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  • 26.02.2020, 19:34 Uhr
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  • Deutschland
Gewinne

Flugreport 2019 – die Flugbranche fährt weiter Gewinne ein

Obwohl der Klimaschutz ein beherrschendes Thema in den Medien ist und viele Betriebe nahezu aller Branchen ökologisch umdenken, ist der Flugverkehr so gefragt wie eh und je. Diese Erkenntnis legt zumindest der aktuelle Flugreport 2019 nahe. Dieser zeigt, dass sowohl Kurz- als auch Mittel- und Langstreckenflüge rege genutzt werden. Allerdings zeigt sich auch, dass Alternativen wie das Bahnfahren immer mehr Anhänger gewinnen. Noch darf sich die Flugbranche jedoch über satte Gewinne freuen, die auch in 2020 anhalten werden.

Von Flugscham keine Spur

Der Begriff „Flugscham“ bezeichnet das Phänomen, dass sich Menschen der schädlichen Auswirkungen von Flugreisen auf die Umwelt besonders bewusst sind. Entsprechend fliegen sie weniger oder nur noch mit einem schlechten Gewissen. Angesichts des Klimawandels, der durch Organisationen wie „Fridays for future“ in den Medien und dem Bewusstsein der Menschen gehalten wird, sollte man davon ausgehen, dass die Flugscham bei den Menschen zunimmt. Eine solche Tendenz ist aktuell aber nicht zu erkennen.

Im Gegenteil nutzt eine steigende Zahl an Menschen Flugreisen, um zu Destinationen auf der ganzen Welt zu gelangen. So sagt es zumindest der aktuelle Flugreport 2019. Das betrifft sogar Inlandsflüge, für die es zahlreiche günstige und umweltverträgliche Alternativen gibt. Aber auch bei Langstreckenflügen haben Reisende kein schlechtes Gewissen. Nach wie vor wird der Flugverkehr als legitime und preiswerte Möglichkeit angesehen, um die Welt zu erkunden und sich angenehme Reisen zu gönnen. Da werden sogar Nachteile wie eine höhere Luftverkehrssteuer in Kauf genommen.

Vielfältige Erkenntnisse zu unterschiedlichen Flugarten

Der Flugreport 2019 liefert zahlreiche Erkenntnisse zu diversen Flugarten. So geht er beispielsweise auf Kurzstreckenflüge ein und zeigt, dass vor allem Geschäftsflüge in diesem Bereich genutzt werden. Bei den Mittelstreckenflügen war im vergangenen Jahr vor allem Istanbul stark nachgefragt. In rund 50% aller Monate belegte die türkische Stadt die Spitzenposition bei den Suchanfragen. Für die Deutschen ist Mallorca hingegen ein sehr beliebtes Reiseziel im Mittelstreckenbereich. Bei den Langstreckenflügen interessierten sich demgegenüber besonders viele Nutzer für Bangkok.

Zudem zeigt der Report verschiedene Kriterien auf, die für die Auswahl der Reisen entscheidend waren. So gibt es neben einem besonders populären Flughafen immer auch eine beliebte Airline und einen Anbieter mit besonders günstigen Preisen. Diese unterscheiden sich teilweise abhängig von der Flugart und dem Reiseziel. Deutlich wird allerdings, dass namhafte Airlines wie die Lufthansa immer noch einen besonders guten Ruf genießen und als sehr sicher gelten.

Die Preise sind nicht das wichtigste Auswahlkriterium

Anhand des Flugreports 2019 zeigt sich, dass der Preis nicht das alleinige Auswahlkriterium bei der Buchung von Flügen ist. Das wird insbesondere an den Kurzstreckenflügen deutlich. So hat Ryanair für seinen Service die niedrigsten Preise verlangt, dennoch entschieden sich besonders viele Nutzer für Eurowings. Bei den Langstreckenflügen wurden Reisen nach Bangkok von Finnair zu besonders niedrigen Preisen angeboten und dennoch wählten die meisten Menschen die Lufthansa. Die Reisenden sind überzeugt, dass bei dieser Airline Stornierungen und Ausfälle besonders großzügig gehandhabt werden und somit kaum Schwierigkeiten bereiten.

Auffällig ist an dem Report zudem, dass die Preise für Flugreisen teilweise stark schwanken. Wer nach London fliegen möchte, zahlt aktuell rund 21% weniger als noch im Jahr 2014. Auch politische Entwicklungen wie der Putschversuch in der Türkei wirken sich auf die Preise aus. So kosteten Flugtickets nach Istanbul im Jahr 2016 nur noch einen Bruchteil von denen von 2014. Mittlerweile haben sich die Preise aber wieder auf dem Niveau von vor dem Putsch eingependelt. Nicht zuletzt schwanken die Preise auch saisonbedingt. So waren Reisen nach Bangkok in der Hauptsaison teilweise um 50% teurer als noch wenige Monate zuvor.

Die Nachfrage nach Bahntickets nimmt zu

Auch wenn die Zahl der Flugreisenden nicht spürbar abnimmt, so steigt doch das Interesse an Bahnreisen an. So haben deutlich mehr Menschen, die zunächst nach Inlandsflügen gesucht haben, später eine Reise mit der Bahn gebucht, als bei früheren Untersuchungen. Diese Entwicklung zeigt, dass sich die Bahn zu einer begehrten und erfolgreichen Alternative zum Flugverkehr entwickelt hat. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es sich hierbei um einen kurzfristigen Trend oder eine nachhaltige Entwicklung handelt.

Der Report selbst gibt keine konkreten Auskünfte darüber, aus welchen Gründen sich die Menschen für eine Bahn- statt für eine Flugreise entschieden haben. Neben einem Bewusstsein für klimarelevante Fragen kann es in einigen Fällen auch der Preis gewesen sein. Um verlässliche Aussagen über die Beliebtheit des Bahnverkehrs und die Gründe hierfür treffen zu können, wären also noch weitere Untersuchungen und Befragungen nötig.

Die Reisebranche ist insgesamt stark nachgefragt

Die Reisebranche ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, der nichts an seiner Marktmacht und seiner Nachfrage eingebüßt hat. Die Klimadebatte führt aktuell nicht dazu, dass die Menschen auf das Flugreisen verzichten. Zwar nimmt das Interesse an alternativen Reisemöglichkeiten zu, doch noch immer werden zahlreiche Flüge genutzt, die gleichermaßen zu den Kurz-, Mittel- und Langstrecken zählen. Hierbei spielt allerdings nicht allein der Preis eine Rolle und auch ein Jetlag wird häufig in Kauf genommen.

Der Flugreport 2019 wagt zudem Prognosen für das Jahr 2020. So ist davon auszugehen, dass die Popularität von Flugreisen nach Tokio zunehmen wird. Dort wird in 2020 die Olympiade ausgetragen und das japanische Lebensgefühl genießt auf der ganzen Welt großes Ansehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Einschätzung erfüllt oder ob das Corona-Virus Tokio einen Strich durch die Rechnung macht. Dem Flugverkehr an sich stehen allerdings auch 2020 voraussichtlich erfolgreiche Zeiten bevor.

(Redaktion)


 


 

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