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gGmbH

Was ist eine Gemeinnützige GmbH

Eine Sonderform der GmbH für gemeinnützige Zwecke ist die sogenannte gGmbH. Sie ist als Rechtsform eine Alternative zu Vereinen, Stiftungen und gemeinnützigen Genossenschaften und erhält wie diese gewisse Steuervergünstigungen. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde sie im dritten Sektor zunehmend beliebter: denn Vereine sind ökonomisch aktiver geworden und als gGmbH ist eine Auslagerung des wirtschaftlichen Aspekts möglich. Die gGmbH unterliegt ansonsten denselben gesetzlichen Vorschriften wie eine GmbH.

Inhaltsverzeichnis zur gGmbH

  1. Grundlagen
  2. Unterschiede zum Verein
  3. Verein mit gGmbH
  4. Was ist nötig um eine gGmbH zu gründen?
  5. Steuerliche Besonderheiten einer gGmbH
  6. Fazit

Grundlagen

Die gemeinnützige GmbH muss am Gemeinwohl orientiert sein und ist dadurch entweder vollständig oder teilweise von Steuern befreit. Dafür müssen die Satzung (Gesellschaftsvertrag) und die Geschäftsführung dem Gemeinnützigkeitsrecht entsprechen, d. h. Gewinne dürfen nur in gemeinnützige Zwecke fließen. Eine Auszahlung an Gesellschafter wie bei der GmbH ist nur dann erlaubt, wenn diese ebenfalls gemeinnützig sind. Ob eine Gemeinnützigkeit vorliegt entscheidet das Finanzamt .

Unterschiede zum Verein

Warum eine gGmbH gründen und keinen Verein? Die beiden Rechtsformen unterscheiden sich in einigen Punkten deutlich voneinander. Die wichtigsten sind:

  • Stimmrecht: Während in einem Verein (zur Verein Definition) die Mitgliedsversammlung alle wichtigen Entscheidungen trifft, sind es bei der gGmbH die Gesellschafter (Gesellschafter Definition), da sie das Stammkapital in die gGmbH bringen. Die Mitgliederversammlung hat bei einer gGmbH daher kein Entscheidungsrecht über wirtschaftliche Fragen. Wenn ein Verein eine gGmbH gründet, ist allerdings der Vorstand der einzige Gesellschafter.
  • Haftungsbeschränkung: Ein Verein haftet mit seinem Gesamtvermögen, eine gGmbH nicht. Durch die eingeschränkte Haftung muss die gGmbH nur mit dem Stammkapital, das für die Gründung notwendig war, haften. Lagert ein Verein seine wirtschaftlichen Tätigkeiten in einen gGmbH aus, muss er bei Verlusten der gGmbH nicht mit dem Vereinsvermögen haften.
  • Ämtersicherheit: In Vereinen kann es dazu kommen, dass der ehrenamtlich besetzte Vorstand längere Zeit vakant bleibt. In einer gGmbH ist dieses Amt jedoch klar geregelt, es gibt gesetzliche Handlungsvorschriften und Aufgabenverteilungen. So kann keine Unterbrechung des Tagesgeschäfts entstehen. Der Geschäftsführer leitet das Unternehmen und wird dafür bezahlt.

Die gGmbH kombiniert also Vorteile des Gemeinnützigkeitsrechts und der gewerblichen Rechtsform der GmbH. Sie kann somit gleichzeitig gewinnorientiert handeln und dabei gemeinnützig sein und Steuervergünstigungen erhalten. Eine gGmbH ist gegenüber einem Verein allerdings mit höherem Verwaltungsaufwand verbunden (Pflicht zur Buchführung, Beurkundung usw.) und kann damit auch höhere Verwaltungskosten erzeugen.

Verein mit gGmbH

Ein Verein, der zusätzlich eine gGmbH gründen möchte, um seine wirtschaftlichen Aktivitäten auszulagern, kann zwischen drei verschiedenen Strukturformen wählen:

Welche Form die beste ist, hängt davon ab wie groß der Verein ist, welche Art von Leistungen er erbringt und welchen Anteil der wirtschaftliche gegenüber dem ideellen Zweck des Vereins hat. Vereine mit geringer wirtschaftlicher Aktivität profitieren von einem ehrenamtlichen Vorstand, solche mit großer von einem hauptamtliche Vorstand. Die gGmbH als Tochterunternehmen führt zwar zu einem größeren Verwaltungsaufwand, bietet dem Verein aber einen viel umfassenderen Haftungsschutz als die beiden anderen Varianten.

Was ist nötig um eine gGmbH zu gründen?

Um eine gGmbH zu gründen muss zunächst ein Beschluss zur Gründung gefasst werden. Dann wird eine Satzung entworfen und ein Geschäftsplan aufgestellt. Anschließend werden die Vorgänge mit den zuständigen Behörden, Sozialleistern und möglichen Finanzverwaltern abgesprochen. Ist dies alles geklärt kann eine Beschlussfassung durchgeführt werden. Auf einer Gründungsversammlung wird danach der Geschäftsführer bestellt. Der letzte Schritt ist die Anmeldung und Eintragung im Handelsregister . Dafür wird ein Notar benötigt.

Wie man Fehler bei der GmbH-Gründung vermeidet, lesen Sie in diesem Beitrag: Fünf folgenschwere Fehler, die bei der Gründung einer GmbH häufig passieren

Steuerliche Besonderheiten einer gGmbH

Bei einer gemeinnützigen GmbH ergeben sich für den Gründer verschiedene steuerliche Vorteile. Hierzu zählt zunächst einmal die Befreiung von der Körperschafts- und der Gewerbesteuer . Darüber hinaus ist eine gGmbH berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für Spenden auszustellen. Dadurch ist der Spender zu einem Sonderausgabenabzug berechtigt.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass im ideellen Bereich die Umsatzsteuer entfällt. Handelt es sich um Leistungen in Zweckbetrieben, gilt in vielen Fällen der reduzierte Umsatzsteuersatz in Höhe von 7 Prozent. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die die Leistungen nicht schon nach §4 UstG Art. 132 ff MwStSysRL von der Umsatzsteuer befreit sind.

Grundsätzlich kann man also vorhalten, dass die gGmbH die Vorteile einer normalen GmbH mit den Steuervorteilen des Gemeinnützigkeitsrechts verbindet.

Fazit

Eine gGmbH stellt eine echte Alternative zu Vereinen und Stiftung en (Stiftung Rechtsform) dar. Die Rechtsform der gGmbH bietet einer gemeinnützigen Organisation die Möglichkeit ihren wirtschaftlichen Aktivitäten einen etablierten rechtlichen Rahmen zu geben, der auch Signalwirkung nach außen trägt – Vereine haben es oft schwerer Fremdmittel zu bekommen und wirken weniger kreditwürdig. Es wird damit der Willen zu wirtschaftlicher Teilhabe gezeigt und die gGmbH verfügt über einen sehr flexiblen Handlungsapparat.

Tipp: Bevor Sie eine gGmbH gründen, sprechen Sie in jedem Fall erst einmal mit dem Finanzamt und suchen Sie sich einen Unternehmensberater. Er kann Ihnen helfen das Mindestkapital zu ermitteln, einen Gesellschaftsvertrag und einen Wirtschaftsplan auszuarbeiten und die beste Art zu finden, wie die gGmbH organisiert werden soll.

(Christian Weis)


 


 

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