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Sonntagsfrage

Erstmals türkische Migranten zu Wahlabsichten befragt

Die klassische Sonntagsfrage ist nun auch den Wählern mit Türkischen Migrationshintergrund gestellt worden. In einer Umfrage stellte das Berliner Unternehmen Data4U auch die K-Frage unter 896 potentiellen Wählern. Demnach dürfte die SPD bei einer heute stattfindenden Wahl in dieser Gruppe als stärkste Partei hervorgehen.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die SPD mit 55,5
Prozent unter den Deutsch-Türken die absolute Mehrheit erringen. Somit dürfen die Sozialdemokraten bei einer vorausberechneten Wahlbeteiligung von rund 70 Prozent aktuell mit etwa 270.000 Stimmen aus dem Lager türkischer Migranten mit deutscher Staatsbürgerschaft rechnen.

Mit einem Stimmenanteil von 23,3 Prozent schneiden auch „Die Grünen“
überdurchschnittlich gut im deutsch-türkischen Bevölkerungssegment ab.  Dies
entspricht gut 120.000 türkischer Stimmen für die Grünen, wenn aktuell gewählt
werden würde.

Etwa im bundesdeutschen Schnitt liegt „Die Linke“ mit 9,4 Prozent
(50.000 Stimmen). Deutlich schlechter als im gesamten Bevölkerungsschnitt würden hingegen die CDU/CSU mit 10,1 Prozent (ca. 60.000 Stimmen) und auch die FDP mit 0,9 Prozent (5.000 Stimmen) abschneiden.

Dies sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die das Berliner
Marktforschungsinstitut Data 4 U in der KW 10/2009 im Eigenauftrag unter Deutsch-Türken durchgeführt hatte.

Das Berliner Spezial-Institut hatte im Zeitraum zwischen dem 3. bis zum 8. März auf Basis einer systematischen Zufallsauswahl 2.999 Deutsch-Türken im Alter ab 18 Jahren bundesweit, telefonisch über ihre Wahlabsichten und zur Einschätzung der konjunkturellen Lage befragt.

Von den Befragten verfügten rund ein Drittel über die deutsche Staatsbürgerschaft und damit das deutsche Wahlrecht. Insgesamt leben in Deutschland knapp 3 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, davon sind etwa 2 Millionen älter als 18 Jahre alt.Von diesen erwachsenen Deutsch-Türken wiederum besitzen etwa 690.000 das Wahlrecht in Deutschland.

„Von ihrer Grundeinstellung mehrheitlich eher religiös-konservativ einzuschätzen,
honorieren die Deutsch-Türken mit ihrer Wahleinstellung vor allem die Positionen der SPD und der Grünen zum Integrationsprozess,“ kommentiert Joachim Schulte, Geschäftsführer der Data 4U, die Ergebnisse dieser bundesweit ersten repräsentativen Meinungsumfrage zu den Wahlabsichten der türkischen Minderheit.

Besonderer Beliebtheit unter seinen Landsleuten erfreut sich der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir: 25,1% der Deutschen-Türken mit Wahlrecht würden ihn direkt zum Kanzler wählen, wenn das deutsche Wahlrecht diese Möglichkeit zulassen würde. Dabei erfreut sich Özdemir insbesondere im Lager der Grünen-Sympathisanten mit 80,9 Prozent besonders großer Beliebtheit.

Immerhin noch 22,4 Prozent der türkischen SPD-Anhänger und 17,8 Prozent der
CDU/CSU-Sympathisanten würden bei einer Direktwahl für ihn stimmen. „Cem Özdemir hat viel für die türkische Community und das Bild der Türkei in Deutschland getan und gezeigt, dass man es mit Engagement auch als
Migrantenkind in Deutschland zu etwas bringen kann,“ sagt Umut Karakas, die
ebenfalls geschäftsführende Gesellschafterin der Data 4U ist, zu den hohen
Popularitätswerten des Grünen-Politikers.

Platz zwei bei einer fiktiven Direktwahl des Bundeskanzlers bzw. der
Bundeskanzlerin erreicht SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier mit 20,2
Prozent. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt mit 7,5 Prozent Zustimmung auf den dritten Platz.

Abgeschlagen landen Gregor Gysi (3,1 Prozent) und Guido Westerwelle (2,0 Prozent) auf den Plätzen vier und fünf. Amtsinhaberin Angela Merkel erreicht dabei mit 57,0 Prozent Zustimmung lediglich im eigenen politischen Lager eine deutliche Mehrheit, während sie bei den türkischen SPD-Anhängern (4,0 Prozent), den Grünen (0,8 Prozent) und den Linken (1,5 Prozent) über nur geringe Zustimmungswerte verfügt.  Knapp 40 Prozent der deutsch-türkischen Wähler sind sich derzeit jedoch noch unsicher bzw. würden derzeit keinen der Spitzenkandidaten wählen.

Wirtschaftsaussichten werden pessimistisch beurteilt

Eher pessimistisch schauen die besonders von Arbeitslosigkeit und der schlechten wirtschaftlichen Lage betroffenen Deutsch-Türken in die Zukunft. Auf die Frage, wie sich ihrer Meinung nach die wirtschaftliche Lage in Deutschland in den kommenden Monaten entwickeln wird, befürchten 51,5 Prozent eine
Verschlechterung, 19,2 Prozent gehen davon aus, dass es in etwa so bleibt, wie es ist und nur 17,5 Prozent erwarten eine konjunkturelle Verbesserung der aktuellen Lage.

„Da die Deutsch-Türken in der Vergangenheit sehr oft lernen mussten, zu den
Verlierer der wirtschaftlichen Entwicklungen zu gehören, verwundert es mich sehr, dass nur etwas mehr als die Hälfte eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse befürchten. Damit liegen die Deutsch-Türken ziemlich genau auf dem aktuellen deutschen Gesamtniveau“, resümiert Joachim Schulte.

„Unter dem Strich sind sie doch ein bunte und optimistische Kultur, die Deutschland einfach ein bisschen farbenfroher macht.“

Quelle. Data4U
www.data4u-online.de

(Redaktion)


 


 

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