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Bauwirtschaft

"Branche kompakt": Bauwirtschaft in der Türkei

Unter dem Titel "Branche kompakt" hat die German Trade and Invest eine neue Publikation zum Thema Bauwirtschaft herausgegeben. Aktuelle Themen werden hier genauso für den Leser aufbereitet, wie zukünftige Trends in der türkischen Bauwirtschaft.

Die Wirtschaftsleistung der türkischen Baubranche ist im 1. Halbjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr real um 19,9% zurückgegangen. Damit hat sich der Abwärtstrend von 2008 (-8,2%) im Zuge der Wirtschaftskrise nochmals verstärkt.

Die Ankündigung weiterer umfangreicher Infrastrukturprojekte und das seit dem letzten Jahr stark gesunkene Zinsniveau geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass eine Wende zum Positiven noch in der 2. Jahreshälfte 2009 einsetzt. Weniger betroffen von dem Konjunktureinbruch ist der Bereich Bauisolierungen.

Marktentwicklung/-bedarf

Die wachsende Bevölkerung in der Türkei führt zu einer stetig zunehmenden Nachfrage nach neuem Wohnraum. Zudem müssen wegen der oft schlechten Qualität der Bausubstanz bestehende Gebäude instandgehalten und erneuert werden. Verschärfte Regelungen zum Energieverbrauch sorgen für einen steigenden Absatz von Bauisolationsmaterialien. Diese Bereiche haben in den letzten Jahren eine etwas höhere Stabilität gezeigt als die gesamte Baubranche, die in stärkerem Maße als die allgemeine Wirtschaft auf die Krise reagiert hat. Einige Branchenvertreter rechnen mit einer deutlichen Verbesserung ab dem 2. Quartal 2010, andere sehen den Zeitpunkt eher 2011.

Die negativen realen Veränderungsraten seit 2008 sind allerdings auch in Relation zum enormen Wachstum in den Jahren zuvor zu sehen. Ausgedehnte Neubausiedlungen, die Entstehung neuer Geschäftsviertel sowie eine rekordverdächtige Zunahme der Zahl von Einkaufszentren bestimmten weithin das Bild. Die staatlichen Bauinvestitionen gaben dem Sektor 2008 und 2009 eine gewisse Stütze, konnten den Abwärtsschwung aber lediglich abmildern. Notwendige Investitionen in die Energieversorgung, den Straßen- und Eisenbahnbau sowie mehrere große Pipeline-Projekte lassen hier jedoch auch für die kommenden Jahre mit lebhaftem Geschehen rechnen.

Das Verkehrsministerium hat im September 2009 Planungen vorgestellt, bis 2023 insgesamt zwölf neue Autobahnstrecken zu bauen. Die Gesamtlänge dieser Fernstraßen beträgt 4.773 km, womit sich das bestehende Netz etwa verdoppeln würde.

Innerhalb einer der neuen Routen ist eine dritte Brücke über den Bosporus bei Istanbul geplant. Ein weiteres großes Brückenbauwerk soll die Dardanellen bei Canakkale überspannen. Auch der Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes im Land kam einen Schritt voran: Im September 2009 verlegte die türkische Eisenbahn TCDD die ersten Gleise auf der Strecke Ankara-Konya.

Um die Erdbebensicherheit zu erhöhen, wollen die türkischen Behörden tausende Gebäude in gefährdeten Gebieten abreißen und an ihrer Stelle neue Häuser höheren Standards errichten. Nach Schätzungen der Stadtverwaltung Istanbul wären innerhalb der nächsten 30 Jahre insgesamt 17 Mrd. US$ nötig, um den Baubestand der Metropole für ein großes Erdbeben zu rüsten. Platz für neue Wohnungen sowie für neue Geschäfts- und Bürogebäude in innenstadtnahen oder attraktiven Lagen ergibt sich durch die Umwidmung ehemaliger Industrie- und Gewerbeflächen.

Mehr zu der Entwicklung der türkischen Bauwirtschaft, Prognosen sowie weitere interessante Statistiken und Auswertungen finden Sie auf der Seite unseres Partners GTaI.

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Quelle: GTaI

(Marcus Knupp)


 


 

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