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Spekulationsgeschäfte

Verluste bei Gebrauchsgegenständen sollen nicht mehr berücksichtigt werden

Der BFH hatte mit Urteil vom 22.4.2008 (Az. IX R 29/06) entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung entschieden, dass die Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs innerhalb eines Jahres nach Anschaffung ein Spekulationsgeschäft darstellt, weil unter die entsprechende Vorschrift alle Wirtschaftsgüter im Privatvermögen fallen.

Dieser Urteilstenor lässt sich optimal von Privatleuten verwenden, die private Gegenstände – wie z.B. ihr Mobiliar, den Jahreswagen oder Kindersachen auf dem Flohmarkt – mit Verlust verkaufen. Das realisierte Minus lässt sich zwar seit 2009 jetzt nicht mehr mit Gewinnen aus Wertpapier- und Terminmarktgeschäften verrechnen, wohl aber mit allen noch verbliebenen Spekulationsgewinnen aus beweglichen Wirtschaftsgütern, Edelmetallen sowie Grundstücken.

Nunmehr gilt:

  • Sind die Gebrauchsgüter schon länger als zwölf Monate in Besitz, kommt es bei einem Gewinn nicht zur Steuerpflicht und der realisierte Verlust ist steuerlich unbeachtlich.
  • Ist die Jahresfrist noch nicht abgelaufen und ergibt das Geschäft einen Gewinn, fällt Spekulationssteuer mit dem individuellen Steuersatz an. Maßgebend ist der Verkaufserlös minus Anschaffungspreis und Nebenkosten.
  • Lag hingegen ein Minusgeschäft binnen Jahresfrist vor, wird der Verlust beim Finanzamt geltend gemacht.

In der Regel wird es wohl zu einem steuerlichen Verlust kommen, weil der Erlös aus dem Verkauf von Gebrauchsgegenständen selten über dem ehemaligen Kaufpreis liegen sollte. Das missfällt dem Fiskus . Daher wird diese günstige Rechtsprechung gesetzlich ausgehebelt, indem die Veräußerung derartiger Gegenstände innerhalb der Haltefrist von einem Jahr nicht mit zu den Spekulationsgeschäften zählt. Das ergibt sich aus dem Entwurf zum Jahressteuergesetz 2010. Nach der Gesetzesbegründung werden Gebrauchsgüter nicht mit dem Ziel der zeitnahen gewinnbringenden Veräußerung angeschafft, sodass sie steuerlich keine Berücksichtigung finden sollen.

Die Gesetzesverschärfung soll erstmals auf Veräußerungsgeschäfte anzuwenden sein, bei denen die Gegenstände des täglichen Gebrauchs nach Verkündung des Jahressteuergesetzes 2010 angeschafft werden. Da dies frühestens im Herbst 2010 der Fall sein wird, können Privatpersonen ihren aktuellen Bestand und die in Kürze noch erworbenen Gegenstände weiterhin steuergünstig mit Verlust binnen Jahresfrist verkaufen – auch wenn die Veräußerung erst nach dem Inkrafttreten der Vorschrift erfolgen sollte. Dem Finanzamt werden solche Verluste über die Anlage SO zur Einkommensteuererklärung deklariert. Sofern keine entsprechend hohen Spekulationsgewinne vorliegen, wird das Minus vom Finanzamt zeitlich unbegrenzt in die Zukunft vorgetragen.

(VSRW-Verlag)


 


 

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