05.10.2009  09:54 Uhr

Entsorgung in der Türkei
Ausbau der Abfallwirtschaft in der Türkei schreitet fort

GTE Deutschland. Ein wichtiges Thema für die Türkei ist der Ausbau der Abfallwirtschaft, der auch weiter fort schreitet. Auch ohne verbindlich Programme , entwickelt sich die Entsorgungsrate kontinuierlich. Nicht zuletzt auch, da gerade Deutsche Unternehmen hier einen Wachstumsmarkt erkannt haben, in den sie investieren.

Schritt für Schritt verbessert die Türkei ihre Abfallbewirtschaftung. Zwar liegt immer noch kein integriertes nationales Programm dazu vor, wie es der EU-Standard vorsieht, mit zahlreichen einzelnen Maßnahmen wird aber die Verwendung und Entsorgung vieler Stoffe stärker reguliert.

Für das Recycling bestimmter Materialien gelten gesetzliche Quoten, die langsam erhöht werden. Der Anteil des auf kontrollierten Deponien gelagerten Mülls steigt, die Zahl der solchermaßen versorgten Gemeinden hat sich von 2003 bis 2008 verdreifacht.

Etwa 14.000 t Müll produziert die türkische Metropole Istanbul am Tag. Der Abfall wird in zwei Großdeponien abgelagert, eine auf der europäischen und eine auf der asiatischen Seite der Stadt. Ein Abfallmanagementplan bis 2023 sieht nun vor, einen größeren Anteil der Stoffe der Wiederverwertung oder der Energieversorgung zuzuführen.

Die Stadtverwaltung hat hierzu die Verwertungsfirma ISTAC gegründet, die für 2009 und 2010 Pressemeldungen zufolge mit einem Budget von 25 Mio. Türkischen Lira (TL, circa 12 Mio. Euro) ausgestattet ist. Um die zahlreichen Vorhaben zu verwirklichen, denkt das städtische Unternehmen laut Direktionsmitglied Oguz Can auch an Betreibermodelle wie Build-Operate (BO).

Mülldeponien in der Türkei
Messgröße200320082012 (geplant)
Anzahl1534130
Versorgte Gemeinden1504501.130
Versorgte Bevölkerung (Mio.)2329,157,1

Zu den konkreten Projekten von ISTAC gehört eine Biogasanlage für die Energiegewinnung aus organischen Abfällen mit einer Produktionskapazität von 150 t am Tag, die Ende 2009 nach dem BO-Modell ausgeschrieben werden soll.

Ebenfalls geplant ist eine Entsorgungsanlage für medizinische Abfälle, die am Tag 24 t aufnehmen kann. Eine andere Größenordnung erreicht das Vorhaben, eine Müllverbrennungsanlage zu bauen. Diese soll etwa 30 bis 35 MW Strom erzeugen können. Die Kosten werden von Can auf circa 150 Mio. Euro taxiert.

Mehr zum Ausbau der türkischen Abfallwirtschaft, weitere Branchendaten, sowie viele weitere interessante Statistiken und Auswertungen finden Sie auf der Seite unseres Partners GTaI.

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Quelle: GTaI


 

(Marcus Knupp)

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