen und Maßnahmen ergreifen, um diese Gründe aus der Welt zu schaffen und sich die Möglichkeit zu eröffnen, auf einen Kredit zugreifen zu können.

Ein Auseinanderbrechen der Eurozone wird befürchtet

Die EZB ist mit dem Ziel angetreten, die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone aus der Welt zu schaffen. Dieses Vorhaben ist nur bedingt erfüllt worden. Die Finanzmärkte haben sich aufgrund der Niedrigzinspolitik etwas entspannt und der Euro hat sich stabilisiert. Bei den Menschen hat jedoch die Sorge vor einem Auseinanderbrechen zugenommen. 2019 befürchteten 24% der Befragten, dass ein Ende der Eurozone kurz bevorstehen könnte. Dieser Wert ist bei der aktuellen Befragung auf 27% angestiegen. Ein Grund hierfür dürfte der Brexit sein.

(Redaktion)


 


 

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