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Solarstrom

Günstige Abschreibungsregeln für die Anlage auf dem Dach

Speisen Eigenheimbesitzer einen Teil des auf dem Dach produzierten Solarstroms in öffentliche Netze ein, werden sie hierdurch zum Unternehmer (bei der Umsatzsteuer) und zum Gewerbetreibenden (bei der Einkommensteuer).

Denn in Höhe der vom Netzbetreiber gewährten Vergütung liegen Betriebseinnahmen aus gewerblicher Betätigung vor, sofern nicht aufgrund dauerhafter Verluste eine Einstufung als Liebhaberei erfolgt. Die Einkünfte ermitteln sich unter Berücksichtigung der individuellen Leistungsdaten der Anlage, der erhaltenen Fördermittel, der vorgenommenen Investitionen und der Finanzierung. Der Hausbesitzer unterhält einen Gewerbebetrieb „Stromerzeugung“. Den Kaufpreis für die Fotovoltaikanlage kann er aber nicht sofort in voller Höhe gewinnmindernd geltend machen, sondern muss ihn langfristig abschreiben.

Bislang wurden die Solarmodule, die nicht auf die vorhandene Dacheindeckung aufgesetzt, sondern anstelle der Dachhaut eingesetzt werden, als Gebäudebestandteil eingestuft. Damit könnten die Aufwendungen nur nach den Regeln für Immobilien abgeschrieben werden, zumeist linear über 50 Jahre.

Das Bayerische Landesamt für Steuern weist jedoch in einer Verfügung vom 5.8.2010 darauf hin, dass es sich auch bei einer in das Dach integrierten Fotovoltaikanlage nach einer Entscheidung der Einkommensteuer -Referatsleiter des Bundes und der Länder um ein selbstständiges Wirtschaftsgut handelt, das über die Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben werden darf (Az. S 2190.1.1-1/3 St32). Als beweglicher Gegenstand darf dabei neben der linearen AfA von jährlich 5 Prozent auch die degressive AfA von 12,5 Prozent angesetzt werden. Da Hausbesitzer durch das Betreiben der Anlage keine allzu hohen Jahresgewinne einfahren, dürfen sie zudem eine Sonderabschreibung von weiteren 20 Prozent verwenden, die nur bei Jahresgewinnen ab 200.000 Euro ausgeschlossen ist. Damit lässt sich sofort im Jahr des Einbaus ein Gewinnminderungspotenzial erzielen.

Beispiel: Auf das Dach des Einfamilienhauses wird eine Fotovoltaikanlage installiert, die im Juli 2010 betriebsfertig wurde. Die Kosten beliefen sich auf netto (ohne Umsatzsteuer ) 30.000 Euro.

Beispiel
AfA-Methodelineardegressiv
Herstellungskosten30.000 €30.000 €
x AfA 5% x 6/12 Monate750 €-
x AfA 12,5% x 6/12 Monate-1.875 €
x Sonder- AfA 20%6.000 €6.000 €
Betriebsausgaben 20106.750 €7.875 €

Sind die Solarmodule nicht auf die vorhandene Dacheindeckung aufgesetzt, sondern anstelle der Dachhaut eingesetzt, schützen sie das Gebäude zwar vor Witterungseinflüssen. Da sie aber gleichzeitig auch unmittelbar der Stromerzeugung im Rahmen des Gewerbebetriebs dienen, erfolgt jetzt die ertragsteuerlich erfreuliche Einstufung als selbstständige, bewegliche Wirtschaftsgüter auch bei solchen dachintegrierten Fotovoltaikanlagen. Das war zuvor nur bei herkömmlichen Aufdachanlagen der Fall.

Für die geplante Anschaffung der Solaranlage können die Unternehmer-Immobilienbesitzer auch noch vorab einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Aufwendungen gewinnmindernd geltend machen. Das gilt z.B. im Jahr 2010, wenn die Anlage bis Ende 2013 installiert werden soll. Benötigt wird hierzu allerdings eine verbindliche Bestellung, nur dann lässt sich der Abzugsbetrag vor dem Jahr der Inbetriebnahme bilden.

(VSRW-Verlag)


 


 

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