18.12.2009  14:45 Uhr

Bauwirtschaft
Bauleistungen in der Türkei gehen 2009 deutlich zurück

GTE Deutschland. Die türkische Baubranche ist ebenso wie andere Branchen von Umsatzeinbrüchen betroffen, hofft jedoch ab 2010 auf Erholung. Gerade von geplanten Stadionneubauten verspricht sich die Branche neuen Wind, ebenso wie von den geplanten Konjunkturprogrammen und Förderung des Wohnungsbaus.

Die Wirtschaftsleistung der türkischen Baubranche ist im 1. Halbjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr real um 19,9% zurückgegangen. Damit hat sich der Abwärtstrend von 2008 (-8,2%) im Zuge der Wirtschaftskrise nochmals verstärkt. Staatliche Bauinvestitionen konnten den Abschwung lediglich abmildern.

Die Ankündigung weiterer umfangreicher Infrastrukturprojekte und das seit dem letzten Jahr stark gesunkene Zinsniveau geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass eine Wende zum Positiven noch in der zweiten Jahreshälfte 2009 einsetzt.

In der Türkei führt die wachsende Bevölkerungszahl zu einer stetig zunehmenden Nachfrage nach Wohnraum. Zu dem Bedarf an neuen Gebäuden kommt ein aufgrund der oft schlechten Qualität der bestehenden Bausubstanz hohes Potenzial an Instandsetzungen und Erneuerungen. Verschärfte Regelungen zum Energieverbrauch sorgen für steigenden Absatz von Bauisolationsmaterialien. Diese beiden Bereiche haben in den letzten Jahren eine etwas höhere Stabilität gezeigt als die gesamte Baubranche, die in stärkerem Maße als die allgemeine Wirtschaft auf die Wirtschaftskrise reagiert hat. Einige Branchenvertreter rechnen mit einer deutlichen Verbesserung ab dem zweiten Quartal 2010, andere sehen den Zeitpunkt dafür eher 2011.

Die negativen realen Veränderungsraten seit 2008 sind allerdings auch in Relation zum außerordentlich raschen Wachstum in den Jahren zuvor zu sehen. Ausgedehnte Neubausiedlungen, die Entstehung neuer Geschäftsviertel sowie eine rekordverdächtige Zunahme der Zahl von Einkaufszentren bestimmen weithin das Bild. Die staatlichen Bauinvestitionen stützten den Sektor 2008 und 2009, konnten den Abwärtsschwung aber lediglich abmildern.

Notwendige Investitionen in die Energieversorgung, den Straßen- und Eisenbahnbau sowie mehrere große Pipeline-Projekte lassen hier auch für die kommenden Jahre mit lebhaftem Geschehen rechnen. Haushaltspolitische Erwägungen könnten jedoch zu Verzögerungen führen.

Zur Anregung der Konjunktur hat der Kammerverband der Türkei (TOBB) zusammen mit der (staatlichen) Halkbank im September 2009 die Kampagne "Evine Yenile Türkiye" (Erneuere dein Haus, Türkei) gestartet. Zu Beginn haben sich 83 Unternehmen beteiligt, bis Anfang Oktober waren es 122, gerechnet wird mit 130.

Im Zentrum der Aktion stehen zinsgünstige Kredite für Bauherren, die Renovierungsarbeiten vornehmen wollen. Insgesamt sollen mit der Kampagne etwa 100.000 Haushalte erreicht und Kredite im Umfang von 1 Mrd. TL vergeben werden. Die einzelnen Darlehen können zwischen 2.000 und 50.000 TL betragen. Ziel der Unterstützungsmaßnahme, die bis Ende November 2009 laufen soll, ist vor allem die Stärkung der Baustoffindustrie.

Mehr zu der Entwicklung der türkischen Bauwirtschaft, zu den geplanten Konjunkturprogrammen, Prognosen sowie weitere interessante Statistiken und Auswertungen finden Sie auf der Seite unseres Partners GTaI.

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Quelle: GTaI


 

(Marcus Knupp)

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Bild Nr. 1 © RainerSturm / pixelio.de



 


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